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Griezmann ist geblieben, um eine Legende zu werden

Atlético Madrid ist in der heute startenden spanischen Meisterschaft ein heisser Titelkandidat – auch dank des Franzosen.

Atlético Madrid hat die neue Saison mit einem Titel lanciert. Im Stadtderby gegen Real um den europäischen Supercup in Tallinn gabs einen 4:2-Sieg nach Verlängerung.
Atlético Madrid hat die neue Saison mit einem Titel lanciert. Im Stadtderby gegen Real um den europäischen Supercup in Tallinn gabs einen 4:2-Sieg nach Verlängerung.
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Trainer Diego Simeone hat eine aufregende Mannschaft, die es in jedem Wettbewerb weit bringen kann.
Trainer Diego Simeone hat eine aufregende Mannschaft, die es in jedem Wettbewerb weit bringen kann.
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Im Winter war bereits Stürmerstar Diego Costa aus England heimgekehrt. Kostenpunkt: 66 Millionen Euro.
Im Winter war bereits Stürmerstar Diego Costa aus England heimgekehrt. Kostenpunkt: 66 Millionen Euro.
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Viel schlechter hätte Real Madrids neue Ära kaum starten können. Der europäische Supercup gegen Stadtrivale ­Atlético Madrid war ein früher Gradmesser für die Zeit nach Cristiano Ronaldo und nach ­Zinédine Zidane.

Und die Bilanz nach rund 126 intensiven Minuten: erste europäische Finalniederlage gegen Atlético nach zwei gewonnenen Champions-League-Endspielen, erster verlorener internationaler Final seit 2000 (1:2 im Weltpokal gegen Boca Juniors) und erstmals vier Gegentore seit November 2015 (0:4 gegen Barça).

Symbolcharakter hatte insbesondere die 98. Minute. Und zwar aus zwei Gründen. Erstens: Wie der eingewechselte Thomas Partey am gegnerischen Strafraum den Ball eroberte und Saúl Ñíguez mittels prächtigem Volleyschuss zum 3:2 für Atlético traf, zeigte den grossen Titelhunger der Colchoneros, die Gier, diese Saison etwas Aussergewöhnliches zu schaffen.

Mit den Ersatzkräften überfahren

Nach zwei Niederlagen nach Verlängerung schafften sie es, endlich ein enges Spiel gegen den Stadtrivalen in einem europäischen Wettbewerb auf ihre Seite zu ziehen.

Und zweitens: Auf der Bank freuten sich gemeinsam Antoine Griezmann und Thomas Lemar. Richtig, die beiden wohl besten Offensivkräfte Atléticos standen in der Verlängerung gar nicht mehr auf dem Platz – und dennoch überfuhr Atlético seinen Gegner, sodass dieser mit dem 4:2-Schlussresultat gut bedient war.

Griezmann und Lemar sind neben Goalie Jan Oblak und Stürmer Diego Costa die Sinnbilder der bevorstehenden Saison des letztjährigen Ligazweiten.

Entscheidungen pro Atlético

Denn Costa war ja schon einmal weg, bei Chelsea. Und auch Griezmann und Oblak schienen mit dem Ende der vergangenen Saison ihr Kapitel mit Atlético abgeschlossen zu haben. Der französische Stürmer, so war zu lesen, hatte sich entschieden, nach Barcelona zu wechseln – doch Mitte Juni verkündete der 27-Jährige mittels einer aufwendig inszenierten TV-Doku namens «La Décision» (Die Entscheidung), dass er bleibt.

Oblak flirtete im April noch heftig mit PSG, er entschied sich schliesslich, wie Griezmann in Spanien zu bleiben, und erteilte Anfang August auch Chelsea einen Korb, als die Londoner ihn als Ersatz für den zu Real abgewanderten Thibaut Courtois verpflichten wollten – und bereit waren, die Ausstiegsklausel von 100 Millionen Euro zu bezahlen.

Diverse Königstransfers

Alleine, dass Atlético den Starspieler des neuen Weltmeisters und einen der weltbesten Goalies halten konnte, obwohl Schwergewichte um sie buhlten, war eine Kampfansage. Diese wurde mit den getätigten Investitionen auf dem Transfermarkt noch deutlicher. Im Winter bereits kam Diego Costa für 66 Millionen Euro zurück, und im Sommer zog der von Topclubs umworbene Thomas Lemar nach.

Für den Flügelstürmer war Atlético bereit, 70 Millionen Euro hinzublättern. Das ist Vereinsrekord und Spaniens teuerster Transfer in diesem Sommer. Dazu kamen Mittelfeldtalent Rodri von Villarreal, Rechtsverteidiger Santiago Arias von Eindhoven, der Stürmer Nikola Kalinic von Milan und vor allem mit der portugiesischen Flügelrakete Gelson Martins ein weiterer Königstransfer – Letzterer sogar ablösefrei.

Das Gesicht eines Clubs: Antoine Griezmann. Quelle: Instagram.

Beeindruckend: Bis auf Oblak und Diego Costa standen sie alle zum Zeitpunkt des 3:2 gegen Real nicht (mehr) auf dem Platz. Das brachte Griezmann die frühe Erkenntnis: «Jetzt sehe ich, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe.» Dabei folgen sie alle dem ultimativen Ziel: 2019 findet der Champions-League-Final in Atléticos Heimstadion statt.

Nach zwei gescheiterten Anläufen wäre der erste Triumph in der Königsklasse ausgerechnet daheim fast märchenhaft. Oder wie Griezmanns Ehefrau Erika Choperena ihm sagte: «Bei Barça wärst du einer unter vielen. Bei Atlético kannst du zur Legende werden.»

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