Gedränge auf den Flügeln

Bei YB ist der Konkurrenzkampf heftig. Gerade auf den Seiten. Sven Joss, Miralem Sulejmani und vor allem Kevin Mbabu gefallen in Lugano.

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Fabian Ruch

Tabellarisch gesehen geht es für die Young Boys in den nächsten Wochen nicht mehr um viel. Rang 2 ist kaum mehr zu verlieren, zehn Punkte beträgt der Vorsprung mittlerweile auf Sion, das am Wochenende 0:0 in Luzern spielte. Dennoch dürfte es Trainer Adi Hütter gelingen, seine Akteure ein wenig unter Spannung zu halten.

Einerseits möchten einige Akteure in eine grössere Liga wechseln. Andererseits ist der Konkurrenzkampf heftig. Gestern in Lugano sassen die Stammkräfte Jan Lecjaks und überraschend Yoric Ravet auf der Bank.

Mbabus Dynamik als Pluspunkt

Scott Sutter hat die Young Boys zwar Richtung Orlando, Florida, verlassen, dennoch gibt es auf den Aussenverteidigerpositionen einige Möglichkeiten. Newcastle-Leihgabe Kevin Mbabu überzeugte in Lugano, mit Dynamik, Zweikampfhärte und Offensivstärke ist er ein moderner Rechtsverteidiger. Noch haben die Young Boys nicht entschieden, ob sie sich um eine Weiterverpflichtung des 21-Jährigen bemühen werden. Alles andere würde aber erstaunen.

Weil Mbabu eine Spielgelegenheit erhielt, rückte Sven Joss in Lugano von rechts auf links. In Lausanne hatte er noch sehr fehlerhaft gegen den flinken Benjamin Kololli agiert, gestern gefiel der Youngster besser. Auch wegen seiner Offensiv­aktionen. «Mir gefällt es, wenn ein Aussenverteidiger auf beiden Seiten einsetzbar ist», sagt Adi Hütter, «früher war ja Gianluca Zambrotta ein gutes Beispiel dafür.» Auch Bayerns Philipp Lahm, der Ende Saison seine glanzvolle Karriere beendet, brilliert rechts wie links (und sogar im zentralen Mittelfeld) auf Weltklasseniveau.

Davon ist Joss natürlich weit entfernt. Immerhin hat er auch wegen seiner Vorarbeit vor dem ersten YB-Treffer in Lugano einen Schritt nach vorne gemacht in der Aussenverteidigerhierarchie. «Wir haben zwei schön herausgespielte Tore erzielt», sagt Joss nach dem 2:0-Sieg, «und defensiv wenig zugelassen.» Ihm sei es nicht so wichtig, auf welcher Seite er spiele. Und als Stammspieler fühle er sich sicher nicht, das sei nicht angebracht.

Bald wird der Konkurrenzkampf noch grösser, in Lugano fehlten die verletzten Innenverteidiger Steve von Bergen und Grégory Wüthrich, dafür sass Loris Benito, der YB-Defensivspieler mit dem grössten Potenzial, nach Verletzungspause auf der Bank.

Seltenes Erfolgserlebnis

Den Status einer Fixkraft bei YB hat Miralem Sulejmani. Eigentlich. In den letzten Wochen aber sass der körperlich oft nicht überzeugende Flügelspieler mehrmals auf der Bank. Das warme Wetter im Tessin behagte dem Spassfussballer sehr, er war an beiden Toren beteiligt. «Das war eine solide, gute Leistung von uns», sagt Sulejmani.

Und er erzählt, es sei erst das dritte Kopftor in seiner Profikarriere gewesen, die ersten zwei habe er noch für Ajax Amsterdam erzielt. Nach der butterweichen Flanke von Joss hatte der Techniker gestern keine Mühe, das 1:0 für YB zu erzielen. Und ein wenig Eigenwerbung zu betreiben.

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