Fassnacht: «Ganz kurz habe ich an Thun gedacht»

Nach einem unnötig knappen 2:1-Sieg im Viertelfinal freuen sich die Young Boys über das Weiterkommen – und hadern mit der Chancenauswertung.

Christian Fassnacht nach dem Heimsieg im Videointerview.
Martin Bürki@tinubuerki27

Die Young Boys hatten im Cup-Viertelfinal die meiste Zeit alles im Griff, sie hätten zur Pause höher als 1:0 führen müssen. Immerhin fiel im zweiten Durchgang – wenn auch glücklich – der zweite Berner Treffer. Fünf Minuten vor dem Ende gelang aber den Ostschweizern das Anschlusstor. Genau so war es einen Tag zuvor YB's Kantonsrivale Thun ergangen – und die Oberländer schieden am Ende gar noch während der regulären Spielzeit aus.

«Ehrlich gesagt habe ich ganz kurz daran gedacht», sagt nach dem Schlusspfiff ein erleichterter Christian Fassnacht, der noch letzte Saison bei den Thunern spielte. «Ich glaube aber, die Leute auf den Tribünen hatten mehr Zeit, darüber nachzudenken, auf dem Platz ist man hochkonzentriert. Ich war am Ende überzeugt, dass wir es mit unserer Klasse ins Halbfinale schaffen.»

«Zum Glück für uns läuft es Roger (Assalé) derzeit gut, er trifft und trifft», sagt Fassnacht. Der Ivorer entschied die Partie mit seinem Doppelpack, bleibt aber bescheiden: «Wir haben alle zusammengearbeitet. Ohne meine Freunde, ihre Zuspiele, wäre das nicht möglich gewesen.» Gerade für ihn als Afrikaner waren die Wetterbedingungen alles andere als einfach, wie er nach dem Spiel gesteht.

«Ich bin froh, dass es vorbei ist, ich habe schon sehr sehr kalt», sagt Roger Assalé. Video: Martin Bürki

«Zur Pause müsste es 3:0 stehen»

«Unter dem Strich ist es egal, wie wir gewonnen haben», sagt Fassnachts Trainer Adi Hütter. Nach der x-ten vergebenen Grosschance im ersten Durchgang verwarf der Österreicher mit einem schelmischen Grinsen die Hände. «Wir wurden für unseren Aufwand zu wenig belohnt, zur Pause müsste es 3:0 stehen.» Am Ende zähle aber nur, dass YB noch im Cup dabei ist.

YB-Coach Adi Hütter spricht über den Zittersieg und den an diesem Abend glücklosen Jean-Pierre Nsame. Video: Martin Bürki

«Bringt nichts, vom Titel zu reden»

Weil YB weiterhin ohne den verletzten Sékou Sanogo antreten musste, durfte sich Nachwuchstalent Michel Aebischer einmal mehr beweisen. «Ich bin mit meiner Leistung zufrieden», sagt der 20-Jährige, «aber am Ende zählt sowieso, dass die Mannschaft gewinnt, meine persönliche Leistung spielt da eine untergeordnete Rolle.» Auch in Sachen Titelambitionen gibt sich der Mittelfeldspieler bescheiden: «Es bringt nichts, vom Titel zu reden, wenn wir das nächste Spiel verlieren. Wir müssen uns gut vorbereiten.» Auf den FC Basel, wie die Auslosung nach dem Spiel ergeben hat.

Ein zufriedener Michel Aebischer nach Schlusspfiff. Video: Martin Bürki

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt