Fredy Bickel: «Das tut sehr weh»

YB-Sportchef Fredy Bickel spricht über das Cup-Ausscheiden, seinen Dreijahresplan und seinen Vertrag.

YB-Sportchef Fredy Bickel steht unter Druck.

YB-Sportchef Fredy Bickel steht unter Druck.

(Bild: Andreas Blatter)

Fabian Ruch

YB war gegen Basel und Zürich das bessere Team, verlor aber beide kapitalen Partien. Einfach nur Pech? Oder: Typisch YB? Fredy Bickel: Es wäre zu einfach, nur von Pech zu reden. Wir hätten den Sieg zweimal verdient gehabt. Die Resultate sind bitter für uns. Es fehlte ein wenig an der Reife und an der Cleverness. Wir haben ein sehr junges Team, da passieren manchmal Fehler.

Nach dem Ausscheiden im Cup können die Young Boys ihre Saisonziele kaum erreichenin der Super League ist noch nicht einmal Halbzeit, da kann viel passieren. Aber klar: An die Meisterschaft zu denken, wäre falsch und respektlos gegenüber dem FC Basel. Wir müssen wieder aufstehen, die Niederlage gegen den FCZ war hart. Das tut sehr weh, wir hatten hohe Ziele.

Ihr schöner Dreijahresplan sah bis Sommer 2016 einen Titel vor. Sind Sie eigentlich gescheitert, wenn das nicht klappt? Erstens ist noch lange nicht Sommer 2016. Und zweitens haben wir andere Ziele erreicht, die vielleicht für viele nicht so interessant sind. Wir haben etwa den Nachwuchsbetrieb neu aufgestellt, dem Team ein anderes, jüngeres Gesicht gegeben und uns in der Tabelle in den letzten Jahren verbessert. Wir sind trotz allem auf einem guten Weg.

Wie reagierten eigentlich die Brüder Rihs als YB-Besitzer auf die Niederlage gegen Zürich? Ich habe nach jedem Spiel Kontakt mit ihnen. Sie sind wie wir alle enorm enttäuscht, aber gefasst. Es geht weiter, wir dürfen uns nicht hängen lassen, das wäre fatal. Es gab in den letzten Wochen auch erfreuliche Erkenntnisse und starke Leistungen von uns.

Das YB-Kader ist sehr gross, vor allem, weil das Team nur noch in einem Wettbewerb dabei ist. Was passiert im Winter? Es ist sicher nicht so, dass wir in der Winterpause drei neue Spieler holen, wenn wir bereits 26 Fussballer im Kader haben. Ich denke, es wird Abgänge geben. Das müssen wir in Ruhe anschauen und analysieren.

Die Verträge der wichtigen Stammspieler Alexander Gerndt und Renato Steffen laufen Ende Saison aus. Wann verlängern Sie mit Gerndt, der perfekt ins System Hütters passt? Oder zögern Sie wegen dessen Verletzungsanfälligkeit zuletzt? Wir schauen das in der Winterpause an. Alexander Gerndt ist ein sehr wichtiger Spieler für uns. Wir wollen aber Trainer Adi Hütter die Möglichkeit geben, in dieser Sache mitzureden.

Steffen agiert seit der Länderspielpause, als er für die Schweiz seine ersten Länderspiele bestritt, deutlich schwächer als zuvor. Glauben Sie, seine ungewisse Zukunft belaste ihn? Das ist gut möglich, ich weiss es nicht. Seine Berater haben es bisher abgelehnt, den Vertrag bei uns zu verlängern, das ist schade, weil es für Steffen das Beste wäre, noch bei YB zu bleiben. Ich hoffe, er wird gut beraten. Im Winter muss eine Entscheidung fallen. Wir können es uns nicht leisten, einen so wertvollen Spieler Ende Saison ablösefrei zu verlieren.

Und was ist eigentlich mit Ihrem Vertrag, der im nächsten Sommer ebenfalls endet? Zuletzt gab es andere Probleme zu lösen. Ich glaube nicht, dass es Schwierigkeiten geben wird. Mir gefällt es bei YB, unsere Arbeit ist nicht zu Ende.

Berner Zeitung

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