Fortuna-Fans können nur mit Ausweis pinkeln

Düsseldorf-Anhänger müssen in Freiburg ihren Ausweis abgeben, wenn sie aufs WC wollen. So soll Sachbeschädigungen der Riegel geschoben werden.

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Im Vorfeld des Gastspiels gegen den SC Freiburg in der zweitletzten Bundesliga-Runde sorgt Fortuna Düsseldorf über Deutschlands Grenzen hinaus für Schlagzeilen. Denn der Tabellenzehnte versucht mit einer aussergewöhnlichen Massnahme seine Anhänger zu erziehen. Weil im Verlauf der laufenden Saison bei mehreren Auswärtsspielen die Toiletten im Gästebereich teils massiv beschädigt worden waren, müssen die Anhänger des letztjährigen Aufsteigers im Schwarzwaldstadion nun vor jedem Gang aufs WC einen Ausweis als Pfand hinterlegen.

Auf der Fortuna-Homepage werden die Fans entsprechend informiert. «Die Fortuna bittet um Verständnis dafür, dass aus diesem Anlass beim Betreten der Toiletten von jeder einzelnen Person ein Lichtbildausweis bei den am Eingang stehenden Fortuna-Ordnern abgegeben werden soll», schreibt der Club.

In München, Gladbach, Wolfsburg und Mainz hatten Düsseldorf-Anhänger auf den Gästetoiletten unschöne Spuren hinterlassen, aber nicht in der Kloschüssel, sondern an den sanitären Anlagen. Gemäss deutschen Medien wurden Siphons abgetreten und sogar ganze Toiletten herausgerissen. Die betroffenen Vereine stellten die Schäden in Höhe vierstelliger Summen dem Club aus Nordrhein-Westfalen in Rechnung. Das soll in Zukunft nicht mehr vorkommen.

Fans haben um Lösung gebeten

Fortunas Organisiationschef Sven Mühlenbeck rechtfertigt die besondere Aktion gegenüber Medien: «Wir versuchen durch diese Massnahme die Sache in den Griff zu bekommen.» Die Düsseldorf-Fans haben sogar selber darum gebeten, dass sich der Club dem Problem der Toilettensituation annehmen soll. Laut der Fortuna beschwerten sich Fans in der Vergangenheit immer wieder über teilweise chaotische Zustände auf den Toiletten – vor allem, weil zu viele Personen gleichzeitig austreten wollten.

Damit es nun beim WC-Eingang nicht zum Chaos kommt und keine Persönlichkeitsrechte verletzt werden, müssen die Fans nicht ihren Personalausweis abgeben. Offenbar reicht irgendein Lichtbildausweis (z.B. ID-Karte oder Führerschein) für den Einlass. Laut «Bild» sollen die Ordner nur aufpassen, dass die Toiletten nicht überfüllt sind. So soll die Aktion nicht in die Hose gehen.

YB sucht Dialog, wenn es soweit kommt

Auch in der Schweiz kommt es vor, während und nach Fussballspielen immer wieder zu Sachbeschädigungen. Stefan Stauffiger von der YB-Medienstelle bestätigt: «Wir haben ab und zu Sachbeschädigungen an den Toiletten im Gästeblock. Bei grösseren Beschädigungen suchen wir über den Gastclub den Dialog mit dessen Anhängern.» In Bern sind sie «gespannt, ob sich die Massnahme in Freiburg auszahlen wird».

Beim FC Zürich hingegen sind «Sachbeschädigungen in Sanitäranlagen bei Heimspielen kein grosses Thema», hält FCZ-Kommunikationsleiter Finn Sulzer fest. Allerdings ist davon auszugehen, dass es vereinzelt doch zu solchen kommt. Und der FC Basel gibt sich in dieser Angelegenheit zugeknöpft. «Über derartige Vorfälle und Massnahmen im Sicherheitsbereich geben wir keine Auskünfte», teilt FCB-Medienchef Simon Walter lediglich mit.

Dass in der Schweiz Ordner im Sektor der Gäste vor dem WC-Eingang von den Fans einen Ausweis verlangen, scheint jedenfalls absolut undenkbar. Der Personalaufwand wäre schlicht zu gross und kostspielig.

ddu

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