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Flugzeug ohne Flügel

Breitenrain hat in der Promotion League zum ersten Mal in dieser Saison ein Heimspiel verloren. Beim 1:2 gegen Brühl St. Gallen zeigte sich, dass derzeit die offensive Durchschlagskraft fehlt.

Anto Franjic kommt einen Schritt zu spät.
Anto Franjic kommt einen Schritt zu spät.
Manuel Zingg

Auf die imposante Serie war man stolz beim FC Breitenrain: Keine Niederlage hatten die Stadtberner in der Promotion League in dieser Saison auf eigenem Terrain kassiert – bis zur Partie am letzten Samstag. Samel Sabanovic von Brühl St. Gallen beendete die Ungeschlagenheit des Quartiervereins auf dem Kunstrasen in der Nachspielzeit.

Sabanovic nutzte eine Unaufmerksamkeit in Breitenrains Abwehr aus, buchte kaltblütig das späte 2:1 für die Ostschweizer. «Es ist schon schade, dass die Serie der Ungeschlagenheit nun gerissen ist», sagte FCB-Mittelfeldspieler Eric Briner nach Spielschluss.

Kein Druck auf den Seiten

Der ehemalige YB-Junior Briner war einer der stärksten Berner Akteure an diesem frühsommerlichen Nachmittag im Nordquartier. Er zog im Mittelfeld gekonnt die Fäden, spielte viele einfache, aber effektive Pässe – Briner erinnert in seiner simplen Spielweise an den Deutschen Toni Kroos. Verhindern konnte der 22-Jährige, dessen Vertrag Ende Saison ausläuft, die erste Heimniederlage des FCB indes auch nicht.

Topskorer Anto Franjic (21.) hatte die Gastgeber aus kurzer Distanz zwar noch mit 1:0 in Führung geschossen, doch schon im Verlauf der ersten Halbzeit kam Brühl immer besser ins Spiel. Nach der Pause gelang den St. Gallern per Kopftor der schnelle Ausgleich (49.), welcher die Akteure von Breitenrain jedoch endlich wieder etwas zu wecken schien. «Nach dem Ausgleich kamen wir wieder besser ins Spiel, schade verpassten wir danach die Führung», erklärte Briner.

Tatsächlich waren die Berner bemüht, es mangelte jedoch trotz ein, zwei Chancen an offensiver Durchschlagskraft. Vor allem über die Flügel generierte der FCB praktisch keinen Druck, Mittelstürmer Franjic erhielt kaum je Support von den Mitspielern. Der Grund liegt auf der Hand: In der Winterpause verliessen mit Henry Acosta (zu Oberwallis Naters) und Roberto Zingarelli (zu La Chaux-de-Fonds) zwei ausge­bildete Flügelflitzer den Verein.

Und unlängst verletzte sich mit dem formstarken Enes Ciftci ein weiterer Akteur, welcher in den Couloirs für Druck sorgen könnte. Und so griff der FCB zuletzt öfters mit gelernten Aussenverteidigern über die Flügel an – mit dem Resultat, dass beinahe keine Treffer mehr über die Seiten vorbereitet werden. «Wir tun uns schwerer als in der Vorrunde, zu Chancen zu kommen. Das hat sicher auch mit der fehlenden Po­wer auf den Seiten zu tun», meinte Mittelfeldspieler Briner, dessen Zukunft im Club noch unklar ist.

Breitenrain muss aufpassen, dass man in der Liga nach toller Vorrunde nicht nach hinten durchgereicht wird. «Wir dürfen uns jetzt nicht hängen lassen», sagt Briner. Das FCB-Flugzeug muss irgendwie wieder abheben, auch ohne Flügel.

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