FCZ spielt tor- aber nicht punktelos

Der FC Zürich gastierte in der 11. Runde in Lugano. Die Zürcher liessen viele Chancen ungenutzt. Luzern drehte die Partie gegen Sion. St. Gallen zitterte sich zum Sieg.

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Zum sechsten Mal in Serie kann der FC Zürich gegen den FC Lugano kein Tor erzielen. Der Punktgewinn beim 0:0 im verregneten Südtessin war allerdings nach einer starken kämpferischen Leistung verdient. Dass die Sonnenstube ihrem Namen seit Samstag keinerlei Ehre macht, und der Rasen des Cornaredo dementsprechend schwierig zu bespielen war, hatte am Anfang keine Auswirkungen auf den Offensivplan beider Teams.

Schon in der 6. Minute zwang Mattia Bottani den FCZ-Goalie Yanick Brecher zu einer Fussabwehr, kurz darauf musste sein Tessiner Pendant Novem Baumann nach einem Schuss von Antonio Marchesano erstmals eingreifen. Gepflegte Kombinationen waren aber aufgrund der äusseren Bedingungen schwierig, und so gab es nur wenige echte Tormöglichkeiten.

FCZ-Spielmacher Marchesano hatte auch nach der Pause die ersten beiden Top-Chancen, verfehlte aber das Tor zweimal knapp. Dieses wurde nun von David Da Costa gehütet, der den verletzten Baumann (Finger) ersetzte. Der ehemalige FCZ-Keeper hielt rund eine Viertelstunde vor Schluss mirakulös gegen Simon Sohm. Kurz darauf hatte aber auch der gerade eingewechselte Marco Aratore einen Matchball für die Luganesi auf dem Fuss, sein Distanzschuss aus 25 Metern wurde von der Latte gestoppt.

FC Luzern dreht die Partie gegen Sion

Die Zentralschweizer sind ein Lieblingsgegner des FC Sion. Seit der Einführung der Super League haben die Walliser 23 Mal gegen Luzern gewonnen. Nur gegen Thun siegten sie bisher häufiger. Auch diesmal sah alles nach dem nächsten Dreier der Sittener aus. Nach 19 Minuten traf Seydou Doumbia nach einem Pass in die Tiefe von Lenjani zum 1:0. Aber Referee Adrien Jaccottet wollte eine Offsideposition des Stürmers gesehen haben. Er griff sich ans Ohr und gab dann das Zeichen für «Goal Review». VAR Alain Bieri in Volketswil korrigierte Jaccottet. Der Treffer zählte. Sion ging mit der knappen Führung in die Kabine.

«Wir müssen einfach und direkt spielen. Das wäre die Lösung» sagte Captain Pascal Schürpf im Interview zur Abschlussschwäche seines Teams vor der Pause. Die Luzerner nahmen sich die Worte ihres Captains zu Herzen und kamen wie verwandelt aus der Kabine. Ndiaye (50.) und Schulz (52.) boten sich dicke Möglichkeiten zum Ausgleich. Fickentscher-Ersatz Mitryushkin parierte beide Male grossartig. Doch eine Minute später war der Russe gegen Ndiayes Kopfball machtlos. Der Luzerner traf auf eine Flanke von Margiotta zum 1:1.

Nur weitere vier Minuten später kam der Captain zu seinen ersten Saisontreffer. Pascal Schürpf (58.) sprang nach einem Eckball am Höchsten und köpfelte zum 2:1 ein. Der Doppelschlag mit Köpfchen brachte die Wende. Francesco Margiotta (72.) erhöhte noch auf 3:1 und sicherte den Luzernern den ersten Sieg gegen Sion seit dem 2. Dezember 2017.

Der FC St.Gallen bestätigt gegen Servette seine Form

Die Partie zwischen Servette und St.Gallen war geprägt von Kampf und hart geführten Duellen. Denn der katastrophale Rasen im Stade de Genève liess kaum einen geordneten Spielaufbau zu. Dass das Momentum auf Seiten der St.Galler lag, war vor allem in den ersten 15 Minuten des Spiels zu erkennen, als die Servette-Verteidiger Sasso (2.) und Rouiller (12.) nach zwei identischen Wüthrich-Freistössen per Kopf scheiterten und Demirovic mit der ersten Chance der Gäste gleich zur Führung traf (7.). Auch die zweite nennenswerte Offensivszene der St.Galler endete mit einem Tor: Erneut war es Demirovic, der nach einem Konter der Gäste eiskalt vollendete (47.).

Die Genfer bewiesen in der Folge Moral und verkürzten in der 59. Minute durch einen herrlichen Schlenzer Tasars auf 1:2. Iapichino traf in der 78. Minute gar zum vermeintlichen Ausgleich. Der Treffer wurde allerdings wegen Offside aberkannt. Die letzten zehn Minuten waren dann ein offener Schlagabtausch: Demirovic verpasste die Entscheidung gleich zwei Mal (85./88.). Auf der Gegenseite bewahrte Goalie Stojanovic nach Imeris Abschluss (87.) die St.Galler vor dem Ausgleich und in der Nachspielzeit traf Rouiller mit seinem Kopfball nur den Pfosten.

Lugano - Zürich 0:0

3007 Zuschauer. - SR Dudic.

Lugano: Baumann (45. Da Costa); Yao, Maric, Daprelà, Obexer (77. Aratore); Vecsei, Sabbatini, Custodio; Bottani (66. Holender), Carlinhos, Gerndt.

Zürich: Brecher; Pa Modou (63. Kololli), Mirlind Kryeziu, Nathan, Rüegg; Domgjoni, Sohm; Tosin, Marchesano, Schönbächler (91. Britto); Ceesay (57. Kramer).

Bemerkungen: Lugano ohne Covilo, Crnigoj, Dalmonte, Lavanchy und Sulmoni (alle verletzt), Zürich ohne Aliu, Charabadse, Hekuran Kryeziu, Winter (verletzt) und Mahi (krank). 71. Pfostenschuss Marchesano. 79. Lattenschuss Aratore. Verwarnungen: 12. Tosin (Schwalbe). 26. Bottani (Foul). 51. Daprelà (Foul). 67. Kramer (Foul). 88. Carlinhos (Foul).

Luzern - Sion 3:1 (0:1)

8593 Zuschauer. - SR Jaccottet.

Tore: 19. Doumbia (Lenjani) 0:1. 53. Ndiaye (Margiotta) 1:1. 58. Schürpf 2:1. 72. Margiotta (Males) 3:1.

Luzern: Müller; Kakabadze, Knezevic, Lucas, Sidler; Ndiaye, Voca, Schulz (58. Grether), Schürpf; Margiotta (84. Matos), Eleke (66. Males).

Sion: Mitryushkin; Maceiras, Ndoye, Abdellaoui, Facchinetti; Song, André, Kasami, Grgic (65. Uldrikis); Lenjani (63. Itaitinga), Doumbia (76. Luan).

Bemerkungen: Luzern ohne Arnold, Burch, Ndenge, Schwegler (alle verletzt), Sion ohne Adão, Fayulu, Khasa, Kouassi, Fickentscher (alle verletzt), Toma, Zock (gesperrt). Verwarnungen: 45.+2 Knezevic (Reklamieren), 90. Abdellaoui (Foul). 93. Ndoye (Foul).

Servette - St. Gallen 1:2 (0:1)

4874 Zuschauer. - SR San.

Tore: 7. Demirovic 0:1. 47. Demirovic (Ruiz) 0:2. 59. Tasar 1:2.

Servette: Frick; Rouiller, Routis, Sasso; Sauthier, Maccoppi (46. Schalk), Cognat (66. Kastriot), Iapichino; Tasar, Wüthrich; Kyei (79. Chagas).

St. Gallen: Stojanovic; Hefti, Stergiou, Letard, Muheim; Görtler (92. Wiss), Quintilla (93. Rüfli), Ruiz; Itten; Babic (65. Fazliji), Demirovic.

Bemerkungen: Servette ohne Stevanovic, Koné, Busset, Lang und Severin (alle verletzt). St. Gallen ohne Guillemenot (gesperrt), Lüchinger, Nuhu (beide verletzt), Vilotic, Costanzo, Kchouk, Fabiano und Kräuchi (alle nicht im Aufgebot). 92. Kopfball von Rouiller an den Pfosten. Verwarnungen: 20. Maccoppi (Foul), 31. Letard (Foul), 41. Sauthier (Foul), 80. Fazliji (Foul), 95. Demirovic (Foul).

mke/ete/kvo

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