FCB-Fans wollen mit selbst gedruckten Tickets an Cupfinal

Die Basler Kurve setzt für den Cupfinal selbst Preise fest und will ohne gültige Karten ans Endspiel reisen.

Am 13. April protestieren die FCB-Fans gegen die Ticketpreise des Cupfinals und auch dagegen, dass im Eintrittspreis bereits die Reise mit speziellen Fan-Zügen inbegriffen ist.

Am 13. April protestieren die FCB-Fans gegen die Ticketpreise des Cupfinals und auch dagegen, dass im Eintrittspreis bereits die Reise mit speziellen Fan-Zügen inbegriffen ist.

(Bild: Keystone)

Florian Raz@razinger

Das könnte zu einem grossen Knall führen. Und ganz sicher zu ganz vielen Diskussionen. Das wissen auch die Fans des FC Basel, die vor dem Cupfinal zu einer Protestaktion aufrufen, wie sie das Endspiel des K.-o.-Wettbewerbs noch nicht gesehen hat. «Wir werden mit unserer Aktion viele Leute vor den Kopf stossen», schreibt die Muttenzerkurve auf ihrer Website, «aber manchmal braucht es genau das, damit etwas in Bewegung kommt.»

Die Basler wollen für den Cupfinal gegen den FC Thun eigene Billette im Retrolook drucken und verkaufen. Die Preise legen sie selbst auf 40 und 25 Franken fest. Mit diesen Fantasietickets wollen sie für das Endspiel nach Bern fahren. Individuell – und nicht in den Extrazügen, deren Benutzung im Kauf eines originalen Finaltickets mit einbegriffen wäre.

Schliesslich soll das eingenommene Geld vor dem Stade de Suisse dem Verband übergeben werden. In der Hoffnung, dass dieser danach den Fans den Zutritt ins Stadion erlaubt. «Wir geben uns zuversichtlich, dass dann vor Ort, oder vielleicht schon im Vorfeld, eine Lösung gefunden wird», steht auf der Website.

Damit setzen die Basler den Protest gegen die ihrer Meinung nach überhöhten Eintrittspreise des Cupfinals fort. An diesem beteiligten sich vor den Halbfinalspielen die Kurven aller vier noch im Wettbewerb verbliebenen Clubs aus Basel, Luzern, Thun und Zürich.

Die Ultras stören sich auch daran, dass die Fahrt mit dem Extrazug an den Cupfinal bereits in den Ticketpreis einberechnet wurde. Zwar reisen die meisten Kurvengänger jeweils mit Fanzügen zu den Auswärtsspielen in Liga und Cup. Das allerdings freiwillig. Zugbillett und Eintrittsticket werden separat bezahlt.

Der Verband verlangt am Cupfinal für ein Ticket in der Fankurve 50 Franken. Auf den Tribünen kosten die Plätze zwischen 100 und 120 Franken. In einem Block auf der Gegentribüne kommen Kinder in Begleitung eines Elternteils für 30 Franken ins Stadion.

Verband rechnet mit roten Zahlen

Am Freitagmorgen befasste sich der SFV mit der Idee der Basler Fans. Am Nachmittag teilte er mit: «Der Schweizerische Fussballverband (SFV) nimmt von der Aktion der Muttenzerkurve Kenntnis. Der SFV ist dabei, mit allen involvierten Parteien Gespräche zu führen und Abklärungen zu treffen, insbesondere mit den Behörden der Stadt Bern, welche die Bewilligung für die Durchführung des Cupfinals erteilt.»

Der SFV hat sich nach den ersten Protesten schriftlich mit den vier Kurven in Verbindung gesetzt. Er stellt sich auf die Position, dass er die Karten nicht günstiger abgeben kann. Schon jetzt geht der SFV davon aus, dass er mit dem Finalspiel ein leichtes Minus einfahren wird.

Der Verband rechnet damit, dass ihn alleine die Sicherheit im und um das Stadion rund 600'000 Franken kosten wird. Dazu kommen 200'000 Franken für die Extrazüge, die er auf Druck der Stadt Bern anbieten muss.

Die Muttenzerkurve ihrerseits streitet nicht ab, dass die Ultras in der Schweiz an dieser Entwicklung eine Mitschuld tragen: «Der Verband ist aufgrund der Auflagen der Berner Behörden in der Zwickmühle, und wir sind auch mitverantwortlich für die Sicherheitskosten.»

Von ihrem Protest aber bringt diese Einsicht die Fans nicht ab.

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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