Fast wie Champions League

Mit bald 37 erlebt Nelson Ferreira mit dem FC Thun einen späten Höhepunkt in seiner Karriere.

Voller Einsatz: Nelson Ferreira (rechts).

Voller Einsatz: Nelson Ferreira (rechts).

(Bild: Urs Flüeler/Keystone)

Fabian Ruch

Als die ausgedehnten Feierlichkeiten mit dem Anhang zu Ende sind, laufen die Thuner Fussballer glückselig in die Kabine. Sie strahlen, manch einer schreit noch einmal freudig, und es ist Nelson Ferreira, der die passenden Worte für die prächtige Stimmung findet: «Wir haben Geschichte geschrieben.» Er sagt diesen Satz mehrmals, fast schon andächtig, ganz so irgendwie, als ob er sich selber immer wieder vergewissern muss, was sich soeben ereignet hat.

Der FC Thun steht dank des 1:0-Sieges in Luzern im Cupfinal, zum zweiten Mal in der 121-jährigen Vereinsgeschichte, in der Ferreira manches märchenhafte Kapitel mitgeschrieben hat. Der Portugiese aus Interlaken kämpfte sich, Jahrzehnte ist das her, in die erste Mannschaft Thuns, das war in der damaligen Nationalliga B, später bestritt er die Champions League mit den kleinen Thunern gegen die kontinentalen Grössen, und nun steht er am späten Dienstagabend in den Katakomben der Swissporarena und sagt: «Das ist einer der schönsten Momente meiner Karriere.»

«Das ist einer der schönsten Momente meiner Karriere.»Nelson Ferreira

Einmal verliess Ferreira das Berner Oberland, das war vor 11 Jahren, er absolvierte danach vier Saisons mit dem FC Luzern, dem gestrigen Gegner, aber längst ist er Mister FC Thun: treu und fleissig und zuverlässig. Im Halbfinal startet Ferreira, in dieser Spielzeit nicht mehr Stammkraft, am rechten Flügel, nach der Verletzung von Sven Joss rückt er noch vor der Pause auf die linke Verteidigerposition. Der Routinier arbeitet auch dort hart und gewissenhaft, selbst wenn es vor allem gegen das grosse, dribbelstarke Talent Ruben Vargas nicht immer einfach ist. «Ich habe schon oft Aussenverteidiger gespielt», sagt Ferreira.

Das grosse Versprechen

Für Nelson Ferreira wird der Cupfinal am 19. Mai ein später Höhepunkt in seiner langen, faszinierenden Karriere. Er sagt, das fühle sich fast ein wenig wie Champions League an. Eine Woche nach dem Endspiel wird er 37, ob er weiterspielt, ist noch offen, zumindest ist die Öffentlichkeit noch nicht darüber informiert worden. «Es folgen noch viele wichtige Spiele für uns in dieser Saison», sagt Ferreira, «das nächste am Samstag wieder hier in Luzern.»

In der Liga geht es für den FC Thun ja darum, Rang 3 zu verteidigen – und im Final im Stade de Suisse kann Nelson Ferreira sein Versprechen in die Tat umsetzen. Er hat ja seinem Trainer Marc Schneider gesagt, er beende die Karriere nicht, bevor er den Schweizer Cup gewonnen habe.

Berner Zeitung

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