Es liegt vor allem an YB, dass diese Saison spannender wird

Sportredaktor Fabian Ruch zur Rolle der Young Boys in der kommenden Super-League-Saison.

Wie oft kann YB in dieser Saison jubeln?

Wie oft kann YB in dieser Saison jubeln? Bild: Keystone

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Am Samstag startet die Super-League-Saison mit dem Gipfeltreffen zwischen YB und Basel. Einiges spricht dafür, dass es eine bessere attraktivere, spannendere Spielzeit wird – in erster Linie der Aufstieg des Traditionsklubs Zürich, der in die Super League gehört und das in der Fussballschweiz ungeliebte Vaduz ersetzt.

In Basel wird mal wieder ein gröberer personeller Umbruch vollzogen. Er betrifft für einmal nicht das Kader, sondern die Vereinsführung, wo die Erfolgsgaranten, Präsident Bernhard Heusler und Sportchef Georg Heitz, durch die unerfahrenen Bernhard Bur­gener und Marco Streller abgelöst werden.

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Kann YB dem FC Basel diese Saison Paroli bieten?





Der erfolgreiche Trainer Urs Fischer war dem FCB nicht mehr genehm, mit Raphael Wicky steht ein junger Coach in der Verantwortung, der nie in der Super League gearbeitet hat. Trotzdem kann sich Basel mit seinem brillant besetzten Team nur selber stoppen. Ob die neue Saison an der Spitze interessanter wird, liegt vor allem an YB. Im Stade de Suisse ist in den letzten Monaten vorzüglich gearbeitet worden, unter Sportchef Christoph Spycher wurde das Team günstiger, jünger, dynamischer.

Man darf YB zutrauen, den Rückstand auf den FCB zu verkleinern. Wenn es weiter keine Verletzten gibt. Wenn die vielen entwicklungsfähigen Akteure ihr Versprechen einlösen.

Wenn Torjäger Guillaume Hoarau weiter fleissig trifft (und nicht wie meistens monatelang verletzt ausfällt). Wenn der junge Torhüter David von Ballmoos der Aufgabe bei einem Topteam gewachsen ist. Und wenn die Innenverteidiger beweisen, gut genug für die YB-Ansprüche zu sein.

Es ist zwar ziemlich fragwürdig, mit YB - Basel die reizvollste Affiche der Liga gleich am ersten Spieltag anzusetzen. Aber so könnten die Young Boys die Saison immerhin mit einem Heimsieg prächtig lancieren. Vielleicht wird der Meister dann nicht bereits in der Winterpause mehr oder weniger feststehen. Den anderen Teams ist es nicht zuzutrauen, in den Titelkampf einzugreifen.

Sion ist zwar Sion und hat erneut jede Menge starker Einzelspieler geholt, unter anderen mit Reto Ziegler und Ve­roljub Salatic aber auch zwei Leaderfiguren verloren. Die Frage ist ohnehin, wie viel Geduld der umtriebige Präsident Christian Constantin mit dem neuen Trainer Paolo Tramezzani, der Lugano zuletzt in wenigen Monaten vom Tabellenende auf Rang 3 führte, besitzt.

Die Traditionsklubs GC, St. Gallen und Luzern plagen sich mit wirtschaftlichen und sportlichen, strukturellen und personellen Problemen herum. Grosse Sprünge werden ihnen eher nicht gelingen. Für Aufsteiger Zürich mit Trainer Uli Forte liegt eine Top-4-Platzierung drin.

Eine Wundertüte stellt Lugano dar, nach der Qualifikation für die Europa League verlor der Klub den Erfolgstrainer und die besten Fussballer wie Ezgjan Alioski (zu Leeds) und Armando Sadiku (zu Legia Warschau). Lugano muss sich nach hinten orientieren, und für Lausanne geht es vom 1. Spieltag an gegen den Abstieg.

Der FC Thun schliesslich ist mal wieder schwierig einzuschätzen. Man tendiert ja dazu, die Thuner stets zu den ersten Abstiegskandidaten zu zählen. Auch in diesem Sommer verliessen mit Marco Bürki und Christian Fassnacht zwei Leistungsträger das Team, beide gingen zu YB, zudem steht mit Marc Schneider ein unerfahrener Coach an der Seitenlinie.

Sportchef Andres Gerber arbeitet im ruhigen Oberland aber ausgezeichnet, und so würde es keineswegs überraschen, sollten die Thuner eine sorgenfreie Saison erleben. Zumindest sportlich. Ob die finanziellen Probleme nach der jüngsten Spendenaktion gelöst sind, bleibt abzuwarten. Intern träumen die Thuner von Rang 4. Das ist nicht unrealistisch in einer Liga, in der Lugano Dritter wurde.

Hinter den Kulissen wird derweil akribisch und unter Einbindung aller Anspruchsgruppen ein neuer Modus gesucht. In Betracht gezogen werden zwölf Teams, die Rückkehr des Strichs, eine Finalrunde, Playoffs oder ganz spezielle Formate, um die Spannung bezüglich Meisterkampf, Europacup, Abstieg künstlich zu vergrössern.

So eine Best-of-3-Finalserie zwischen Basel und YB wäre ungewöhnlich, hätte aber ihren Reiz. Wichtig ist vorerst, dass sich alle Teams zutrauen, den FCB zu schlagen. Letzte Saison verlor der Branchenprimus nur zweimal – jeweils in Bern. Ändert sich das nicht, kann die Liga gleich, wie Spötter fordern, Basel mit 20 Punkten Minus in die Saison steigen lassen.

fabian.ruch@bernerzeitung.ch (Berner Zeitung)

Erstellt: 17.07.2017, 12:33 Uhr

Sportredaktor Fabian Ruch. (Bild: Andreas Blatter)

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