«Es bricht mir das Herz» – Streller tritt zurück

Nach den Wirrungen um die Trainerfrage zieht Marco Streller die Konsequenzen.

Schnelles Ende: Marco Streller ist nicht mehr Sportchef des FC Basel.

Schnelles Ende: Marco Streller ist nicht mehr Sportchef des FC Basel.

(Bild: Keystone)

Marco Streller hat den FCB über seinen Rücktritt informiert. In einem Communiqué der Basler wird der abtretende Sportchef wie folgt zitiert: «Nach reiflicher Überlegung und im Interesse des Clubs, der Mannschaft und des Trainers habe ich mich zu diesem Schritt entschlossen. Der FCB ist und bleibt für mich eine Herzensangelegenheit.»

Von der Mannschaft verabschiedete sich Streller etwas emotionaler via SMS. Der «Blick», dem die Nachricht offenbar zugespielt wurde, veröffentlichte sie im exakten Wortlaut: «Es bricht mir s’Herz, euch mitzteile, dass ich per sofort als Sportdirektor zruggträtt… es sind 2-3 Sache passiert, won ich nit chan akzeptiere…. ich dank euch für die letschte zwei joor ihr sind tief in mim Herz. Bitte holet dä Chübel zrugg nach Basel. Ich bin in Gedanke bi euch… Liebe Gruess.»

Streller wurde kürzlich als Verwaltungsrat der FC Basel 1893 AG sowie als Vorstandsmitglied des Vereins FC Basel 1893 bestätigt. Diese Ämter wird er laut Mitteilung weiterhin ausüben. VR-Präsident Bernhard Burgener wird wie folgt zitiert: «Wir verlieren mit Marco Streller einen leidenschaftlichen und erfolgreichen Sportchef.»

Über die Nachfolge Strellers will der FC Basel nächste Woche informieren.

Als die Verhandlung mit Rahmen stoppte

Erste Gerüchte, dass Streller den Hut nehmen könnte, waren bereits am Freitagmorgen aufgetaucht. Seit Tagen hüllte man sich in Basel in Schweigen bezüglich Trainer für die Saison 2019/20. Es war erwartet worden, dass Marcel Koller trotz weiterlaufendem Vertrag nicht mehr in Basel erwünscht sein würde, da es zwischen ihm und Streller schon seit längerem zu atmosphärischen Störungen gekommen war.

Dass Koller nun offenbar doch bleiben soll, dürfte den Ausschlag für Strellers Rücktritt gegeben haben. Eine weitere Zusammenarbeit zwischen den beiden wäre kaum möglich gewesen nach all den Vorfällen in den letzten Tagen. Der FCB und Streller hatten bereits mit Patrick Rahmen als Nachfolger verhandelt. Der gebürtige Basler trainiert derzeit den Challenge-League-Club Aarau. Wie die NZZ am Freitagmorgen indes meldete, sind die Verhandlungen gescheitert, Rahmen wird in Aarau bleiben.

Koller war Anfang August 2018 verpflichtet worden als Nachfolger des eine Woche zuvor entlassenen Raphael Wicky. Nun, keine 12 Monate später, wurden Koller intern offenbar veraltete Trainingsmethoden sowie zu wenig attraktiver Offensivfussball vorgeworfen.

Die Resultate sprachen zumindest zuletzt aber nicht gegen Koller: Von den letzten 21 Wettbewerbsspielen ging nur eines verloren, es war ein 1:3 bei den Young Boys. Ansonsten spielte der FCB in Meisterschaft und Cup 15 Siege und 5 Unentschieden ein und sorgte mit dem Sieg im Cupfinal gegen Thun für einen versöhnlichen Abschluss des Fussballjahres.

red

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