Energielos in die Niederlage

Vier Tage nach dem Cupfinaleinzug in Luzern enttäuscht Thun beim FCL schwer und verliert 1:3.

Diesmal ohne Chance in Luzern: Der FC Thun und Marvin Spielmann enttäuschen am Samstag.

Diesmal ohne Chance in Luzern: Der FC Thun und Marvin Spielmann enttäuschen am Samstag.

(Bild: Martin Meienberger/Freshfocus)

Wenn ein Trainer einen Doppelwechsel vornimmt, ist das meistens ein Zeichen dafür, dass es nicht läuft. Wenn dies schon in der Pause geschieht, kann man erst recht von dieser Tatsache ausgehen. Und wenn es bereits die Wechsel Nummer zwei und drei sind, muss ganz vieles im Argen liegen.

«Leistung war jenseits»

Nun, Thun-Coach Marc Schneider hatte vor der Pause schon Kenan Faktic für den verletzten Basil Stillhart gebracht, nun wechselte er Matteo Tosetti und Marvin Spielmann für Kevin Bigler und Dominik Schwizer ein. Und seine Spieler konnten wohl von Glück reden, dass sein Kontingent damit erschöpft war. «Unsere Leistung in der ersten Halbzeit war jenseits», kommentierte der Trainer nach Spielschluss mit ernster Miene. Die Frage beschäftigte ihn, weshalb Thun nicht imstande war, Luzern auch in der Meisterschaft Paroli zu bieten. Vier Tage nachdem an selber Stätte der Cupfinaleinzug zwar nicht mit einer Gala, aber mit einer kämpferisch einwandfreien Darbietung gelungen war.

Jetzt musste sich Schneider in den Katakomben der Swisspor-Arena erklären, weshalb sein Team nicht ansatzweise in der Lage gewesen war, diese Leistung zu wiederholen. Wer die Thuner am Samstag das erste Mal gesehen hätte, wäre nie darauf gekommen, dass sich dieses Team einige Tage zuvor für den Final eines K.-o.-Wettbewerbs qualifiziert hatte, wo Kampfbereitschaft, Leidenschaft und Wille oft höher gewichtet werden als Technik. «Ich kann mir diese Unterschiede nicht erklären», sagte Schneider.

2:0 stand es zur Halbzeit für die Luzerner, die aus Anlass des 30-Jahr-Jubiläums des einzigen Meistertitels in Retroshirts angetreten waren. Und das Zwischenresultat war noch das Beste für die Thuner. Gut, da war die eine Chance, als Grégory Karlen einen Treffer von Dejan Sorgic zunichtemachte, weil seine Position zu Recht als aktiv gewertet wurde. Das war aber auch alles.

Gefährlich wurde es sonst nur vor Guillaume Faivre. Den ersten Ball musste er nach 28 Sekunden behändigen, in der 3. Minute kapitulierte er zum ersten Mal. Einer der weiten Einwürfe von Christian Schwegler, mit «fiesem» Effet versehen, flog in den Strafraum und landete schliesslich bei Roy Gelmi, der ihn ins eigene Tor beförderte – ausgerechnet Gelmi also, der am Dienstag noch auf der anderen Seite getroffen und Thun damit in den Cupfinal geführt hatte. Nach 35 Minuten erhöhte Pascal Schürpf. Der Basler Schlaks, nicht immer elegant, dafür aber effizient und ein Vorbild an Einsatzbereitschaft, ist Publikumsliebling der Innerschweizer.

Hediger fehlt überall

Solche Leidenschaft wie die Luzerner legen auch die Thuner oft an den Tag, diesmal fehlte sie bei garstiger Witterung völlig. Natürlich, ein Vorkämpfer wie Dennis Hediger ist unersetzbar, mit seiner Bereitschaft, in jeder Situation vollen Körpereinsatz zu geben. Zehn sieglose Partien in Serie mit nur fünf Punkten, das wäre mit dem Captain undenkbar gewesen. Zumindest ohne dass er seine Kollegen vehement an ihr Berufsethos erinnert hätte. Die Mängel im Aufbau- und Passspiel können aber nicht mit seiner Absenz erklärt werden.

In der zweiten Halbzeit war eine Steigerung zu erkennen, und Spielmann brachte schon früh die Hoffnung zurück. Sein Treffer war allerdings wohl irregulär, da der Ball vor Karlens Rückpass die Grundlinie bereits überschritten hatte. «Wir waren danach einige Male nahe am 2:2», sagte Schneider, extrem gefährlich wurde es vor David Zibung aber nur selten. Blessing Eleke erzielte dann drei Minuten vor Spielende mit einem weiteren Konter das Schlussresultat.

Nun droht Abstiegskampf

Sieben Punkte beträgt der Vorsprung der Thuner auf den Barrage-Platz von Xamax fünf Runden vor Saisonende noch. Marc Schneider weiss aber, dass eine gewaltige Steigerung in den nächsten Heimspielen gegen die Neuenburger und gegen Lugano nötig ist, damit sich die Negativtendenz nicht weiter ausbreitet: «Vielleicht haben wir genau das gebraucht. Wir müssen jetzt unbedingt mehr investieren und intensiver arbeiten.»

Berner Zeitung

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