Einmal Ingolstadt retour

Das U-21-Nationalteam hat mit Berner Protagonisten die EM-Qualifikationspartie gegen Kasachstan in Biel 3:0 gewonnen. Florent Hadergjonaj kehrte nach seinem Wechsel in die Bundesliga zu Ingolstadt erstmals in die Heimat zurück.

Zurück im Kreis der Freunde: Florent Hadergjonaj (Nummer 2) bejubelt mit Michael Frey und Denis Zakaria (beide links) das 1:0 von Salim Khelifi.

Zurück im Kreis der Freunde: Florent Hadergjonaj (Nummer 2) bejubelt mit Michael Frey und Denis Zakaria (beide links) das 1:0 von Salim Khelifi.

(Bild: Keystone)

Dominic Wuillemin

Es ist ein Beleg für die gute Nachwuchsarbeit der Young Boys. Im vergangenen Mai wurden sie wie schon im Vorjahr mit der U-21-Trophy ausgezeichnet. Sie hatten während der Saison Spielern mit Juniorenstatus die meiste Einsatzzeit gewährt. Ein anderer Nachweis für die starke Talentförderung sind jeweils die Auftritte des U-21-Nationalteams. Zuweilen waren in den letzten Monaten bis zu sieben YB-Akteure aufgeboten worden, die grosse Mehrheit von ihnen als Stammkräfte.

Es ist ein Wert, den die Young Boys beim gestrigen EM-Qualifikationsspiel in Biel gegen Kasachstan zwar nicht erreichen konnten. Mit Captain Yvon Mvogo, Denis Zakaria und Michael Frey standen aber dennoch drei Berner in der Startaufstellung. Mittelfeldspieler Leonardo Bertone fehlte gesperrt, der an Winterthur ausgeliehen Torhüter David von Ballmoos sass als dritter Goalie auf der Tribüne. Zudem war ja GC-Stürmer Haris Tabakovic bis letzten Winter von den Young Boys beschäftigt worden.

Und Florent Hadergjonaj wechselte erst Mitte August nach Ingolstadt. «Die Zusammenzüge mit der U-21 sind immer sehr schön», sagt der Rechtsverteidiger. Diesmal aber war die Vorfreude beim Lang­nauer gar noch grösser, schliesslich sah er zum ersten Mal nach seinem Wechsel in die Bundesliga die früheren Teamkollegen.

Hadergjonajs Highlight

Seit zweieinhalb Wochen steht der 22-Jährige nun beim Klub aus Bayern unter Vertrag, mittlerweile hat er eine Wohnung nahe des Stadions gefunden, die Möbel sind bestellt, sobald er wieder in Deutschland ist, wird er mit dem Einrichten beginnen. «Dann werde ich endgültig angekommen sein», sagt er. Im Team fühle er sich bereits wohl. «Wir haben viele junge Spieler. Ich wurde super aufgenommen.»

Beim Bundesligaauftakt vor einer Woche in Hamburg war er auf der Ersatzbank gesessen. Ein Highlight sei es gewesen, sagt Hadergjonaj. «50 000 Zuschauer, eine Riesenstimmung.» Jetzt hofft er, sehr bald seine Premiere erleben zu dürfen. Nächste Woche empfängt Ingolstadt die Hertha aus Berlin, eine Woche später steht bereits das Auswärtsspiel bei Bayern München an. Für Hadergjonaj folgt derzeit Höhepunkt auf Höhepunkt.

Der gestrige 3:0-Sieg gegen Kasachstan in der Tissot-Arena vor nur 446 Zuschauern war dagegen eine Pflichtübung. Der Rechtsverteidiger erlebte in Anwesenheit der Familie und etlicher Bekannter einen geruhsamen Abend. Die Schweizer hatten zwar Mühe, in die Partie zu finden, dank Toren von Salim Khelifi (Braunschweig) und Martin Angha (St. Gallen) führten sie bis zur Pause dennoch 2:0. Nach dem Seitenwechsel traf Edimilson Fernandes, der kürzlich von Sion nach London zu West Ham gewechselt hat, herrlich zum Endstand.

Das Team von Heinz Moser hat nun mit 11 Punkten zu den Engländern an der Tabellenspitze aufgeschlossen. Im zweitletzten Gruppenspiel treffen die Schweizer am Dienstag in Bosnien auf das Schlusslicht, zum Abschluss der EM-Qualifikation treten sie dann Anfang Oktober bei den drittplatzierten Norwegern an. «Das Ziel ist klar: Wir wollen jedes Spiel gewinnen», sagt Florent Hadergjonaj. Zumindest die deutsche Mentalität scheint er sich schon angeeignet zu haben.

Berner Zeitung

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