Eine Titelverteidigung – viele offene Fragen

Die Young Boys bleiben am Burkhalter-Cup ungeschlagen. Marvin Spielmann und Vincent Sierro überzeugen bei ihrem Debüt für den Meister.

Vincent Sierro feiert ein gelungenes Debüt bei YB.

Vincent Sierro feiert ein gelungenes Debüt bei YB.

(Bild: Urs Lindt (Freshfocus))

Simon Scheidegger@theSimon_S

Um 20.56 Uhr ist sie Tatsache, die erste Titelverteidigung der Young Boys in dieser Saison. Zum zweiten Mal in Folge gewinnt der Meister am Freitagabend den ­traditionellen Burkhalter-Cup auf dem Sportplatz Spitalacker.

Die sportliche Aussagekraft dieses Blitzturniers ist freilich gering, und Antworten bezüglich der Aufstellung, mit der die Berner in einem Monat gegen Servette in die Super-League-Saison und zur neuerlichen Mission Titelverteidigung starten werden, liefern die beiden Kurzauftritte auf dem «Spitz» keine, aber die wurden an diesem sommerlichen Nachmittag auch von keinem der 3200 Zuschauer erwartet. YB-Trainer Gerardo Seoane schickt in den beiden Testspielen gegen Rapperswil und Breitenrain zahlreiche Nachwuchsakteure aus der U-21 und zurückgekehrte Leihspieler aufs Feld.

Die Zuzüge Fabian Lustenberger, Nicolas Bürgy, Vincent Sierro und Marvin Spielmann stehen je 45 Minuten im Einsatz. Dem aus Thun gekommenen Offensivakteur gelingt ein starkes Debüt in Gelb-Schwarz. Gegen den Challenge-League-Absteiger legt der Oltner erst den Treffer von Ulisses Garcia auf, ehe er kurz vor dem Ende sein erstes Tor für die Young Boys erzielt.

Sierros Direktabnahme

Auch dem vom SC Freiburg verpflichteten Sierro glückt der Einstand. Nach seinem sehenswerten Treffer per Direktabnahme im Final gegen Gastgeber Breitenrain geht ein Raunen durch die Zuschauer auf der altehrwürdigen Holztribüne. «Ich bin sehr glücklich, hier zu sein und freue mich auf die nächsten Wochen», sagt der 23-jährige Walliser, der auch als Ballverteiler auffällt und damit in die Rolle desjenigen schlüpft, den er im Aufbau der Berner ersetzen dürfte. Djibril Sow fehlt am Burkhalter-Cup ebenso wie zahlreiche andere Nationalspieler, die nach der langen letzten Saison ein paar Ferientage mehr geniessen, ihren nächsten Karriereschritt planen beziehungsweise wie Roger Assalé am Afrika-Cup im Einsatz stehen.

«Ich erwarte alle Spieler zurück, die nicht einen Transfer machen», sagt Seoane und lässt sich damit nicht in die Karten blicken, was die Kaderplanung angeht. Er habe einige schöne Dinge gesehen in diesen ersten beiden Testspielen, sagt der 40-Jährige, aber trotzdem seien sie nicht mehr als genau das – ein Test, und obwohl die Nachwuchsspieler nun einige Trainings mit der ersten Mannschaft absolviert hätten, blieben sie vorab in der U-21.

Captain noch nicht bestimmt

Viele Fragen werden auf dem Spitalacker also nicht beantwortet, auch die Captainfrage nicht, die sich nach dem Rücktritt von Steve von Bergen stellt. Gegen Rapperswil trägt die orange Binde Guillaume Hoarau, gegen Breitenrain Marco Wölfli. Der französische Topskorer ist sicherlich ein Kandidat, die Nachfolge von Bergens als Spielführer anzutreten. Seoane will sich jedoch erst gegen Ende der Vorbereitung mit dieser Causa beschäftigen. «Wer die Binde trägt, ist nicht so wichtig», sagt er, schliesslich gebe es mehrere Leader im Team, die Verantwortung übernehmen können.

Am Mittwoch bestreitet YB auf dem Weg ins Trainingslager ein Testspiel beim FC Vaduz, in ­Fügen stehen dann in den folgenden neun Tagen Partien gegen Stuttgart und Levski Sofia auf dem Programm.

Berner Zeitung

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt