Eine Saison dazu für «King Kazu»

Auch mit 50 Jahren denkt der japanische Fussballer Kazuyoshi Miura noch nicht daran, seine Schuhe an den Nagel zu hängen.

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Den Ball immer noch fest im Blick: Kazuyoshi Miura. Quelle: weltfussball.com

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Im Januar verlängerte Kazuyoshi Miura seinen Vertrag beim FC Yokohama bis Ende Jahr. Was an und für sich nicht interessieren dürfte, handelt es sich beim Verein doch um einen japanischen Zweitligisten. Aber, und dieses Aber kann nicht stark genug betont werden: In zwei Wochen feiert Miura seinen 50. Geburtstag. Er steigt in seine 32. Saison als Profi. Was gemäss «Spiegel online» Weltrekord bedeutet.

Miura ist der Opa unter den Fussballern, so wird er in seiner Heimat bezeichnet. Mittlerweile ist er «nur» noch Teilzeitkraft, in der vergangenen Spielzeit gelangen ihm aber immerhin zwei Joker-Tore.

In Japan ist er eine riesige Nummer: 1993 wurde der Angreifer zu Asiens Fussballer des Jahres gekürt, 89 Länderspiele hat er bestritten, 55 Tore erzielt. Firmen nutzten den Stürmerstar als Werbefigur für Luxusprodukte, in Tokio lauerten ihm Medien in angesagten Nachtklubs auf.

In Asien gefeiert wie ein Rockstar: «King Kazu». Bild: Keystone

Ein Tamtam wird noch heute um ihn veranstaltet, was auch mit seiner speziellen Geschichte zu tun hat: 1982, mit 15, brach Miura die Schule ab. Mit 700 Franken im Gepäck reiste er allein (!) nach Brasilien. In São Paulo schloss er sich dem FC Santos an, dem Klub seines Idols Pelé. Vier Jahre später debütierte er in der ersten Mannschaft; es folgten Engagements in Italien, Kroatien und Australien, nach seiner Rückkehr war er in der heimischen Liga die dominierende Figur.

Und so war es ein Skandal, wurde er 1998 nicht für die WM in Frankreich berücksichtigt, trotz 6 Toren im Qualifikationsspiel gegen Macau. Im Nationalteam galt Miura als «exzentrischer Brasilianer». Er stritt sich oft mit Trainern, die, wie in Japan üblich, extreme Unterordnung verlangten.

Seinen Panini-Sticker gab es schon, doch nach Frankreich reiste Miura 1998 nicht. Bild: laststicker.com

An den Rücktritt denkt «King Kazu», wie Miura genannt wird, übrigens (noch) nicht. Zu gerne möchte er seinen Rekord als ältester aktiver Fussballprofi ­ausbauen. Wobei er unlängst in einem TV-Interview sagte, er könnte der Vater von jedem seiner Teamkollegen sein. Und dass er wohl mehr Falten im Gesicht habe als sämtliche Mitspieler zusammen. (Berner Zeitung)

Erstellt: 10.02.2017, 11:24 Uhr

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