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Bei YB ist alles eine Frage der Perspektive

Einerseits ist die YB-Bilanz in der ersten Länderspielpause erfreulich. Andererseits haben die Young Boys die FCB-Baisse nicht ausgenutzt.

Viele Abschlüsse, wenig Treffsicherheit: YB (im Bild Roger Assalé) tat sich zuletzt schwer, Tore zu erzielen.
Viele Abschlüsse, wenig Treffsicherheit: YB (im Bild Roger Assalé) tat sich zuletzt schwer, Tore zu erzielen.
Christian Pfander

Endlich Länderspielpause!

So sehen das die Young Boys nach anstrengenden Wochen mit Partien im Drei-oder-Vier-Tage-Rhythmus. Und mit ihrer aktuellen Bilanz wären sie vor dem Saisonstart bestimmt zufrieden gewesen: Rang 2 in der Liga, gleich viele Punkte wie der FCB, Gruppenphase der Europa League erreicht, im Cup weitergekommen.

Erstaunlich wenig Rotation

Wie so oft ist es eine Frage der Perspektive. Nach einem Traumstart gewannen die Young Boys zuletzt fünf Pflichtspiele in Serie in Liga und Europacup nicht, in den ersten vier Partien erzielten sie dabei keinen Treffer. Und aus den ersten drei begeisternden Auftritten in der Super League holten sie neun Punkte – aus den letzten drei wenig überzeugenden gegen Thun, Aufsteiger Zürich und St. Gallen noch zwei.

Zuletzt präsentierte sich YB erheblich schwächer – und schleppte sich in die Länderspielpause. Trainer Adi Hütter rotierte erstaunlich wenig, mehrere Akteure wurden wenig oder gar nicht eingesetzt. Die Young Boys verloren in den letzten 13 Monaten ­jede Menge Substanz im Kader, zuletzt Yoric Ravet (zum SC Freiburg), und sie verpflichteten grösstenteils junge Akteure als Ersatz.

So sieht das Konzept als Ausbildungsklub mit Ambitionen aus. Inkonstanz gehört als Begleiterin dazu. Und immerhin hat YB in den Nachfolger Ravets viel Geld investiert. Altachs Nicolas Brice Moumi Ngamaleu, wie der 23-jährige kamerunische Nationalspieler mit vollem Namen heisst, soll laut Sky Österreich sogar bis zu 3 Millionen Euro kosten.

Die 13 Punkte Vorsprung 2009

Aus YB-Sicht besonders ärgerlich ist die Tatsache, dass die Anfangseuphorie nicht ausgenutzt werden konnte. Die Begeisterungswelle ist abgeflacht, im Herbst wartet eine mühsame Europa-League-Gruppe. Aber wenigstens kündigt sich in der Super League eine spannendere Spielzeit an.

In den letzten drei Jahren waren die Young Boys stets holprig in die Saison gestiegen – und lagen bereits Anfang September hoffnungslos im Hintertreffen gegen Basler Topstarter. Diesmal hat der FCB nicht brilliert. Von dieser unerwarteten Basler Baisse profitierte YB zu wenig. Bis zur Winterpause wird aber nun auch der Serienmeister europäisch gefordert sein (in der Champions League).

Und im Prinzip ist YB in der ­Liga ja trotzdem relativ erfreulich unterwegs, kein Team verzeichnete mehr Torschüsse (37), die 0:4-Niederlage zu Hause gegen Thun jedoch trübt das Bild. Doch in der ersten Tranche der Meisterschaft ist noch keiner Meister geworden. Das wissen auch die Young Boys bestens.

In der ersten von acht Basler Titelsaisons nacheinander lagen sie im Spätsommer 2009 dank eines 2:1-Sieges im St.-Jakob-Park gegen den Rivalen nach acht Spieltagen – und in der ersten Länderspielpause – jene längst legendären 13 Punkte vor dem FCB. Christian Schneuwly schoss damals das Siegtor in der 90. Minute. Am Ende jubelte Basel nach dem 2:0-Erfolg in der Finalissima im Stade de Suisse. Es war der Grundstein zur nationalen Dominanz des FCB – und der Anfang vor allem wirtschaftlich schwieriger YB-Jahre.

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