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Ein Schlag zu viel

Der FCZ verliert gegen YB nicht nur das wichtigste Spiel der Rückrunde, sondern auch noch Captain Chikhaoui durch eine Ohrfeige.

Mit den Nerven am Ende: Yassine Chikhaoui kassiert die Rote Karte, nachdem er Renato Steffen ins Gesicht geschlagen hatte.
Mit den Nerven am Ende: Yassine Chikhaoui kassiert die Rote Karte, nachdem er Renato Steffen ins Gesicht geschlagen hatte.
Keystone
Mitten ins Familienglück: Der Tätlichkeit von Chikhaoui war ein Grabscher von Steffen zwischen die Beine des FCZ-Captains vorausgegangen.
Mitten ins Familienglück: Der Tätlichkeit von Chikhaoui war ein Grabscher von Steffen zwischen die Beine des FCZ-Captains vorausgegangen.
SRF
Doppeltorschütze: Hoarau erzielte das Führungstor und verwertete nach der Pause den Penalty zum 3:0.
Doppeltorschütze: Hoarau erzielte das Führungstor und verwertete nach der Pause den Penalty zum 3:0.
Keystone
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YB-Trainer Uli Forte hatte vor der Partie gegen Zürich vom «wichtigsten Spiel der Saison» gesprochen, berechtigt der zweite Platz am Saisonende doch zur Teilnahme an der Champions-League-Qualifikation. YB drückte von Beginn an dem Spiel den Stempel auf und ging bereits nach zwölf Minuten 1:0 in Führung. Nachdem FCZ-Verteidiger Philippe Koch den Abschlussversuch von Alexander Gerndt auf der Linie noch abwehren konnte, traf der Franzose Guillaume Hoarau im Nachsetzen.

Die Berner liessen auch nach dem Führungstreffer nicht locker und stürmten weiter Richtung Zürcher Tor. Nach präziser Flanke von Gerndt traf Leonardo Bertone nach einer halben Stunde zum 2:0, für die endgültige Entscheidung sorgte in der 57. Minute Hoarau, als er einen von Davide Chiumiento an Renato Steffen verschuldeten Foulpenalty souverän zum 3:0 verwertete.

So stark YB spielte, der FC Zürich bot – zum wiederholten Mal in der Rückrunde - eine desolate Vorstellung. Die Mannschaft von Urs Meier war von der ersten Minute an klar unterlegen und absolut chancenlos. YB's Torhüter Yvon Mvogo musste kaum einmal eingreifen. Höhepunkt des peinlichen Auftritts der Zürcher war der Platzverweis gegen Captain Yassine Chikhaoui. Der Tunesier, der in der Rückrunde wie seine Mannschaft nicht auf Touren kommt, liess sich kurz vor der Pause nach einem Duell mit Steffen zu einer Tätlichkeit hinreissen. Aus den letzten sechs Partien resultierte für die Zürcher nur ein Sieg. Für den FCZ geht es nun in erster Linie darum, den dritten Platz in der Tabelle zu verteidigen.

Spielfilm:

1. Minute: Der FCZ startet den ersten Angriff, der Schuss von Etoundi ist aber zu harmlos. Kaum zu glauben: Es bleibt die einzige Zürcher Torszene.

12. Minute, 1:0: Gerndt steht nach einer sehenswerten Flanke goldrichtig, verpasst den Führungstreffer aber. Dafür steht Hoarau im zur Seite und profitiert vom Durcheinander in der Zürcher Abwehr.

30. Minute, 2:0: Steffen sticht Chikhaoui ins Knie, während der FCZ-Captain an der Seitenlinie gepflegt wird, triff Bertone nach einer perfekten Flanke von Gerndt per Kopf zum 2:0.

45. Minute: Rot gegen Chikhaoui. Der FCZ-Captain schlägt Steffen nach einem Zweikampf ins Gesicht und muss vom Platz. Steffen kassiert Gelb, weil er dem FCZ-Captain zwischen die Bein fasste.

57. Minute, 3:0: Chiumiento hält Steffen im Strafraum zurück – Penalty für YB. Hoarau verwertet souverän zum 3:0.

Herausragend bei YB: Guillaume Hoarau ist bei YB nicht nur der Topskorer, sondern mit seiner Präzenz auf dem Platz auch der grosse Anführer im Team. Der Franzose ist mittlerweile bereits bei zwölf Treffern in der Super League angelangt und liegt damit in der Torschützenliste hinter dem Basler Shkelzen Gashi auf Rang 2.

Herausragend beim FCZ: Keiner. Beim FCZ versagte das Kollektiv während 90 Minuten.

Verlierer des Tages: Yassine Chikhaoui – seit Wochen ausser Form und nun auch noch ein unnötiger Platzverweis gegen YB. Die Rote Karte nach dem Rencontre mit Steffen ist völlig gerechtfertigt, allerdings wurde der Tunesier zuvor vom Berner Mittelfeldspieler am Knie gefoult und später auch noch zwischen den Beinen malträtiert.

Spielwertung: YB legt los wie die Feuerwehr und geht verdient in Führung. Der FCZ ist zu keiner Reaktion fähig und lässt auch beim zweiten Tor leichtfertig übertölpeln. Die Sturmkraft angeführt von Horarau hat sein ganzes Potenzial ausgeschöpft und verdient gewonnen. Beim FCZ ist und bleibt die Abwehr die grösste Baustelle.

Die Stimme zum Spiel:Der Frust war Urs Meier ins Gesicht geschrieben, der FCZ-Trainer konnte seine Wut nur mit viel Mühe kontrollieren und richtete seine Kritik direkt an Chikhaoui. «Wenn der Captain das Schiff verlässt, dann brennt es natürlich irgendwo. Ich kann dieses Verhalten nicht tolerieren. Wir müssen uns das Spiel nun ganz in Ruhe anschauen und genau analysieren.»

Young Boys - Zürich 3:0 (2:0)

18'560 Zuschauer. - SR Klossner. - Tore: 12. Hoarau 1:0. 30. Bertone (Lecjaks) 2:0. 57. Hoarau (Foulpenalty/Foul Chiumiento an Steffen) 3:0.

Young Boys: Mvogo; Hadergjonaj, Vilotic, Von Bergen, Lecjaks; Gajic, Bertone (83. Afum); Steffen (72. Zarate), Gerndt, Nuzzolo; Hoarau (77. Kubo).

Zürich: Da Costa; Philippe Koch, Nef, Kecojevic, Djimsiti; Buff (46. Chiumiento), Kukeli, Kajevic; Schneuwly; Chikhaoui, Etoundi (70. Gavranovic).

Bemerkungen: Young Boys ohne Sanogo, Sutter und Seferi (alle verletzt) sowie Vitkieviez und Von Ballmoos (beide rekonvaleszent), Zürich ohne Raphaël Koch, Schönbächler und Yapi (alle verletzt). 44. Rote Karte gegen Chikhaoui wegen einer Tätlichkeit. Verwarnungen: 21. Kecojevic (Foul). 28. Kukeli (Foul). 45. Steffen (Unsportlichkeit). 57. Chiumiento (Foul). 68. Etoundi (Foul). 90. .Afum (Foul).

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