EA Sports entfernt Ronaldo-Cover von Website

Die Sponsoren des Portugiesen scheinen sich zu distanzieren. Juventus' Tweet zieht einen Shitstorm nach sich.

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Die Vorwürfe sind happig und schlagen grosse Wellen: In einem Hotel in Las Vegas soll Cristiano Ronaldo vor neun Jahren eine Frau vergewaltigt haben. Kathryn Mayorga hat in der deutschen Zeitschrift «Spiegel» erstmals Details preisgegeben. Mittlerweile sind auch Videos aufgetaucht, die die beiden kurz vor dem Vorfall tanzend in einem Nachtclub zeigen.

Die Vorwürfe von Mayorga kratzen an Ronaldos Image, das merken nun offenbar auch seine Sponsoren. Auch EA Sports, für das der Portugiese derzeit als Coverheld von Fifa 19 posiert. «Wir haben die besorgniserregenden Berichte gelesen, die die Vorwürfe gegen Cristiano Ronaldo detailliert beschreiben. Wir beobachten die Situation genau, weil wir von Cover-Sportlern und Botschaftern erwarten, dass sie sich so verhalten, wie es mit den Werten von EA vereinbar ist», schrieb EA.

Kurz nach dem Statement dann der erste Schritt: Das Cover von Ronaldo wurde von der offiziellen Homepage von EA-Sports entfernt. Dort, wo jeweils der Coverheld zu sehen ist, prangt nur noch ein blauer Hintergrund. Anders ist das zum Beispiel bei den Spielen NHL 19, NBA 19 oder Madden 19, wo der Spieler auf dem Cover nach wie vor zu sehen ist.

Auch Nike beobachtet die Situation

EA Sports ist nicht der einzige Sponsor, der sich Gedanken macht. «Wir sind tief besorgt über die verstörenden Anschuldigungen und wir werden die Situation genau verfolgen», schrieb beispielsweise Nike in einem Statement. Beim Sportartikelhersteller steht Ronaldo schon seit 2003 unter Vertrag. Konsequenzen hat Nike bisher keine angekündigt.

Bisher. Denn die Amerikaner haben schon mit einigen berühmten Athleten eine Zusammenarbeit beendet. Im März 2016 beispielsweise liess Nike die Russin Maria Scharapowa fallen, weil sie gedopt hatte. Die Tennisspielerin war damals in einem Achtjahresvertrag mit der Marke mit dem Swoosh. Der Sportgigant nahm seinen Entscheid später zurück.

Weniger glimpflich kam Oscar Pistorius davon. Der südafrikanische Leichtathlet, auch bekannt als Blade Runner, weil ihm beide Unterschenkel amputiert wurden, hat 2013 seine Freundin erschossen. Er wurde zu 15 Jahren Haft verurteilt und wird nicht mehr von Nike gesponsert. Weitere Athleten, die ihren Deal mit Nike verloren, sind unter anderem der Footballer Ray Rice wegen häuslicher Gewalt, der Radfahrer Lance Armstrong wegen Doping und der Boxer Manny Pacquiao wegen homophoben Äusserungen im philippinischen Fernsehen.

Juventus' Tweet und der Shitstorm

Ronaldos Verein Juventus Turin meldete sich derweil auf Twitter. Die Social-Media-Abteilung der Turiner weist auf Ronaldos grosse Professionalität, die bei jedem von Juventus geschätzt werde. Die Vorwürfe seien fast zehn Jahre alt und würden diese Meinung nicht ändern. Zum Abschluss nennt Juve Ronaldo einen grossen Champion. Auch Trainer Massimiliano Allegri bekräftigte dies an einer Pressekonferenz, die eigentlich für das Spiel gegen Udinese gedacht war.

Die Tweets kamen auf der Plattform nicht nur gut an, sie wurden Tausende Male kommentiert und retweetet. Die meisten Kommentare sind negativ, einige Fans distanzieren sich gar von ihrem Club. Andere jedoch bedanken sich dafür, dass Juventus für seinen Spieler einsteht. Die Juventus-Aktie soll derweil an der Börse bereits fünf Prozent verloren haben.

red

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