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Dortmund macht Nazis zum Affen

Mit einem pikanten Werbespot schärft die Borussia die Sinne im Kampf gegen den latenten Rassismus in den Fussballstadien.

Borussia Dortmund, laut Szenekennern ein Club mit wachsender Zahl rechtsextremer Fans, bezieht Stellung gegen Neonazis. Der Zweite der abgelaufenen Bundesligasaison liess ein Video drehen, das er auf seine Website und auf Youtube stellte, dazu die unmissverständliche Botschaft: «In unserem Stadion dulden wir keine rechte Gesinnung.» Kicken in Springerstiefeln, köpfeln mit Baseballschläger – «Nazis und Fussball passen nicht zusammen». Die Hoffnung hinter der Aktion: «Nur zusammen können wir Rassismus und Diskriminierung aus unseren Stadien verbannen.»

Weniger clever agierte in dieser Sache der Deutsche Fussballbund (DFB). Als kürzlich Deutschland in Hamburg ein Freundschaftsspiel gegen Polen bestritt, liess der DFB am Millerntor, der Heimstätte des FC St. Pauli, einen Spruch auf der Tribüne abdecken, der dort seit Jahr und Tag geschrieben steht: «Kein Fussball den Faschisten». St. Pauli mit seiner links geprägten Fanszene gilt als Vorreiter im Kampf gegen den Rassismus. Er wolle keine politischen Parolen bei seinen Spielen, argumentierte der DFB knapp, als der Shitstorm in den sozialen Medien schon nicht mehr zu stoppen war.

Der Skandal in Braunschweig

In vielen deutschen Stadien – und längst nicht nur in Deutschland – keimen Rassismus und Homophobie zunehmend wieder auf. Diverse Fankurven werden von rechtsaussen unterwandert, systematisch teilweise, und die Clubs sind rat- und machtlos. Oder mitschuldig. So wurde beim Bundesligaabsteiger Braunschweig eine Fangruppierung mit Stadionverbot belegt, nachdem sie in einer Broschüre auf den Missstand aufmerksam gemacht hatte und darauf während eines Auswärtsspiels von rechten Hooligans verprügelt wurde. Der Club erklärte anschliessend die Ultragruppierung und nicht etwa die Hooligans als unerwünscht.

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