Diese 24 Schweizer wollen die Bundesliga aufmischen

24 Schweizer spielen diese Saison in der Bundesliga. Das ist ein neuer Rekord. Damit stellt die Schweiz die meisten Legionäre in Deutschlands Eliteliga. Wir beurteilen die Aussichten der Schweizer.

Stehen vor einer wichtigen Saison: Dortmunds Roman Bürki, Berlins Fabian Lustenberger und Wolfsburgs Ricardo Rodriguez (von links).

Stehen vor einer wichtigen Saison: Dortmunds Roman Bürki, Berlins Fabian Lustenberger und Wolfsburgs Ricardo Rodriguez (von links).

(Bild: Keystone)

Fabian Ruch

1. Yann Sommer (27, Gladbach) Einer von sieben Schweizer Torhütern in der Bundesliga – aber nur drei sind Stammkräfte. Der Nationalkeeper ist ein erstklassiger Rückhalt. Gut möglich, dass es Sommers letzte Saison in Gladbach ist und 2017 ein Transfer zu einem absoluten Topklub folgt.

2. Roman Bürki (25, Dortmund) Der Münsinger mit YB-Vergangenheit wechselte letztes Jahr vom beschaulichen Freiburg ins fussballpulsierende Dortmund. Nicht alle BVB-Fans sind restlos überzeugt von Bürki, auch die Medien und der Klub beurteilten die Leistungen des Goalies kon­trovers. Er steht in der Startruppe vor einem entscheidenden Jahr. Es ist ihm zuzutrauen, die Zweifel verstummen zu lassen.

3. Marwin Hitz (28, Augsburg) Der ruhige Keeper ist im Nationalteam wie in unserem Ranking die Nummer 3 hinter Sommer und Bürki. Für viele Experten gilt er wegen seiner umsichtigen Spielweise aber als bester Goalie der Bundesliga hinter Bayerns Manuel Neuer. Hitz wird bei Augsburg wieder viel Arbeit haben.

4. Ricardo Rodriguez (24, Wolfsburg) Nach einer missratenen Saison, beeinflusst durch private Rückschläge wie den Tod seiner Mutter, gelang dem Linksverteidiger kein Transfer zu einem Topklub. Und so muss Rodriguez weiter in der Provinz spielen. Aber Rodriguez wurde vor wenigen Tagen erst 24 Jahre alt. Er dürfte zu alter Stärke zurückfinden – und Wolfsburg 2017 verlassen.

5. Nico Elvedi (19, Gladbach) Im breit besetzten Kader von Gladbach mit guten Chancen auf einen Stammplatz. Der Bündner ist defensiv stark und überzeugt mit gepflegtem Aufbauspiel. Dabei ist das grösste Schweizer Verteidigertalent noch ein Teenager.

6. Fabian Schär (24,Hoffenheim) Überzeugte an der Euro mit hervorragenden Leistungen. Bei Hoffenheim war es Schär letzte Saison deutlich weniger gut ­gelaufen. Der Innenverteidiger wurde auf dem Transfermarkt gehandelt, erhält aber nun beim Ausbildungsklub Hoffenheim noch einmal die Gelegenheit, an seiner Entwicklung zu arbeiten.

7. Johan Djourou (29, HSV) Einer von mehreren Schweizern, die in den letzten Jahren zum Captain aufstiegen. Hamburg hat hohe Ambitionen, Djourou ist gesetzt, agiert aber wechselhaft. Er muss sich stabilisieren, damit er nicht wieder in die Kritik der Hamburger Presse gerät.

8. Breel Embolo (19, Schalke) Die Aussichten des Offensivtalents sind schwierig zu beurteilen. Die Konkurrenz ist stark, doch der 19-Jährige geniesst als teuerster Einkauf der Vereinsgeschichte (über 30 Millionen Franken Ablösesumme) Kredit. Embolo dürfte vorerst Schwierigkeiten mit dem höheren Rhythmus bekunden. Schöpft er sein Potenzial aber aus, kann er sich als Nachfolger des zu Manchester City abgewanderten Leroy Sane etablieren.

9. Haris Seferovic (24, Frankfurt) Nach schwierigen Zeiten will der Stürmer endlich durchstarten. Seferovic arbeitet hart, aber er schiesst zu wenig Tore. Er besitzt die Möglichkeiten, den nächsten Schritt in seiner abwechslungsreichen Karriere zu machen. Dazu muss er sich aber erst mal einen Stammplatz erobern.

10. Fabian Frei (27, Mainz) Der smarte Stratege im Aufbau fiel letzte Saison oft verletzt aus. Nun steht Frei vor dem Durchbruch in der Bundesliga. Mit seiner intelligenten Spielweise und Ballsicherheit ist er ein Gewinn für das Mainzer Tempoteam.

11. Fabian Lustenberger(28, Berlin) Steht 2017 vor einem Jubiläum: 10 Jahre Hertha! Aber Lustenbergers Stellenwert ist stark gesunken, er verlor das Captainamt an Vedad Ibisevic. Kurioserweise teilte das Trainerteam den Spielern diesen Wechsel brieflich mit. Vielleicht kann Lustenberger, ­befreit von der Bürde der Binde, wieder zu alter Stärke zurückfinden. Derzeit aber sind die Positionen in der Innenverteidigung sowie im zentralen Mittelfeld noch von anderen Akteuren besetzt.

12. Valentin Stocker (27, Berlin) Der sensible Dribbler blickt auf zwei insgesamt unbefriedigende Jahre in Berlin zurück. Stocker kann ein vorzüglicher Fussballer sein. Setzt er sich in dieser Saison nicht nachhaltig durch, könnte er 2017 zu Basel zurückkehren.

13. Pirmin Schwegler (29, Hoffenheim) Der einstige YB-Spieler hat wie Lustenberger in Berlin massiv an Einfluss und das Captainamt verloren. Der sehr junge Trainer ­Julian Nagelsmann, vier Monate jünger als Schwegler, setzte Schwegler ab. Das Mittelfeld ­Hoffenheims ist breit besetzt, Schwegler ist kein Leistungsträger. Der Ballverteiler könnte sich seinen Platz aber zurückerobern.

14. Steven Zuber (25,Hoffenheim) Besitzt mit seiner Schnelligkeit und Torgefährlichkeit die Anlagen zur Fixkraft. Hat sich aber noch nicht durchgesetzt.

15. Admir Mehmedi (25,Leverkusen) Im ausgezeichneten Kader bloss Reservist. Aber Mehmedi wird Spielgelegenheiten erhalten. Dann muss er überzeugen.

16. Florent Hadergjonaj (22, Ingolstadt) Der Emmentaler hat mit Tobias Levels einen routinierten Rechtsverteidiger zum Konkurrenten. Weil Levels defensiv stabiler und Ingolstadt ein Team ist, das eher zurückhaltend agiert, könnte es etwas dauern, bis Hadergjonaj sich etabliert hat.

17. Diego Benaglio (32, Wolfsburg) Der langjährige Leistungsträger und Meistergoalie 2009 hat seinen Platz an den Belgier Koen Casteels abgeben müssen. Kurios: Der erfahrene Benaglio bleibt Captain – und spielt im Pokal.

18. Fabio Coltorti (35, Leipzig) Er verlor seinen Stammplatz beim ambitionierten Aufsteiger an den Ungarn Peter Gulacsi. Mit seiner Routine ist Coltorti in der extrem jungen Mannschaft dennoch ein wichtiger Faktor.

19. Djibril Sow (19, Gladbach) Begabter Mittelfeldspieler mit geringen Einsatzchancen. Könnte im Winter ausgeliehen werden, damit er Praxis sammeln kann.

20. Ulisses Garcia (20, Bremen) Letzte Saison startete der Linksverteidiger kurzzeitig durch. Nun muss sich Garcia gedulden.

21. Albian Ajeti (19, Augsburg) Das Stürmertalent wechselte vielleicht zu früh von Basel in die Bundesliga. Seine Zeit kommt.

22. Josip Drmic (24, Gladbach) Ein so prominenter Fussballer so weit unten im Ranking? Drmic stagnierte in den letzten Jahren heftig, bei Gladbach besitzt er kaum noch eine Perspektive. Zudem derzeit verletzt.

23. Andreas Hirzel (23, HSV) Bestenfalls Goalie Nummer 3. Spielt im zweiten Team.

24. Gregor Kobel (18,Hoffenheim) Bestenfalls Goalie Nummer 4 bei Hoffenheim. Spielt im zweiten Team oder im ersten Nachwuchsteam. Steht aber vor einer grossen Laufbahn, wenn er sein Talent bestätigen kann.

Berner Zeitung

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