Die YB-Küken sind flügge

Das Spitzenspiel in der NLA zwischen den YB-Frauen und Zürich hat viele Höhepunkte geboten. Die jungen Bernerinnen hielten die favorisierten Zürcherinnen in Schach und holten ein 1:1.

YB-Stürmerin Alisha Lehmann versucht den Ball abzuschirmen.

YB-Stürmerin Alisha Lehmann versucht den Ball abzuschirmen. Bild: Manuel Zingg

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309 Länderspiele vereinen Caroline Abbé (30), Fabienne Humm (31) und Martina Moser (32). Die drei ehemaligen Nationalspielerinnen haben zusammen 93 Jahre auf dem Buckel, prägten die Nationalequipe als Stammspielerinnen oder Captains über eine ganze Dekade.

Mit Vorzeigeclub Zürich führen die drei erfahrenen Akteurinnen die Rangliste in der Nationalliga A an – am Sonntag forderten sie die drittplatzierten YB-Frauen zu einer Art Generationenduell heraus. Die älteste Fussballerin in den Reihen von YB zählte nämlich lediglich 23 Lenze. Und wenngleich im Aufgebot der Zürcherinnen ebenfalls einige junge Spielerinnen figurierten, war die Spitzenpartie auch so etwas wie ein Vergleich Vergangenheit versus Zukunft.

Beste Werbung

Und dieser Vergleich auf dem Kunstrasenplatz des FC Wyler bot den über 300 Zuschauern beste Unterhaltung. Flottes Umschalten, punktuelles Gegenpressing, dazu jede Menge technische Raffinesse, taktische Abgeklärtheit und zwei tolle Treffer: Das sportliche Niveau bereitete Freude, dürfte den einen oder anderen Zaungast, der nicht regelmässig bei Frauenspielen zugegen ist, durchaus verblüfft haben.

«Das war ein attraktives Spiel, auch für die Zuschauer. Ich hoffe, wir konnten heute ein bisschen Werbung für den Frauenfussball machen», sagte YB-Coach Marisa Wunderlin. Allein der Führungstreffer der clever aufspielenden und taktisch perfekt geschulten Bernerinnen war eine Augenweide.

Klasse, wie sich die YB-Spielerinnen aus einer Pressingsituation befreiten und im linken Couloir Nationalspielerin Florijana Ismaili fanden. Herausragend, wie die 23-jährige Walperswilerin hernach zwei Gegnerinnen düpierte und den Ball gekonnt zum 1:0 ins linke obere Eck drosch (31.).

Die Favoritinnen geärgert

YB ärgerte die Favoritinnen, die zwar mehr Spielanteile und erstklassige Chancen besassen – die 1:0-Führung war indes nicht gestohlen und auch ein Beweis dafür, wie prächtig sich die Equipe unter Jungtrainerin Wunderlin (30) entwickelt.

Abgeklärt wie Seniorinnen spulten die YB-Kücken ihr Programm ab, hielten das Spiel auch im zweiten Abschnitt, als der Druck des FCZ fast minütlich zunahm, dank spielerischer Reife offen. Im Tor strahlte Nicole Studer (22), die auch im Kader der Nationalequipe steht, Ruhe und Sicherheit aus. Bezwingen zum 1:1-Ausgleich liess sie sich erst in der 82. Minute, als FCZ-Routinier Fabienne Humm eine Massflanke per Kopf einnetzte.

«Das war ein attraktives Spiel, auch für die Zuschauer»YB-Coach Marisa Wunderlin

In der Folge wurde YB ein klarer Elfmeter verweigert, aber auch Zürich hatte noch Chancen zum Siegtreffer. «Am Ende können wir mit dem Punkt leben, auch wenn es immer wehtut, kurz vor Schluss eine Führung aus der Hand zu geben», erklärte YB-Coach Wunderlin.

Wegen des Unentschiedens beträgt der Vorsprung des FC Zürich auf Verfolger Basel nur noch zwei Punkte. Der FCB muss sich nächsten Samstag auf dem Sportplatz Wyler (16.00) indes ebenfalls gegen ein hungriges YB behaupten.

Den Bernerinnen mag es mitunter noch an Erfahrung mangeln. Dank Enthusiasmus und Talent nähern sie sich jedoch kontinuierlich der nationalen Spitze. Das mussten nun auch gestandene Nationalspielerinnen feststellen. Der Trend ist klar: Die Zukunft könnte den YB-Frauen gehören. (Berner Zeitung)

Erstellt: 17.04.2018, 13:20 Uhr

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