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Die triumphale Rückkehr der Verstossenen

Den Bossen von Real Madrid wird morgen beim Final der Champions League zwischen Bayern und Inter das eigene Versagen im heimischen Stadion noch einmal brutal vor Augen geführt.

Stephan Roth

Bereits im Herbst, als Real Madrid zum ersten Spiel der Champions-League-Saison in Zürich antrat und den FCZ besiegte, war der 22. Mai 2010 das grosse Thema. Fast jede Frage zielte auf den Final im Bernabéu.

Morgen ist es so weit. Der Höhepunkt des Jahres im europäischen Klub-Fussball steigt um 20.45 Uhr ( berichtet live). Allerdings ohne Real Madrid, das trotz den Verpflichtungen von Cristiano Ronaldo, Kakà, Xabi Alonso, Karim Benzema und Raul Albiol für insgesamt 250 Millionen Euro bereits im Achtelfinal gegen Lyon ausschieden war.

Dafür ist eine Hauptrolle im Final für zwei vorgesehen, die man im Sommer bei den «Königlichen» nicht mehr gewollt hatte: Arjen Robben und Wesley Sneijder. Die beiden Holländer waren mit ihren starken Leistungen massgeblich an der Finalqualifikation von Bayern München und Inter Mailand beteiligt.

«Sie redeten nur über Geld»

Robben und Sneijder waren nach der grössenwahnsinnigen Transferoffensive von Florentino Perez, der im letzten Sommer zum zweiten Mal das Präsidentenamt übernommen und erneut ein galaktisches Starensemble aufbauen wollte, bei Real überflüssig geworden.

«Es wäre für mich das Allergrösste, ausgerechnet in Madrid die Champions League zu gewinnen», sagte Inter-Star Sneijder. «Sie haben mir gesagt: ‹Wir wollen dich verkaufen, denn wir brauchen Geld›», sagte Robben der «Süddeutschen Zeitung.» «Das hat mir schon sehr wehgetan, denn sie haben mit mir gar nicht über Fussball geredet – nur über Geld. Ich denke aber, dass sie nach meinem Abschied auch sehr viel Geld ausgegeben haben.» Dennoch sagt er: «Ich bin nicht nach Madrid gefahren, um denen dort zu beweisen, dass sie einen Fehler gemacht haben. Wesley übrigens auch nicht.»

«Ich kann es noch besser»

«Als ich kam, wollte ich eine wichtige Rolle spielen in der Mannschaft. Ich denke, das hat geklappt», sagt Robben, der vor seinem Abstecher nach Madrid bereits bei Chelsea unter dem jetzigen Inter-Trainer José Mourinho nicht immer erste Wahl gewesen war. «Ich kann es noch besser. Ich habe etwas Neues an mir entdeckt. Ich habe in dieser Saison mehr Tore geschossen.» 16 in der Bundesliga, drei im Cup und vier entscheidende in der Champions League.

Bei allem Respekt für die Qualitäten von Mourinho («Er wäre der Beste für Real Madrid, er ist ein Gewinnertyp») weicht die Philosophie des holländischen Spassfussballers zu sehr von jener des resultatorientierten Portugiesen ab. «Mourinho ist mehr defensiv – mit unserem Trainer wollen wir Fussball spielen.»

Sneijder hingegen sagt, Mourinho sei für ihn ein Glücksfall. Unter dem Taktiker und Motivator ist der technisch starke Mittelfeldspieler als Spieler gewachsen, vielseitiger geworden und hat den Wert der Defensivarbeit zu schätzen gelernt. Im Gegenzug reifte Inter zu einer Mannschaft, die auch in der Champions League mit den ganz Grossen mithalten kann.

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