Die Reihen bei den Young Boys lichten sich

Vor dem Derby gegen Thun erreicht YB die nächste Verletzungsmeldung: Roger Assalé fällt mit einer Oberschenkelzerrung aus.

Hat sich bei dieser Aktion gegen Basel verletzt: Roger Assalé.

Hat sich bei dieser Aktion gegen Basel verletzt: Roger Assalé.

(Bild: Christian Pfander)

Der Griff ging nach hinten, zum Oberschenkel. Roger Assalé hatte eine turbulente erste Halbzeit hinter sich am Sonntag im Klassiker gegen den FC Basel, der YB-Stürmer versuchte Kapital aus seinen Chancen und diversen Fouls an ihm zu schlagen – und musste noch vor der Pause verletzt vom Feld.

Zwei Tage später ist klar: Der Ivorer hat sich eine Zerrung zugezogen, fällt sicher für das Derby heute Mittwoch (20 Uhr) in Thun, womöglich auch noch länger aus. Assalé reiht sich ein in die prominent besetzte Verletztenliste bei den Young Boys.

Sechs Spieler sind es mittlerweile, die Trainer Gerardo Seoane nicht mehr zur Verfügung stehen. Nebst Langzeitverletzten wie Mohamed Ali Camara oder Sandro Lauper auch Christopher Martins, Marvin Spielmann und vor allem Miralem Sulejmani – Akteure, die Seoane im ersten Saisonviertel eigentlich fest eingeplant hätte.

Und so stellt sich dieses Team für YB in der zweiten von drei englischen Wochen immer mehr von selbst auf. Entscheidet sich Seoane für ein klassisches 4-4-2 mit einem Zweiersturm, so sind Guillaume Hoarau und Jean-Pierre Nsame gesetzt. Bei Letzterem ist ein Startelfeinsatz nun ja nichts Ungewöhnliches: Einzig gegen den FCB kam der Joker vergangener Spielzeiten erst zur Pause in die Partie und erzielte den Ausgleich zum 1:1.

Ansonsten ist Nsame in dieser Saison ein Fixstarter, erst in Abwesenheit des bis eben noch verletzten Hoarau, nun für den lädierten Assalé. Die Nummer 3 ist jedoch treffermässig längst die 1 bei YB: Sieben Tore hat er schon in der Liga erzielt, elf insgesamt, er ist voller Selbstvertrauen und sagt: «Ich bin aktuell gut in Form und immer bereit, wenn es mich braucht.» Und Seoane anerkannte noch am Sonntag nach dem Spiel: «Mit ihm hatten wir vorn viel mehr Wucht.»

Im Mittelfeld ist die Personaldecke für Seoane besonders dünn, gerade ein robuster Spielertyp wie Martins wird vermisst. In der Schaltzentrale verbleiben noch Vincent Sierro, Michel Aebischer und Gianluca Gaudino, denkbar ist deswegen neben einem 4-4-2 auch ein 4-2-3-1. YB hat in Luzern oder auch zu Hause gegen Belgrad so gespielt – ein Anwärter auf den Part hinter den Spitzen wäre Christian Fassnacht. Einzig in der Abwehr ist die Auswahl breiter, mit dem vorhandenen Personal lässt sich problemlos Dreier- und Viererkette spielen.

So oder so wird Seoane in diesen anspruchsvollen Tagen mit drei aufeinanderfolgenden englischen Wochen rotieren, soweit das noch möglich ist, um dem einen oder anderen eine Pause zu verschaffen. Es zahlt sich aus, ist YB systemtechnisch polyvalenter unterwegs als auch schon.

So könnte YB spielen: von Ballmoos; Janko, Sörensen, Lustenberger, Lotomba; Fassnacht, Aebischer, Sierro, Ngamaleu; Nsame, Hoarau. – Verletzt: Camara, Lauper, Sulejmani, Martins, Spielmann, Assalé.


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