Zum Hauptinhalt springen

Die Leidenszeit des Yassine Chikhaoui

Der FC Zürich ist vor dem Uefa-Cup-Hinspiel in Mailand guten Mutes. Grosser Abwesender gegen Milan ist Yassine Chikhaoui, dessen Comeback seit über einem halben Jahr auf sich warten lässt.

Der FCZ ist am Dienstagvormittag mit dem Bus nach Como gefahren. Beim Trip nach Norditalien fehlte Verteidiger Alain Rochat, der beim 7:1-Kantersieg in Vaduz eine Zerrung des Innenbandes erlitt und drei Wochen pausieren muss. Mit der Zürcher Delegation mitgefahren ist Fredy Bickel. Und der Sportchef sagt das, was alle beim Zweiten der Super League denken: «Das Spiel gegen Milan ist ein Highlight, auch für mich.» Aber der hohe Sieg in Liechtenstein ändere nichts an der Ausgangslage. «Jeder ist sich bewusst, dass wir über uns hinauswachsen müssen, wenn wir noch eine Chance fürs Rückspiel haben wollen.» Der FC Vaduz ist nicht der AC Mailand, selbst wenn der Serie-A-Klub in der Krise steckt.

Geheimnis um den Gesundheitszustand

Genau diese Tatsache liegt Bickel im Magen. Milan, eine der besten Adressen im Fussball, muss am Donnerstagabend auf die negativen Resultate reagieren. «Das macht diese Mannschaft noch gefährlicher.» Er sähe es lieber, dass der Favorit erfolgreich gespielt hätte und die Aufgabe gegen den FCZ locker angehen würde. Dass die Gastgeber den Schweizer Vertreter unterschätzen werden, dürfte Wunschdenken bleiben. Zu sehr steht den Milanisti das Wasser am Hals.

Ein konzentriert auftretender AC Mailand ist das eine Problem für den FCZ. Das andere ist der Gesundheitszustand von Chikhaoui. Bickel sagt über den Tunesier: «Es gibt nichts Neues mitzuteilen.» Seit dem 2. März fehlt der Regisseur, der durchaus geniale Züge in seinem Spiel haben kann, seinem Arbeitgeber. Chikhaoui leidet an einer Entzündung an der Patellasehne. Das tönt lapidar, könnte aber für einen Fussballer gleichbedeutend mit dem Ende der Karriere bedeuten. Der FCZ denkt vorderhand nicht an dieses Szenario. Bickel glaubt, dass der Profi im Oktober ins Team zurückkehrt. «Wir hoffen, dass es anfangs Oktober sein wird.» Mehr ist von der medizinischen Abteilung im Letzigrund nicht zu erfahren. Diese hüllt sich in die ärztliche Schweigepflicht.

Ein Fall für die Versicherung?

Der angeschlagene Fussballer trainiert mit dem Physiotrainer seriös und hofft auf ein Comeback am 2. Oktober. Dann steht das Rückspiel gegen Milan auf dem Plan. Die Partie wäre das ideale Fenster für Chikhaoui, sich im internationalen Scheinwerferlicht in Erinnerung zu rufen. Denn es ist kein Geheimnis, dass er die Schweiz verlassen will. Das Problem ist, dass er beim FCZ einen Fünfjahresvertrag unterzeichnet hat – ohne Ausstiegsklausel notabene.

Aber kein nobler Klub im Ausland ist gewillt, einen rekonvaleszenten Profi zu engagieren. Schon gar nicht, wenn dem hoch talentierten Fussballer das Karrierenende droht. Die Leidenszeit des 21-Jährigen könnte zu einem Versicherungsfall werden. In diesem Fall wäre weder Spieler noch Klub gedient.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch