Die drei YB-Gegner in der Champions League

Juventus Turin mit C. Ronaldo, Manchester United und Pogba oder Valencia mit Rodrigo, alle Clubs haben schon Champions League Erfahrung.

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Juventus Turin: Dybala – seit Jahren stark

Gehe es um die Juve, so gebe es in Italien nur drei Möglichkeiten, schrieb die deutsche Journalistin Birgit Schönau in ihrem Buch über den italienischen Rekordmeister, und die dritte, die sei von vornherein keine. Man liebe oder man hasse diesen Club – oder man interessiere sich eben nicht für Fussball.

Die 1897 gegründete «alte Dame» der Serie A ist der grösste und erfolgreichste Verein Italiens: 34 Meistertitel, 13 Cupsiege, je ein Erfolg in Champions League und Pokal der Landesmeister. Und Juve ist der umstrittenste Club des Landes: Gerade in den Nullerjahren gab es kaum eine Saison ohne Gerüchte über Verstrickungen mit den Schiedsrichtern und angebliche Mauscheleien bei Transfers. Das Ganze gipfelte in «Calciopoli», dem Manipulationsskandal in Italien, an dessen Ende auch Juventus in die Serie B zwangsrelegiert wurde.

Aktuell dreht sich bei den Turinern fast alles um Cristiano Ronaldo. Der Superstar ist der Königstransfer dieser Saison, zusammen mit Emre Can von Liverpool. Doch dahinter hat sich bei Juventus über die Jahre eine starke Mannschaft gebildet, die in den letzten vier ­Jahren zweimal im Final der Champions League stand. Der Argentinier Paulo Dybala organisiert bei Juve seit drei Jahren magistral die Offensive. Weltmeister Blaise Matuidi, WM-Finalist Mario Mandzukic und der Brasilianer Douglas Costa sind weitere Stützen im Team.

Die Juve spielte jahrelang im maroden Stadio delle Alpi, seit 2011 hat sie mit dem Allianz Stadium (41 000 Plätze) die modernste Arena im Land.

Manchester United: Pogba – und ein Autoritätsproblem

Es gibt kaum einen Ort, der die Weltbühne Fussball besser illustriert als das Old Trafford. «Theatre of Dreams», so der Übername eines der berühmtesten Stadien der Welt, der Heimat von Manchester United. Doch die Träume der Fans – 75 000 passen in die Arena – finden auf dem Rasen gerade nicht statt. Die United ist in der Krise, und das heisst bei diesem Weltclub: zuletzt kein Meistertitel oder kein Final in der Champions League.

28 Jahre lang führte Alex Ferguson die Engländer von Titel zu Titel, darunter zwei Erfolge in der Königsklasse. Unter dem knorrigen Schotten überholte United den Erzfeind aus Liverpool gar als Rekordmeister – 20 Titel in der Premier League sind es bis heute, dazu 12 Erfolge im FA-Cup und 5 Titel im Ligapokal.

Seit zwei Jahren ist Exzentriker José Mourinho in Manchester am Ruder. Unter seiner Führung musste sich die United von Stadtrivale City den Rang ablaufen lassen – eine empfindliche Niederlage für den dünnhäutigen Startrainer. Um das Verhältnis zu seiner hochdekorierten Mannschaft steht es nicht zum Besten: Der französische Weltmeister Paul Pogba – auch er mit einem mittelschweren Autoritätsproblem belastet – kommt schlecht klar mit Mourinho.

Das Team ist zwar stark besetzt, scheint aber schlecht zusammengestellt. Romelu Lukaku hat sein riesiges Potenzial eben an der WM unter Beweis gestellt, von Arsenal kam schon letzte Saison der chilenische Wuchtflügel Alexis Sanchez – und mit dem Spanier David de Gea steht noch immer einer der teuersten Goalies im Kader.

Valencia: Rodrigo – und andere Goalgetter

Spanische Teams dominieren den Europacup seit Jahren. Doch während Barcelona, Real und Atlético Madrid vor allem in der Champions League glänzen und der FC Sevilla phasenweise die Europa League dominierte, ist es um einen früheren Spitzenverein der Primera División etwas ruhiger geworden. 2000 und 2001 stand der FC Valencia zweimal im Final der Champions League, scheiterte einmal klar an Real, dann dramatisch knapp im Penaltyschiessen an den Bayern.

Techniker Pablo Aimar und Goalie Santiago Cañizares waren Aushängeschilder dieser Mannschaft, in der Welttrainer Rafael Benitez seine Laufbahn lancierte. Im steilen, runden Mestalla-Stadion, einer der stimmungsvollsten Arenen mit knapp 50 000 Plätzen, entwickelte sich Valencia zu einem der heimstärksten Teams in Spanien und errang in dieser Zeit zweimal den Titel. Sechs Meisterschaften sind es in der Vereinsgeschichte, dazu kommen sieben Pokalsiege und drei Erfolge im Uefa-Cup.

Die ganz grossen Namen fehlen heute im gut besetzten Team von Trainer Marcelino Garcia. Doch der Club ist ein Sprungbrett für Aufstiege zu den ganz Grossen – und war zuletzt eine Station für jene, die von Grossen eine Stufe zurückbuchstabieren mussten. Von Atlético kam Stürmer Kevin Gameiro, er macht dem brasilianisch-spanischen Goalgetter Rodrigo Konkurrenz. Von Inter wechselte Abwehrkante Jeison Murillo, Chelseas Michy Batshuayi liehen die Spanier aus. Weit also hinkt der letztjährige Meisterschaftsvierte in der YB-Gruppe nicht hinter den Grossen hinterher.

mrm

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