Die Berner Talentschmiede

Die Nachwuchsequipe von YB hat das Berner Derby in der 1. Liga gegen Thun II dank einer klaren Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit mit 4:1 Toren für sich entschieden.

Meist einen Schritt schneller: YB (hier 1:0-Torschütze Paolo Argomenti) behielt im Duell der Nachwuchsteams gegen Thun das bessere Ende für sich.

Meist einen Schritt schneller: YB (hier 1:0-Torschütze Paolo Argomenti) behielt im Duell der Nachwuchsteams gegen Thun das bessere Ende für sich.

(Bild: Patric Spahni)

Das 4:1-Endresultat im Derby der Nachwuchsteams von Thun und YB widerspiegelt das Geschehen auf dem Spielfeld. YB, die Mannschaft von Trainer Joël Magnin, war vor allem nach dem Seitenwechsel in der zweiten Halbzeit das spielerisch bessere Team.

«Ich bin mit der Leistung und dem Resultat sehr zufrieden. Meine Spieler haben heute eine Topleistung geboten», sagte der zufriedene YB-Trainer nach Spielschluss. Dies, obwohl er nach nur 12 Minuten Mike Moser nach einer Fussverletzung ersetzen musste.

Der in Thierachern, unweit der Stockhorn-Arena aufgewachsene 18-jährige Moser hatte sich bei seinem «Heimspiel» viel vorgenommen. In der kurzen Zeit, in der im Einsatz stand, liess er sein technisches Können einige Male aufblitzen.

Überragender Toure

Man hätte erwarten können, dass Magnin beispielsweise Sven Joss oder Marco Bürki eine Einsatzzeit gönnt, weil sie als Ergänzungsspieler der 1. Mannschaft kaum Spielpraxis erhalten. Dem war aber nicht so. Doch YB präsentierte auch so eine starke Mannschaft, aus welcher ein Spieler besonders herausragte: Fode Yannick Toure.

Am 29. September feiert Toure erst seinen 17. Geburtstag. Ein grosser Hoffnungsträger ist der Jungstar aufgrund seiner Dynamik, seiner Entschlossenheit, seines Durchsetzungsvermögens und seiner körperlichen Verfassung.

Noch lernfähig ist er im Ausnützen der sich ihm bietenden Torchancen. Der Thuner Torhüter Felix Hornung verhindert drei- bis viermal Torgelüste des bisher zweitbesten Torschützen der gesamten 1. Liga.

Toure hat das Potenzial, dereinst die Nachfolge der zahlreichen Vorgänger bei YB anzutreten, welche in den letzten Jahren für Furore sorgten. Einige Beispiele gefällig? Die drei Torhüter Roman Bürki (Borussia Dortmund), Yvon Mvogo (Leipzig) und David von Ballmoos (YB) durchliefen allesamt die Nachwuchsabteilung von YB.

Ebenfalls Berühmtheit erlangten Ezgjan Alioski (Leeds United), Florent Hadergjonaj (Huddersfield Town), Michael Frey (FC Zürich) oder auch Leonardo Bertone (YB). Die Liste lässt sich beliebig mit den heutigen Spielern aus der Super League ergänzen: Nicolas Bürgy (Thun), Hélios Sessolo (Lausanne Sport), oder Marco Bürki, Grégory Wüthrich und Sven Joss, die allesamt zu YB zurückgekehrt sind.

Auch Michel Aebischer (YB) und Elia Allesandrini (Thun) spielen in der höchsten Schweizer Liga. Nicht zu Unrecht wird behauptet, dass die Berner Young Boys wohl als die grösste Talentschmiede im Schweizer Fussball gelten.

Starke 2. Halbzeit von YB

Die Berner kamen nach der Pausenführung (Paolo Argomenti verwandelte in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit einen Elfmeter zum 1:0) gestärkt aus der Kabine zur zweiten Halbzeit. Die Stadtberner profitierten dabei auch von Fehlpässen der Thuner in der Vorwärtsbewegung.

Dies ermöglichte YB Ballbesitze. Mehrmals musste der untadelige Hornung Fehler seiner Vorderleute ausbügeln. Machtlos war er aber in der 60. Minute gegen einen Gewaltschuss von Toure, der den Ball aus spitzem Winkel unter die Latte hämmerte. Eine Zeigerumdrehung später liessen die Thuner Nicolas Boss an der Strafraumgrenze gewähren. Von dort aus war er via Innenkante des Pfostens erfolgreich.

Den jungen Thunern muss man zugutehalten, dass sie nie aufsteckten und 10 Minuten vor Spielende belohnt wurden. Floriant Zubaku erlief sich eine zu kurz geratene Rückgabe zum Torhüter und markierte kaltblütig das 1:3.

Die Berner Oberländer waren noch am Jubeln, als der schnelle Nikola Marinkovic praktisch im Gegenzug die Thuner Hoffnungen mit dem vierten Treffer zunichte machte.

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