Die bekannteste Figur steht im Tor

YB trifft in den Playoffs zur Champions League auf ZSKA Moskau. Der russische Topklub ist Favorit, aber kein europäischer Gigant.

Captain des russischen Nationalteams: ZSKA-Goalie Igor Akinfejew.

Captain des russischen Nationalteams: ZSKA-Goalie Igor Akinfejew. Bild: GettyImages

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Die Antwort ist schlagfertig – und humorvoll: «Die Qualifikation für die Champions League. Und drei Siege in der nächsten Woche.» Christoph Spycher ist keiner, der sich mit Dingen abgibt, die er nicht beeinflussen kann.

Dementsprechend geht der YB-Sportchef am Freitagmorgen auf die Frage, wen er sich als Gegner in den Playoffs zur Champions League wünsche, nicht konkret ein. Er legt den Fokus auf die Aufgaben der kommenden Tage.

Gutes Omen?

Liverpool, Sevilla, Napoli und Sporting Lissabon, die vier stärksten der fünf möglichen Kontrahenten, gehen die Young Boys in den Playoffs aus dem Weg. Bei der Auslosung am Freitagmittag in Nyon erwischte YB mit ZSKA Moskau den unattraktivsten, aber sportlich interessantesten Gegner.

Und Christoph Spycher meldet: «Wir wären gegen jedes Team Aussenseiter gewesen. ZSKA ist möglicherweise schwächer als Liverpool, aber es ist ein internationales Topteam, das in den letzten Jahren viele Erfolge feierte.» Und reisetechnisch sei der lange Trip nach Russland in diesen strengen Wochen nicht ideal.

Nach Kiew in der 3. Qualifikationsrunde fliegt die YB-Delegation also erneut eine osteuropäische Destination an. «Wir haben gegen Teams aus dem Osten positive Erfahrungen gemacht. Hoffentlich ist das ein gutes Omen», sagt Adi Hütter.

Auch der Trainer der Young Boys weist auf die starke Bilanz des Moskauer Armeeklubs hin: «ZSKA hat in den letzten zehn Jahren siebenmal die Champions League erreicht, zuletzt viermal in Serie. Das sagt alles über die Qualitäten dieser sehr routinierten Mannschaft aus.»

ZSKA Moskau hat seit 2013 dreimal die russische Meisterschaft gewonnen und wurde zweimal Zweiter. Aber das Kader ist mittlerweile schwächer besetzt, mit Ausnahme des Strategen Alan Dsagoev, der in seiner Entwicklung allerdings stagniert hat, verfügt Trainer Viktor Gontscharenko über keine aussergewöhnlichen Fussballer.

Der Brasilianer Mario Fernandes im rechten Aufbau ist ein halbwegs klingender Name, der bekannteste Akteur steht mit dem langjährigen russischen Nationalgoalie Igor Akinfejew (31) im Tor.

Die 35-jährigen Zwillinge Wassili und Alexei Beresuzki sind immer noch Stammspieler in der Abwehr, während der noch drei Jahre ältere Sergej Ignatschewitsch nicht mehr Fixkraft ist.

Auch im Sturm sind keine renommierten Fussballer zu finden. Der frühere YB-Torjäger Seydou Doumbia, zuletzt in Basel und neu bei Sporting Lissabon, erzielte ab 2010 während fünf Jahren 65 Tore für ZSKA.

Geldsegen lockt

YB ist nicht chancenlos. «Aber wir benötigen zwei Topleistungen», sagt Spycher. Und Hütter meint: «Das wird eine grosse Herausforderung.» Die Auftritte gegen Moskau sind sportlich und wirtschaftlich von übergeordneter Bedeutung.

Die durch die Teilnahme an der Europa League garantierten Minimaleinnahmen von rund sechs Millionen Franken würden beim Einzug in die Champions League mindestens verdreifacht.

Christoph Spycher denkt, wie könnte es anders sein, nicht an den möglichen Geldsegen. Er sagt: «Unser Fokus gilt dem Spiel am Sonntag gegen Lausanne.» Es ist das zweite von fünf Spielen innerhalb von zwei Wochen in Bern – nach dem Duell gegen Kiew und vor den Partien gegen Thun, bei Breitenrain sowie gegen ZSKA.

Das Hinspiel im Stade de Suisse findet am 15. August statt, acht Tage später tritt YB in Moskau auf einem Hybridrasen (Mischung aus Natur- und Kunstrasen) zum Rückspiel an. (Berner Zeitung)

Erstellt: 04.08.2017, 20:44 Uhr

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