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Der Weg in die Königsklasse

Der Schweizer Meister ist heuer nicht mehr direkt für die Champions League qualifiziert. Aber er muss nur eine Ausscheidungsrunde überstehen.

2017 scheiterte YB im Playoff an ZSKA Moskau: Der russische Club war der schwächste aller möglichen Gegner. Als Meister würde YB aber heuer auf ein schwächeres Team treffen.
2017 scheiterte YB im Playoff an ZSKA Moskau: Der russische Club war der schwächste aller möglichen Gegner. Als Meister würde YB aber heuer auf ein schwächeres Team treffen.
Christian Pfander

Vielleicht Legia Warschau. Vielleicht CFR Cluj. Vielleicht Red Bull Salzburg. Vielleicht PSV Eindhoven.

Die letzte (und einzige) Hürde auf dem Weg in die Champions League wird für den Schweizer Meister Ende August im Playoff keineswegs unüberwindbar sein. Eventuell wären Salzburg oder Eindhoven leicht favorisiert, aber gegen die meisten möglichen Gegner würden auf den Triumphator der Super League im schlechtesten Fall 50:50-Spiele warten. «Die Aussichten, die Champions League zu erreichen, sind als Meister nicht schlecht», sagt YB-Trainer Adi Hütter.

Natürlich sind die Young Boys elf Runden vor Saisonende noch nicht Meister. Und doch sind ­Gedanken an die Königsklasse bei 17 Punkten Vorsprung (oder 11 Verlustpunkten) auf Verfolger Basel keineswegs anmassend. Der Europäische Fussballverband hat seinen Premiumwettbewerb im Hinblick auf die nächste Saison bekanntlich einer Reform unterzogen. Im Kern geht es darum, dass die Topnationen mehr fixe Startplätze zur Verfügung haben, der Dritte und der Vierte im Uefa-Ranking etwa ebenfalls vier.

Vielleicht gar zwei Schweizer

Die Schweiz, auf Platz 12, galt in der Wahrnehmung stets als Verlierer der Reform – wie viele weitere kleinere Fussballnationen. Das stimmt aber nur bedingt. Natürlich fällt der direkte Startplatz in der Champions League weg. Aber auf dem Meisterweg trifft der nationale Champion auf die Vertreter aus den Rängen 11 bis 55. Und er steigt direkt im Playoff ein, muss also nur eine Runde bis zur Gruppenphase überstehen. Bei einem Scheitern würde er die Europa League bestreiten.

Die Setzliste zur Champions League 2018/19 (Klicken zum Vergrössern)

Vier Plätze werden über diesen Meisterweg vergeben, die Titelhalter aus Tschechien, Holland, Österreich, Griechenland, Kroatien, Rumänien und Polen sind die stärksten Konkurrenten des Schweizer Meisters. Der FC Basel wäre im Playoff dank seines starken Uefa-Clubwerts gesetzt, bei YB hinge das von den anderen sieben teilnehmenden Teams ab. Ganz sicher ist: Im Fall eines Meistertitels ist die Champions League für die Young Boys so ­nahe wie nie. Und so attraktiv wie in der nächsten Saison war die Gruppenphase noch nie.

Im Übrigen besteht eine realistische Möglichkeit, dass nächste Saison zwei Schweizer Teams an der Champions League teilnehmen werden. Der Zweite der Super League muss zwar gleich drei Qualifikationsrunden überstehen. Aber auch die Ausscheidung über den Platzierungsweg ist einfacher geworden, weil die Teams aus den Top-4-Nationen eben nicht mehr dabei sind. Und der FC Basel wäre bis zum Playoff gesetzt – und gewiss nicht chancenlos, einen der zwei Plätze über diesen Weg zu ergattern.

Der Kampf um Rang 12

Auch nächste Saison wird die halbe Super League am Europacup teilnehmen. Die ersten zwei der Liga bestreiten die Champions-League-Qualifikation, der Cupsieger sowie der Dritte und der Vierte der Super League sind in der Europa League dabei. Wobei der Cupsieger sogar direkt für die Gruppenphase qualifiziert ist. Sollten die Young Boys das Double gewinnen, würde nicht Cupfinalist Zürich nachrücken – sondern der Ligadritte. Das ist aktuell St. Gallen. Und als Teilnehmer an der Europa League darf man immerhin auch mit mindestens 7 Millionen Schweizer Franken Einnahmen planen.

Die Schweiz dürfte Rang 12 im Fünfjahresranking in dieser Spielzeit übrigens ganz knapp verteidigen. Vor allem wegen des seit Jahren europäisch überzeugenden FC Basel. Und ein bisschen wegen der regelmässigen Europa-League-Teilnahmen von YB. Der Stand im Sommer wird massgebend für die übernächste Saison sein. Dank des überraschenden 2:1-Sieges Basels letzte Woche im Rückspiel der Cham­pions-League-Achtelfinals bei Manchester City sieht es für die Schweiz günstig aus, nicht auf Rang 13 abzurutschen. Würde das passieren, wäre der Cupsieger nicht mehr direkt in der Europa League. Und der Meister müsste zwei Qualifikationsrunden auf dem Weg in die Champions League überstehen.

Noch muss die Schweiz allerdings ein wenig zittern. Sollte Viktoria Pilsen morgen im Rückspiel der Europa-League-Achtelfinals Sporting Lissabon ausschalten, würde Tschechien vor der Schweiz bleiben. Dazu benötigt Pilsen jedoch eine überragende Leistung, das Hinspiel gewann ein überlegenes Sporting 2:0. Am Donnerstagabend werden die Schweizer Clubs dem Lissaboner Traditionsclub noch einmal die Daumen drücken.

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