Der Mann, der in keine Schublade passt

Adolf «Adi» Hütter heisst also der neue YB-Trainer. Auf was für eine Art Mensch dürfen sich die Berner freuen?

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Der neue YB-Trainer Adolf, von allen «Adi» genannt, Hütter hat in der letzten Saison mit Red Bull Salzburg zwei Titel geholt. Trotz des Gewinns der österreichischen Meisterschaft und dem Sieg im ÖFB-Cup wollte der 45 Jahre alte Hütter nach nur einer Saison – und trotz gültigem Vertrag – nicht mehr Trainer in Salzburg sein.

Die einvernehmliche Trennung zwischen dem Klub und seinem Übungsleiter wurde Mitte Juni öffentlich gemacht. Ein zentraler Grund für Hütters Entscheidung war, dass ihm die Spielerfluktuation in Salzburg zu gross war. Diese Ansicht führte zu Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Trainer und den Salzburger Sportdirektoren Jochen Sauer und Christoph Freund.

Jüngst haben unter anderem die zwei österreichischen Nationalspieler Marcel Sabitzer und Stefan Ilsanker «die Bullen» Richtung 2. deutsche Bundesliga und Red Bull Leipzig verlassen. Die Brasilianer Felipe Pires (Hoffenheim) und André Ramalho (Leverkusen) zog es ebenso nach Deutschland wie auch den ungarischen Torhüter Peter Gulacsi (Leipzig).

Dass der spielstärkste Verein Österreichs seine Besten (Kevin Kampl, Sadio Mané, Florian Klein) nach kurzer Zeit immer wieder hat ziehen lassen müssen, störte Hütter. «Es wird auch in Zukunft so sein, dass die stärksten Spieler den Verein verlassen werden», sagte Hütter. «Der Weg ist vorprogrammiert. Diesen Weg möchte ich nicht mitgehen, weil ich meine persönlichen Ziele ein bisschen anders sehe. Ich bin kein Ausbildungstrainer.»

Auch in die Schublade «Systemtrainer» will sich Hütter nicht einordnen lassen. Der Vorarlberger, der sich als Mittelfeldspieler beim Vorgänger-Verein von Red Bull Salzburg, bei der SV Austria Salzburg, in dessen goldenen 1990er-Jahren den Übernamen «Euro-Adi» verdient hatte, zeigt in seiner Trainerarbeit mehrere Facetten.

Dass er mit relativ fertigen Spielern erfolgreich eine Mannschaft aufbauen kann, hat er in Salzburg gezeigt. In Grödig hatte Hütter zwischen 2012 und 2014 aus jungen Spielern und «No-Names» einen Aufsteiger in die 1. Österreichische Bundesliga geformt - und sich dort als Sensations-Team hinter Salzburg und Rapid Wien den 3. Platz gesichert.

Egal ob er mit einer erfolgreichen Mannschaft aus erfahrenen Spielern oder mit einem aufzubauenden Team arbeitet, Adi Hütter gilt in Österreich als pragmatischer, etwas introvertierter Trainer. Gefühlsausbrüche an der Seitenlinie und Tamtam neben dem Rasen sind sein Ding nicht.

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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