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Der Höhenflug des linken YB-Flügels

YB empfängt am Samstag Bellinzona (17.45 Uhr). Senad Lulic hat sich als einer der besten Berner Akteure etabliert – und ist längst nicht am Ende seiner Entwicklung.

Der Konkurrenzkampf bei den Young Boys findet gerade in der Offensive auf bemerkenswert hohem Niveau statt. Die Position von Senad Lulic aber steht nie zur Debatte, der 25-Jährige hat mit schwungvollen Auftritten auf der linken Angriffsseite alle Kritiker verstummen lassen. «Lulic ist ein wertvoller Akteur, der seine Gegenspieler beschäftigt», sagt YB-Trainer Vladimir Petkovic.

Vor der Saison hatte es ja geheissen, der Zuzug von Lulic, einem Wunschspieler Petkovics, sei ein beträchtliches Risiko, nachdem der Bosnier über sieben Monate mit Achillessehnenproblemen ausgefallen war. Wie bei Scott Sutter, der vor bald zwei Jahren ebenfalls nach langer Verletzungspause von GC zu YB gewechselt hatte, hat sich der Mut für die Young Boys jedoch ausbezahlt. «In der Vorrunde hatte ich nach langer Pause Mühe», sagt Lulic. «Aber von Monat zu Monat wurde ich fitter und spritziger.»

Chur, Bellinzona, GC, YB

Und so, wie sich YB mit Fortdauer der Saison steigerte und stabilisierte, so gelang Lulic eine Leistungsverbesserung. Sein Befinden definiert er derzeit mit «so lala». Man habe das hohe Potenzial mehrmals angedeutet, aber andererseits schmerze es, 12 Punkte hinter Basel und 7 Zähler hinter Zürich zu liegen, sagt Lulic. «Die sind nicht besser als wir, aber konstanter. Wir haben zu viele Punkte gegen schwächere Teams abgegeben.»

So gesehen ist das YB-Heimspiel heute gegen den früheren Lulic-Arbeitgeber AC Bellinzona auch ein Reifetest. «Wir dürfen uns keine Ausrutscher mehr leisten», sagt Lulic. Auch sein Ziel ist es, mit YB einen Titel zu gewinnen, darum nahm er im letzten Sommer nach Chur, Bellinzona und GC die nächste Stufe auf der Karriereleiter. «Wir haben ein junges, starkes Team. Und wir wissen, dass wir in den nächsten Jahren Erfolg haben können.»

Senad Lulic gilt ja als bester Fussballspieler Graubündens, das hört sich gewöhnungsbedürftig an, schliesslich spielt er für Bosniens Nationalmannschaft (siehe Text unten). Aber Lulic ist eben auch Schweizer. Er landete 1998 als 12-Jähriger mit seiner Familie auf der Flucht von den Kriegswirren in der Heimat im Asylbewerberheim in Schluein GR, heute wohnt er mit seiner Frau in Gümligen. Die Eltern leben noch in Chur, Lulic spricht mit bündnerischem Akzent. Längst ist er aber dabei, die Fussballwelt zu erobern, Schritt für Schritt, schnell und dynamisch.

und bald ins Ausland?

Ein aussergewöhnlicher Fussballer mit Zug zum Tor wie Senad Lulic wird natürlich von ausländischen Vereinen beobachtet, das weiss man bei den Young Boys. «Wir hoffen aber, dass er mindestens noch eine Saison bleibt», sagt YB-CEO Ilja Kaenzig. Flink und dribbelstark, torgefährlich und schussstark ist Lulic, er hat vor allem auf der Bühne Europacup beste Eigenwerbung betrieben, aber es fehlt ihm an der Konstanz, manchmal taucht Lulic ab. «Ich kann noch viel lernen und denke derzeit nicht ans Ausland», sagt Lulic. «Aber, klar, jeder Fussballer in der Schweiz träumt davon, in einer der grossen Fussballligen Europas zu spielen.»

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