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Der geniale Sechser an Shaqiris Seite

Brillianz am Ball: Geoffrey Kondogbia wechselt nach einem turbulenten Transfer-Theater für 40 Millionen Euro von Monaco zu Inter.

Er ist schnell, wendig und trickreich. Die starke Ballführung, die ungeheure Schuss- und Sprungkraft und seine Übersicht machen Geoffrey Kondogbia zu einem der begehrtesten Talente bei den europäischen Grossclubs. Real Madrid, Manchester City oder auch Juventus Turin haben den 22-jährigen Mittelfeldspieler der AS Monaco in den vergangenen Wochen umgarnt. Konkrete Verhandlungen führte der Berater von Kondogbia am Ende mit Inter Mailand und der AC Milan. «Wer auch immer gewinnt, wird finanziell bluten müssen», kommentierte Adriano Galliani, Geschäftsführer bei Milan, das Tauziehen um den französischen Nationalspieler.

Geblutet hat Inter, gelitten hat Galliani: «Der Deal war eigentlich schon durch. Monaco hatte uns grünes Licht für einen Transfer für 40 Millionen Euro gegeben, die Zahlung sollte auf zwei Jahre verteilt werden: 20 Millionen und nochmals 20 Millionen. Aber nachdem wir die Dokumente übergeben hatten, verschwanden plötzlich alle. Offensichtlich haben sie es sich anders überlegt, oder jemand anderes hat mehr geboten.» Seit Sonntag ist klar: Inter liess sich den Kauf von Kondogbia mehr als doppelt so viel kosten wie der Bayern-Transfer von Shaqiri (18 Millionen Euro) im Januar.

Im Gegensatz zum Schweizer Nationalspieler hat Kondogbia die weit besseren Karten, auf seiner Wunschposition gleich zu Saisonbeginn als Leistungsträger aufzutreten. Mit 76 Kilogramm verteilt auf 1,88 Meter ist der defensive Mittelfeldspieler die vielversprechende Verstärkung in den Überlegungen von Roberto Manchini. «Der Trainer hat mich vor einer Woche absolut überzeugt. Für mich geht mit dem Wechsel zu Inter ein Bubentraum in Erfüllung», sagte Kondogbia gegenüber der vereinsinternen TV-Station. Als kleiner Junge habe er die Spiele von Inter immer am Fernseher verfolgt.

Der Abstieg als Initialzündung

Ironischerweise begann der Aufstieg des talentierten Allrounders mit einem Abstieg. Mit 17 Jahren debütierte er in der Ligue 1 bei RC Lens, nach nur drei Einsätzen in der 1. Mannschaft war die Relegation unvermeidbar. Kondogbia blieb, spielte und entwickelte sich in der 2. Liga zum Stammspieler. Es folgte der grosse Schritt vom Staubsauger zum Spielmacher und der Wechsel zum FC Sevilla in die Primera Division. Seine Bissigkeit in den Zweikämpfen, die Eleganz am Ball und die Angriffsauslösung bescherten ihm die Rückkehr in die heimische Liga zur AS Monaco, wo er in der Champions League internationale Härte bewies.

Auf die Königsklasse muss der Sohn zentralafrikanischer Eltern kommende Saison bei Inter verzichten. Sportlich ein Abstieg, aber im Fall Geoffrey Kondogbia kann das nur der nächste Schritt nach oben sein.

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