Auch Alpstaeg weg, der FCL-Verwaltungsrat fällt auseinander

Nach den Rückzügen von Sawiris, Schmid und Sieber tritt auch Bernhard Alpstaeg ab.

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Der 24. Oktober wird als turbulenter Tag in die Geschichte des FC Luzern eingehen. Es ist dieser Donnerstag, an dem der Verwaltungsrat der Zentralschweizer auseinander fällt. Am Morgen vermeldete die «Luzerner Zeitung», dass ein Trio das Gremium per sofort verlassen würde, bestehend aus Samih Sawiris, Hans Schmid und Marco Sieber. Den Entscheid teilten sie Präsident Philipp Studhalter schriftlich mit. Es soll um ein Kaufangebot des Trios gegangen sein. Sawiris, Schmid und Sieber besitzen 34,1 Prozent der FCL-Aktien.

Von einem Verkauf seiner Aktien an seine Mitaktionäre wollte Hauptgeldgeber Bernhard Alpstaeg offenbar nichts wissen. Wie die «Luzerner Zeitung» schreibt, verweigerte er ein Gespräch mit Sawiris, Schmid und Sieber. Letzterer wird in der Zeitung so zitiert: «Da Herr Alpstaeg einmal mehr das Gespräch verweigert, diesmal über ein aus unserer Sicht faires Angebot im Interesse des FC Luzern, sich jedoch gleichzeitig aktiv um den Verkauf seiner Aktien an Dritte bemüht, sind aus unserer Sicht die Voraussetzungen für ein weiteres Mitwirken im Verwaltungsrat nicht mehr gegeben.»

Sawiris, Schmid und Sieber wollten Alpstaeg seine 52 Prozent abkaufen. Sie boten aber zugleich an, ihre Anteile an Alpstaeg zu verkaufen. Dieser aber soll nicht nur das Gespräch verweigert haben, er hat kürzlich auch 60 Prozent der Stadion Luzern AG erworben und sich zum Stadionbesitzer gemacht.

Die grösste Überraschung kam am Donnerstagnachmittag. Gegenüber der Luzerner Zeitung bestätigte Präsident Studhalter, dass Alpstaeg ebenfalls nicht mehr zum Verwaltungsrat gehöre. Offenbar ist der Hauptaktionär bereits Anfangs Oktober von seinem Amt zurückgetreten. Darüber sei das Trio um Sawiris nicht informiert worden, sagte Sieber.

Gemäss Präsident Studhalter ist der FCL weiterhin handlungsfähig. Es sei sichergestellt, dass die Führung mit ihm selbst und dem weiteren Verwaltungsrat Josef Bieri funktioniere. Bieri besitzt zehn Prozent der FCL-Aktien und ist der letzte Aktionär, der im Verwaltungsrat verbleibt. Studhalter sagt aber auch: «Ich wünsche mir für den Club eine zeitnahe und nachhaltige Lösung.»

Um 16 Uhr bestätigt der FC Luzern die Rücktritte seiner Verwaltungsräte. In einer offiziellen Mitteilung heisst es: «Der FC Luzern bedauert, dass sich der im Aktionariat schon längere Zeit schwelende Zwist nun in der Öffentlichkeit entladen hat. Der Club fordert die Aktionäre in der aktuellen Situation zu einem besonnenen und lösungsorientierten Handeln auf, um einen noch grösseren Schaden für die Reputation und das Image des Clubs abzuwenden.»


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red

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