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Der FCB greift nach den Sternen

Der FC Basel darf heute Abend endlich wieder den Gastgeber der Champions League geben. Ganz ohne Sorgen gehen die Basler nicht in das Startspiel gegen Schachtjor Donezk: Ivan Ergic und Behrang Safari fehlen.

Optimistisch: Schachtjor Donezk beim gestrigen Training im St.-Jakob-Park.
Optimistisch: Schachtjor Donezk beim gestrigen Training im St.-Jakob-Park.
Keystone

Der Morgen riecht bereits nach Winter, als der FC Basel am Montag auf den Sportanlagen St. Jakob das tut, was Benjamin Huggel als «noch einmal Kraft tanken» bezeichnet. Und es liegt noch etwas anderes in der kühlen Basler Luft: Sternenstaub, die Ahnung von grossen Taten, banges Warten, Vorfreude und Erinnerungen. Sie vor allem: Erinnerungen an damals, 2002, als der FCB gegen Spartak Moskau sein «erstes Mal» und mit einem 2:0 auch gleich seinen ersten ekstatischen Höhepunkt in der Champions League erlebte.

Jetzt sind die Uefa und ihre Vermarkterin «T.E.A.M.» also wieder mit ihrer Geldmaschine in Basel gelandet und haben den St.-Jakob-Park übernommen. Haben die Sterne, die der FCB im Sommertraining im Engadin auf dem Schafberg mit Händen greifen wollte, über die herkömmlichen Werbeplakate gepappt. Lassen sich pro Partie 1200 Plätze reservieren, die heute besetzt sind – oder auch nicht. Und verbieten das Auflegen des offiziellen FCB-Magazins in den Pressekonferenzen vor dem Spiel.

Bester Klubfussball

Das alles nimmt gerne in Kauf, wer seit dem 18. März 2003 auf seinen nächsten Auftritt in jenem Wettbewerb wartet, in dem für Christian Gross «der wohl beste Klubfussball der Welt» gespielt wird. Nach seiner schönsten Erinnerung an die Champions League wird der Basler Trainer gefragt und Gross beginnt zu erzählen. Von seiner ersten Qualifikation mit den Grasshoppers. Vom 3:3 mit dem FCB gegen den FC Liverpool und dem Traumtor von Gimenez in Manchester. Er erzählt und erzählt. Und wer nicht weiss, welche Mythen die Champions League gebären kann, dem ist es nach diesem Exkurs klar.

Die aktuellen Basler Spieler werden alles daran setzen, dass ihr Trainer bei der nächsten Aufzählung noch etwas länger in Erinnerungen schwelgen kann. Denn dabei sein, das macht mit Huggel einer klar, der 2002/03 miterlebt hat, ist eben doch nicht alles: «Wir sind nicht nur froh, dass wir mitmachen dürfen. Wir wollen etwas erreichen.» Zum Beispiel den von Gross geforderten Startsieg gegen Schachtjor Donezk.

Moskau 2002, Donezk 2008: Die Parallelen sind da. Wieder darf der FCB das Startspiel zu Hause austragen, wieder empfängt er einen Gegner aus dem Osten und wieder trifft er als Erstes auf jene Mannschaft, die am ehesten in Reichweite zu liegen scheint. Und doch hat sich einiges geändert. Inzwischen sind so viele Millionen in den ukrainischen Fussball geflossen, dass Klubs wie Schachtjor den FCB auf dem Transfermarkt locker ausdribbeln.

Spartak hatte 2002 vier Afrikaner, einen Brasilianer und einen Jamaikaner im Kader. Im Aufgebot von Donezk-Trainer Mircea Lucescu stehen Profis aus gleich acht Nationen. Unter den sechs Brasilianern auch ein gewisser Fernandinho, den Ruedi Zbinden für interessant befand, als er noch bei Atletico Paranaense spielte. «Doch dann kam Schachtjor – und wir konnten das Dossier schliessen», erzählt der FCB-Chefscout. Fernandinho wechselte 2005 für geschätzte elf Millionen Franken an den Don.

Ohne Ivan Ergic

Etwas hat sich nicht verändert im Vergleich zu 2002: Ivan Ergic wird das Startspiel in die Gruppenphase wegen einer Knöchelverletzung und einer Erkältung verpassen. Und noch ein Stammspieler fehlt: Behrang Safari darf wegen einer Gelb-Sperre nur auf der Tribüne Platz nehmen.

Dort dürfte es heute für kurz Entschlossene noch ein paar freie Sitze geben. Bis gestern Abend waren auf der Homepage des FCB von ursprünglich 37'500 noch rund 1400 Packages für alle drei Heimspiele im Angebot. Den Ausbau des Stadions hat Benjamin Huggel als Grund ausgemacht, weswegen er viel weniger Ticket-Anfragen von Freunden erhalten hat als 2002: «Der Hype mag nun vor dem Spiel etwas kleiner gewesen sein. Aber ich bin sicher, dass im Stadion die gleiche elektrisierende Atmosphäre herrschen wird wie damals.»

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