Der Abend ist schön

Perfektes Drehbuch für YB: Die Verfolger Zürich und Basel verlieren Punkte, während die Young Boys nach überzeugender Leistung gegen Luzern 4:1 gewinnen.

Roger Assale bejubelt das 1:0 für YB.

Roger Assale bejubelt das 1:0 für YB.

(Bild: Raphael Moser)

Fabian Ruch

Die berühmte YB-Viertelstunde ist, das lässt sich nach Mittwochabend behaupten, immer noch ihren legendären Ruf wert. In der Schlussphase des Heimspiels gegen Luzern krönen die Young Boys ihren Steigerungslauf und veredeln den starken Vortrag nach der Pause mit zwei Treffern.

Fassnacht schiebt ein zum 3:1. Quelle: SRF

Zuerst entscheidet Christian Fassnacht das Spiel in der 78. Minute, kurz vor Schluss setzt der soeben eingewechselte Nicolas Ngamaleu den Schlusspunkt mit dem 4:1. Dank teilweise formidabler Vorstellung in der zweiten Halbzeit geht der Sieg für YB auch in dieser Höhe in Ordnung.

Ngamaleu sorgt für die Entscheidung. Quelle: SRF

Enttäuschende Kulisse

Obwohl es den Young Boys prächtig läuft, sind die Zuschauerzahlen seit ein paar Wochen ziemlich bescheiden. Gestern bildeten gut gezählte 13 341 Besucher eine ­triste Kulisse, zumal diese Zahl dank rund 11 200 verkauften Saisonkarten geschönt ist. Anwesend waren vermutlich keine 10 000 Leute im Stade de Suisse, was angesichts der Affiche Erster vs. Vierter sehr enttäuschend war.

Immerhin erlebten die Zuschauer am Mittwochabend eine relativ rasante Begegnung, in der es nicht an Tempo und Zweikämpfen fehlte, vorerst aber an richtig guten Gelegenheiten. Einzig Luzerns Francisco Rodriguez näherte sich bereits nach 90 Sekunden gefährlich an, sein Abschluss kullerte knapp rechts am Pfosten vorbei. Die Young Boys agierten gefällig, sie griffen oft über die Seiten an, wobei die auffälligen Aussenverteidiger Kevin Mbabu und Jordan Lotomba regelmässig wie zweite Flügelspieler stürmten.

Insbesondere Lotomba gefiel mit feiner Ballbehandlung und einer gesunden Portion Frechheit. Der 18-Jährige brillierte als Protagonist im schönsten Angriff der ersten Halbzeit, als er sich zuerst forsch durchsetzte und nach einer kurzen Ballstafette scharf zur Mitte flankte. Die Hereingabe fand zwar keinen Abnehmer, unterstrich aber das Talent Lotombas.

Aus dem Spiel heraus fiel es den Mannschaften vor der Pause schwer, in die Nähe eines Torerfolges zu gelangen. Und so konzentrierten sich die Zuschauer auf die im 5-Minuten-Rhythmus eingeblendeten Resultate der YB-Verfolger Zürich und Basel – sowie die Blitztabelle. Und der Rückstand des Rivalen FCB in St. Gallen, erst 0:1, bald 0:2, sorgte für Begeisterung auf den Rängen. Einziger Schönheitsfehler der Unterhaltung hoch oben auf den riesigen Videowänden: Der FCZ lag in der Blitztabelle dank der 1:0-Führung in Lausanne wieder einen Punkt vor YB – Zürich 16, YB 15, Basel (als Vierter) 11.

Drei Tore nach Standards

Das korrigierten die Young Boys nach 35 Minuten. Wenig überraschend benötigten sie dazu eine Standardsituation und den feinen linken Fuss Miralem Sulejmanis. Dessen Corner spedierte Kasim Nuhu mit dem Kopf vors Tor, dort verlängerte Roger Assalé den Ball aus drei Metern ins Tor.

Assalé trifft zum 1:0. Quelle: SRF

Lange durfte sich YB über die Führung in Spiel und Blitztabelle nicht freuen, denn auch Luzern besitzt einen begabten Schützen. Francisco Rodriguez schlug in der 38. Minute einen Freistoss von der Seite tückisch vors geg­nerische Tor, was bei den Young Boys reichlich Desorientierung stiftete. Gleich zwei Luzerner standen im Fünfmeterraum allein vor dem zögerlichen Torhüter David von Ballmoos, schliesslich lenkte Yannick Schmid den Ball entscheidend ab.

Luzern gleicht aus. Quelle: SRF

Noch vor der Pause jedoch stellten YB gegen Luzern sowie Sulejmani im Duell der Torvorbereiter gegen Rodriguez auf 2:1. Sulejmanis Freistoss benötigte dabei erneut eine Relaisstation, diesmal bereitete Christian Fassnacht mit dem Kopf vor, Jean-Pierre Nsame vollendete mit einem Kopfball.

Nsame trifft zum 2:1 für die Young Boys. Quelle: SRF

Das gelb-schwarze Glück dieser ersten Halbzeit komplettierte die Meldung aus Lausanne, wonach der FCZ unmittelbar vor der Pause das 1:1 erhalten habe. Die Blitztabelle las sich nun aus Berner Sicht geradezu köstlich: YB 17, Zürich 14, Basel (als Vierter) 11.

Daran änderte sich nach der Galavorstellung der Young Boys in der zweiten Halbzeit nichts mehr. Am Sonntag reisen die Berner als einigermassen souveräner Tabellenführer zum FC Sion – während sich der taumelnde ­Serienmeister Basel und Zürich einen Tag vorher zum Verfolgerduell treffen.

Berner Zeitung

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