Der Charaktertest

Das erste Spiel für YB nach Uli Forte. Ironie der Geschichte: Thuns Trainer Ciriaco Sforza war vor Fortes Engagement ebenfalls ein heisser Kandidat.

YB-Sportchef Fedy Bickel sieht man die Strapazen der letzten Wochen an.

YB-Sportchef Fedy Bickel sieht man die Strapazen der letzten Wochen an.

(Bild: Keystone)

Thomas Niggl@tagesanzeiger

Dass er vor Uli Fortes Amtsantritt in Bern vor zwei Jahren bei YB im Gespräch war, ist für Ciriaco Sforza keine besondere Motivation. Der Aargauer spekuliert überhaupt nicht auf die Nachfolge des am Donnerstag entlassenen Zürchers. «Ich bin in Thun und habe mit dieser talentierten Mannschaft, die mir unheimlich viel Freude bereitet, noch sehr, sehr viel vor», sagt Sforza.

Der ehemalige Nationalspieler ist als Trainer im Berner Oberland rundum glücklich, auch wenn sein Team zurzeit ein stressiges Programm bewältigen muss. «Wir hatten zuletzt mit der Meisterschaft und der Europa League alle drei Tage ein Spiel. Wir laufen zurzeit auf dem Zahnfleisch», sagt Sforza. Klagen mag er indes nicht: «In einer solchen Phase zeigt sich auch, wer auf die Zähne beissen und den inneren Schweinehund überwinden kann.»

«Wir werden gegen YB etwas riskieren»

Nach dem 2:2 in der Europa League in Vaduz am Donnerstag, wo sich Thun für die nächste Runde qualifiziert hat, hat Sforza mit seinen Spielern vorwiegend Regeneration betrieben. «Das Spiel in Vaduz kostete viel Kraft, weil wir in einer mörderischen Hitze antreten mussten. Bis zum Spiel am Sonntag in Bern werden wir deshalb höchstens etwas Gymnastik und technische Übungen machen. »

Sforza verspricht, dass sein Team heute Nachmittag voll auf Sieg spielen wird. «Wir wollen mutig und frech nach vorne spielen und etwas riskieren. Das entspricht auch der Mentalität meiner Spieler.»

Für YB ist es das erste Spiel nach der Entlassung von Trainer Uli Forte am Donnerstag. Jetzt stehen vor allem die Spieler in der Verantwortung und müssen den Club wieder aus der sportlichen Krise führen. Sportchef Fredy Bickel spricht denn auch von einem Charaktertest – aber für alle, wie er betont: «Wir alle stehen jetzt in der Verantwortung. Wir alle tragen eine Mitschuld, dass wir zurzeit in einer solchen Situation stecken. Wir alle müssen und wollen das so schnell wie möglich korrigieren.»

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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