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Das Wunder, das keiner sehen will

Der VfL Wolfsburg ist in der Bundesliga der einzige ernsthafte Verfolger des übermächtigen FC Bayern. Ein Zuschauermagnet ist der Club von Benaglio und Rodriguez trotzdem nicht.

Erfolgreich dank Schweizern: Der Bundesligazweite Wolfsburg beschäftigt mit Ricardo Rodriguez...
Erfolgreich dank Schweizern: Der Bundesligazweite Wolfsburg beschäftigt mit Ricardo Rodriguez...
Keystone
... Captain Diego Benaglio...
... Captain Diego Benaglio...
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Beeindruckende Torquote: Der niederländische Stürmer Bas Dost hat in den letzten zwei Spielen sechsmal getroffen.
Beeindruckende Torquote: Der niederländische Stürmer Bas Dost hat in den letzten zwei Spielen sechsmal getroffen.
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4:1 gegen Rekordmeister und Tabellenführer Bayern München. Der VfL Wolfsburg sorgte gleich beim Rückrundenstart der Bundesliga für Aufsehen und weckte leise Hoffnung auf etwas Spannung im Kampf um die Meisterschale.

Der Werksclub rund um die Schweizer Diego Benaglio, Ricardo Rodriguez und Timm Klose hat sich in dieser Saison zum Bayern-Jäger Nr. 1 gemausert und ist auch im internationalen Geschäft weiterhin mit dabei. Gegen Sporting Lissabon feierten die Wölfe im Sechzehntelfinal der Europa League einen verdienten 2:0-Sieg. Beide Tore erzielte der Niederländer Bas Dost. Der grossgewachsene Stürmer zeigte bisher eine überragende Rückrunde und erzielte wettbewerbsübergreifend neun Tore in fünf Spielen und ist damit Sinnbild für die jüngsten Wolfsburger Erfolge. Neben Dost muss allerdings auch der belgische Spielmacher Kevin de Bruyne erwähnt werden. Der 23-Jährige führt momentan mit 8 Toren und 12 Vorlagen die Skorerliste der Bundesliga an.

Auch zwei Schweizer haben beim Team von Dieter Hecking eine tragende Rolle. Goalie Diego Benaglio ist Mannschaftskapitän und seit Jahren ein sicherer Rückhalt. Der Schweizer Nationalverteidiger Ricardo Rodriguez gehört mittlerweile gar zu den besten Aussenverteidigern der ganzen Liga. Das weckt Begehrlichkeiten bei ganz grossen Clubs. Doch die Wolfsburger haben bewiesen, dass sie in solchen Situationen auch gewillt sind, viel Geld zu investieren, um ihre schlagkräftige Truppe zusammenzuhalten. Unlängst wurde der Vertrag von Rodriguez bis 2019 verlängert und dessen Gehalt auf fürstliche acht Millionen Franken pro Jahr erhöht. Zudem wurde im Winter noch Weltmeister André Schürrle für 34 Millionen Franken aus Chelsea zurück in die Heimat geholt.

0,00 Millionen Zuschauer

Bei all den klingenden Namen und den vermehrt guten Ergebnissen müsste man davon ausgehen, dass die Spiele des VfL mittlerweile mit grösserem Interesse verfolgt werden. Auch wenn die Stadt Wolfsburg mit gut 120'000 Einwohnern sicher nicht zu den Grossstädten in Deutschland zählt.

Die Sympathien gehen bei den Wölfen aber offenbar nicht weit über die Stadtgrenzen hinaus. Die Einschaltquoten des privaten Sportsenders Sky geben ein richtig düsteres Bild ab. Im Jahr 2013 schauten sich vier der letzten fünf Partien zwischen Wolfsburg und Bayer Leverkusen weniger als 5000 Personen an. Damit liegt das Ergebnis unter den messbaren Werten und wird in der Erhebung mit einer Quote von 0,00 Millionen Zuschauern angegeben.

Immerhin ein kleiner Hoffnungsschimmer auf Zuschauerzuwachs dürften Benaglio, Rodriguez und Co. im Hinblick auf die nächste Saison haben. Mit dem gefestigten zweiten Platz (acht Punkte vor Verfolger Gladbach) darf der VW-Club langsam aber sicher die Champions League einplanen. Vielleicht locken ja Gegner wie Real Madrid oder Chelsea mehr Zuschauer vor die Bildschirme. (jge)

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