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«Das schlechteste Spiel seit Jahren»

Stephan Lichtsteiner und Nationaltrainer Vladimir Petkovic ziehen nach dem 2:3 in der Slowakei Bilanz – und nehmen das Team in die Pflicht.

Am Schluss wurde es gehässig: Rudelbildung in der Nachspielzeit.
Am Schluss wurde es gehässig: Rudelbildung in der Nachspielzeit.
Keystone
Mutmacher: Derdiyok (M.) und Drmic verhinderten mit ihren Toren ein Debakel.
Mutmacher: Derdiyok (M.) und Drmic verhinderten mit ihren Toren ein Debakel.
Keystone
Ohne Rücksicht auf Verluste: Duris und Schär kämpfen mit harten Bandagen.
Ohne Rücksicht auf Verluste: Duris und Schär kämpfen mit harten Bandagen.
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Im Gegensatz zu einigen seiner am Ende aufgebrachten Spieler kommentierte der slowakische Coach Jan Kozak den vorwiegend ungenügenden, in der wilden Nachspielzeit gar unsympathischen Auftritt der Schweizer Nationalmannschaft am Freitagabend in Trnava überaus gastfreundlich: «Die Schweizer waren stark und haben hinten sehr beweglich und konsequent gespielt.» Seine Einschätzung eines lange lethargischen Gegners war nett, aber exklusiv.

Die Verlierer selber beschönigten vor allem die ungelösten Probleme bis zum 0:3 nach 55 Minuten nicht. Stephan Lichtsteiner holte weit aus: «Es war wahrscheinlich das schlechteste Spiel dieser Mannschaft seit Jahren.» Nichts habe zusammengepasst, mit jedem missratenen Vorstoss hätten sie sich in der unkoordinierten Rückwärtsbewegung selber in Bedrängnis gebracht.

«Ein Spiel zum Vergessen», ärgerte sich der Juventus-Verteidiger. Nur jene vier, die auf Anordnung von Vladimir Petkovic gleichzeitig zur Begrenzung des Schadens eintraten, dürften die vierte Niederlage im 14. Spiel der Ära Petkovic minim besser in Erinnerung behalten. «Ihnen muss man ein Kompliment machen, sie haben der Mannschaft weitergeholfen», so Lichtsteiner.

Valon Behrami, er als furchtloser Antreiber, Admir Mehmedi, der mehr Drive zu bieten hat als der viel zu zurückhaltende Flügel Valentin Stocker. Verteidiger Michael Lang brachte Ruhe und Ideen ein. Und der Mönchengladbacher Reservist Josip Drmic markierte das 2:3 und ist seit Petkovics Amtsantritt bereits bei fünf Treffern angelangt. Der Abend endete vor allem dank dem Support der Joker relativ glimpflich.

«Sie bewegten mehr als ander»e, stellte auch der Schweizer Trainer fest und lobte ausdrücklich ihre Präsenz auf dem Platz. Bevor er mit seinem taktischen Eingriff die gröbsten Mängel der unzureichend abgestimmten Equipe behob, hatte so ziemlich alles gefehlt: die Bewegung, die Leidenschaft, der Mut, das Tempo, die Konzentration, die Abstimmung, die Kommunikation.

Innerhalb einer Halbzeit kamen sehr viele Baustellen zum Vorschein. Notabene gegen einen Kontrahenten, der seit dem Ende einer fast einjährigen Siegesserie einen eher durchzogenen Herbst hinter sich hat, oder wie es Petkovic formulierte: «Der Gegner war nicht wahnsinnig stark. Wir haben uns das Leben selber erschwert.»

Der schonungslosen Einschätzung Lichtsteiners mochte er sich zwar nicht anschliessen, aber zwischen den Zeilen platzierte er eine Warnung an die Adresse jener, die in Interviews ihre Absicht kundtun würden, Stammspieler zu werden: «Mit Sprechen kann man nicht viel bewegen.»

Empfohlen hat sich aus der zweiten Reihe keiner. Pajtim Kasami, in Piräus auch auf Champions-League-Ebene ein sicherer Wert, tat sich an der Seite von Captain Gökhan Inler schwer, Gelson Fernandes wirkte planlos. Und an vorderster Front traf Eren Derdiyok im dritten Spiel seit dem Comeback zum zweiten Mal, überzeugt hat er Petkovic trotz seines akzeptablen Outputs noch nicht restlos: «Er muss sich um seinen Platz im EM-Team bemühen.»

Gegen Österreich, in der EM-Ausscheidung statistisch die Nummer 2 der 53 teilnehmenden Verbände und innerhalb von vier Jahren im Fifa-Ranking um 66 Ränge auf den 11. Platz vorgestossen, ist eine kollektive Verbesserung unabdingbar. Petkovic verlangt eine andere Mentalität, mehr Risikobereitschaft: «Wenn wir ein gutes Ergebnis wollen, müssen wir von Anfang an so spielen wie in den letzten 30 Minuten.»

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