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«Das ist reine Panikmache der Medien»

Steckt Deutschland eine Woche vor seinem ersten EM-Einsatz im Tief? Namhafte Experten glauben trotz des 3:5 gegen die Schweiz und des mageren 2:0 über Israel nicht an diese Theorie.

Eine Woche vor dem Start suchen die Deutschen ihre EM-Form.
Eine Woche vor dem Start suchen die Deutschen ihre EM-Form.
Keystone
Können sie zur rechten Zeit wieder aufstehen?
Können sie zur rechten Zeit wieder aufstehen?
Keystone
Kollektives Entsetzen bei den Bayern nach dem verlorenen Final im eigenen Stadion.
Kollektives Entsetzen bei den Bayern nach dem verlorenen Final im eigenen Stadion.
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Die vergangenen Wochen verliefen gar nicht nach dem Gusto des deutschen Bundestrainers Joachim Löw. Skeptiker befürchten, dass der DFB-Elf sieben Tage vor dem ersten EM-Einsatz gegen Portugal nur noch eine Wunderheilung helfen kann. Tatsächlich war die Vorbereitungsphase für den dreifachen Welt- und Europameister eine Ansammlung von Tiefschlägen – mit dem chaotischen Auftritt gegen die Schweiz in Basel als unrühmlichem Höhepunkt. Wegen der Beteiligung am Champions-League-Final stiessen zudem die acht Spieler von Bayern München erst am vergangenen Samstag nach der Partie gegen die Schweizer zur Nationalelf. Und sie rückten mit jeder Menge Sorgen im Gepäck ein.

Die Bayern kommen aus einer Saison, in der sie sämtliche Titel verspielt haben. In der Meisterschaft und im Endspiel des DFB-Pokals scheiterten sie an Dortmund. In der Champions League im Elfmeterschiessen an Chelsea. Sie müssen gleich drei bittere Niederlagen verdauen. Bastian Schweinsteiger ist zu allem Übel auch noch physisch angeschlagen. Seit dem Final der Königsklasse, in dem er den entscheidenden Elfmeter an den Pfosten schoss, laboriert er an einer hartnäckigen Wadenverletzung und konnte deshalb die Generalprobe gegen Israel nicht bestreiten.

«Die anderen müssen die Bayern-Spieler integrieren»

Günter Netzer, 1974 mit Deutschland Weltmeister, macht sich um seine Landsleute dennoch keine allzu grossen Sorgen. «Natürlich müssen die Spieler der Bayern psychologisch eine schlechte Saison aufarbeiten. Besonders der verlorene Champions-League-Final war für sie eine sportliche Tragödie. Profis, die auf einem so hohen Niveau spielen, müssen aber psychisch in der Lage sein, eine Enttäuschung auf ein grosses Turnier hin wegzustecken. Das ist ihre Verpflichtung», führt Netzer aus. Die Deutschen seien ausserdem längst nicht die einzige Mannschaft, die noch nach ihrer Form suche. «Sie werden auf den Punkt bereit sein und haben jetzt noch eine Woche Zeit, auch taktisch die nötigen Korrekturen anzubringen.»

«Das ist Anreiz genug»

Wie Netzer denkt auch Ciriaco Sforza. «Natürlich haben die Bayern für ihre Verhältnisse eine miserable Saison hinter sich. Dass dies psychologische Auswirkungen auf die EM und insbesondere auf die Spieler der Münchner haben soll, ist dedoch reine Panikmache der Medien», so der ehemalige Bayern-Regisseur. «Die Münchner Spieler haben die Saison im Club längst im Kopf verarbeitet. Sie können mit dem Gewinn des EM-Titels noch eine ganze Saison retten und werden deshalb heiss auf diese Endrunde sein. Das ist Anreiz genug, um sich noch einmal zu zerreissen.»

«Die Deutschen werden Europameister»

Für den Bundesliga-Experten Jörg Stiel sind die Deutschen sogar der Topfavorit auf den Titel. «Sie erreichen den Final und gewinnen diesen auch», ist er überzeugt. Der Schlüssel zum Erfolg sei aber Bastian Schweinsteiger. «Sein Problem ist nicht der verschossene Elfmeter gegen Chelsea, sondern seine Fitness», sagt der frühere Gladbach-Captain. «Mit seiner Wadenverletzung hat Schweinsteiger gegen Chelsea offenbar während 115 Minuten gespielt. Das macht die Sache natürlich nur noch schlimmer. Falls er sich erholt, sehe ich nur die Deutschen als Europameister.» Zudem hätten die Deutschen auch qualitativ ein hochstehendes Kader. «Spieler wie Marco Reus oder André Schürrle, der nach seiner Einwechslung gegen Israel gleich ein Tor schoss, schüren den gesunden Konkurrenzkampf. Und das ist noch einmal ein Plus für die Deutschen.»

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