«Das ist natürlich Kindergarten»

Captain Granit Xhaka und seine Teamkollegen hatten gar keine Freude daran, dass die Schweiz erneut einen Vorsprung verspielte.

Fabian Schär schliesst eine schöne Kombination zum 1:0 für die Schweiz ab. (Quelle: SRF)

Fabian Schär hatte den schönsten Angriff des Abends mit dem 1:0 für die Schweiz abgeschlossen. Doch als er nach dem Schlusspfiff auf dem Rasen stand, war er nicht nur enttäuscht. Er war verärgert.

Schär redete zwar auch von seinem «sehr schön herausgespielten Tor». Doch vor allem nervte sich der Innenverteidiger darüber, dass die Schweizer Nationalmannschaft wie beim 3:3 gegen Dänemark den Sieg in den letzten Minuten verspielte. Gegen die Skandinavier war es ein 3:0 gewesen, das nicht für den Sieg gereicht hatte. Dieses Mal genügte ein 1:0 nicht für drei Punkte.

Xhaka: «Der letzte Wille fehlte»

Von einem «dummen Ballverlust» unmittelbar vor dem Gegentreffer sprach Schär. Und: «Es ist nicht das erste Mal, dass wir uns auf solche Weise in eine blöde Situation bringen. Wenn wir uns immer wieder so den Sieg nehmen lassen, wird es schwierig.» Die Mannschaft müsste schnellstens aus diesen Fehlern lernen, verlangt der Verteidiger, «wir müssen einen Schritt vorwärts machen».

Ähnlich kritisch äusserte sich Granit Xhaka. «Wir hatten die besseren Chancen, wir hatten viele Chancen, wir waren oft im Strafraum», sagte der Captain, «doch uns fehlte wie in den vergangenen Spielen der letzte Wille, der letzte Pass.» Und Xhaka war ebenso unzufrieden wie alle anderen, dass die Mannschaft nicht fähig war, das 1:0 über die Zeit zu bringen. «Wir müssen schauen, dass wir nach einem Fehler nicht sofort ein Tor kassieren. Das ist natürlich Kindergarten.»

Bezeichnend für den Auftritt der Schweizer: Embolo rutscht im dümmsten Moment aus. (Quelle: SRF)

Goalie Yann Sommer befand, die Schweiz habe vor allem eine gute zweite Halbzeit abgeliefert, «und wenn wir etwas effizienter gewesen wären, hätten wir gewonnen. Ganz einfach». So aber blieb auch ihm nur eine bittere Erkenntnis: «Wir waren in der Schlussphase nicht intelligent genug.» Die Enttäuschung vermochte Remo Freuler ebenfalls nicht zu verbergen. Der Mittelfeldspieler sprach von «verlorenen zwei Punkten» und bemerkte: «Jetzt haben wir keine Wahl: Wir müssen die restlichen Partien in unserer Gruppe gewinnen.»

Petkovic: «Wir müssen böser werden»

Vladimir Petkovic gefiel das Resultat so wenig wie seinen Spielern. «Das ist sicher zu wenig», sagte der Nationalcoach, «es fehlte der letzte Biss. Wenn wir zu Chancen kommen, müssen wir mehr Entschlossenheit zeigen, konkreter werden, böser.» Dann blickte er voraus, auf Sonntag und das Heimspiel gegen Gibraltar in Sion. Dort wird Haris Seferovic nicht dabei sein. Er kehrt zu seiner hochschwangeren Frau nach Lissabon zurück. Für den Stürmer ist Ruben Vargas nachnominiert worden. Der 21-jährige Luzerner befindet sich in einem persönlichen Hoch: Im Sommer wechselte er zu Augsburg und erzielte in den ersten drei Bundesligapartien drei Tore.


Dritte Halbzeit – der Tamedia Fussball-Podcast

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