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Das grosse Rätselraten nach Gary Speeds Tod

Warum nimmt sich ein erfolgreicher Fussballtrainer, der glücklich verheiratet ist, das Leben? Diese Frage beschäftigt Grossbritannien nach dem Suizid von Gary Speed.

Member of the Order of the British Empire: Gary Speed wurde im Dezember 2010 von der Queen für seine Verdienste um den britischen Fussball geehrt.
Member of the Order of the British Empire: Gary Speed wurde im Dezember 2010 von der Queen für seine Verdienste um den britischen Fussball geehrt.
Keystone
Die Spieler des FC Liverpool trauerten vor dem Spiel gegen Manchester City um Speed. In allen Stadien Grossbritanniens kam es am Wochenende zu Schweigeminuten.
Die Spieler des FC Liverpool trauerten vor dem Spiel gegen Manchester City um Speed. In allen Stadien Grossbritanniens kam es am Wochenende zu Schweigeminuten.
Keystone
«Legende, ruhe in Frieden»: Widmung auf einem Trikot von Speeds ehemaligem Verein Newcastle United.
«Legende, ruhe in Frieden»: Widmung auf einem Trikot von Speeds ehemaligem Verein Newcastle United.
Reuters
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Der Tod des walisischen Nationaltrainers Gary Speed hat Grossbritannien in eine Art Schockstarre versetzt. So sehr, dass sich sogar die aggressive Boulevardpresse zurücknimmt und die Privatsphäre der Hinterbliebenen respektiert. Selbst das Wort «Suizid» findet nur sehr selten Verwendung. Die grossen Tabloid-Blätter «The Sun» oder «Daily Mirror» zitieren nur, was ihnen Speeds Agent Hayden Evans mitteilt. Dass Speeds Ehe glücklich gewesen sei und dass er keine Anzeichen einer Depression gezeigt habe. «Garys Frau Louise versteht das alles nicht, es ist ein Mysterium», so Evans.

Der frühere englische Nationalstürmer Alan Shearer sah den Verstorbenen am Samstag noch in den BBC-Studios. «Ich frage mich ständig, warum Speedo mich oder einen anderen engen Freund nicht angerufen hat, als es ihm so schlecht ging», gab er zu Protokoll. Er sei nun in Gedanken bei Speeds Frau, den beiden Söhnen und seinen Eltern: «Was sie jetzt durchmachen müssen, ist unvorstellbar. Dass ich mit ihm zusammen war, er glücklich schien und scherzte, geht mir nicht aus dem Kopf.» Shearer fügte an, er und Speed hätten noch gemeinsame Ferienpläne für den kommenden Sommer geschmiedet.

Ein grosses Spiel zu Ehren des Verstorbenen

Der walisische Verband plant ein Spiel zu Ehren von Gary Speed. Dieses soll am 29. Februar stattfinden und das eigene Nationalteam mit einer hochkarätigen Mannschaft zusammenbringen. Welch grosse Bedeutung Speeds Andenken beigemessen wird, zeigt auch, dass sogar der britische Premierminister David Cameron der Familie des Verstorbenen sein Beileid ausdrückte. «Der Premierminister ist tief traurig, vom Tod Gary Speeds zu hören, der von Fussballfans überall im Land tief respektiert wurde. Die Gedanken des Premierministers sind bei Gary Speeds Familie und Freunden», heisst es im Schreiben aus 10 Downing Street.

Hitzfelds Reaktion und Fifa-Fahnen auf Halbmast

Der Schweizer Nationalcoach Ottmar Hitzfeld bezeichnete Speeds Suizid im «Audi Star Talk» auf dem TV-Sender Sport 1 als «Schock» und «starken Schlag». «Vor vier Wochen haben wir noch gegeneinander gespielt mit der Schweiz gegen Wales. Ich dachte, Speed wird Karriere machen, bald in England einen grossen Verein trainieren», so Hitzfeld. «Es fällt einem ja nicht auf, wenn jemand psychische Probleme hat, darüber spricht man ja nicht in der Öffentlichkeit.»

Die Fans geben ihrer Trauer Ausdruck, indem sie Trikots, Blumen und Schals in den Stadien von Speeds früheren Vereinen FC Everton, Leeds United und Newcastle United sowie im Cardiff City Stadium und dem Millennium Stadium, den Heimstätten des walisischen Nationalteams, niederlegen. Am Fifa-Hauptsitz in Zürich liess Präsident Sepp Blatter die Fahnen auf Halbmast setzen.

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