«Da fehlt mir auch ein bisschen der Respekt»

Urs Fischer äussert sich zur möglichen Nachfolge von Vladimir Petkovic. Er hat kein Verständnis für die Spekulationen und Umfragen.

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Natürlich kam sein Name ins Spiel. Schliesslich erfüllt er ja alle Kriterien. Er ist Trainer, er ist Schweizer, dort, wo er arbeitet, hat er Erfolg: Urs Fischer. Im Frühling führte er Union Berlin sensationell in die erste Bundesliga. Dort schlug er unter anderem Borussia Dortmund und am Samstag das so formstarke Freiburg. Jetzt ist er Teil von Umfragen und Spekulationen, es geht um den Posten des Nationaltrainers, um die Nachfolge von Vladimir Petkovic.

Das haben sie auch in Deutschland mitbekommen. Und so spricht Fischer nach dem überraschenden 2:0 zu Hause gegen Freiburg eben nicht nur über dieses Spiel, sondern auch über das Thema, das in den letzten Wochen lanciert wurde, ganz unabhängig davon, ob Petkovic es mit der Schweizer Nationalmannschaft an die EM 2020 schafft oder nicht. Viele Medien befragten ihre Leser, so auch der «Blick», bei dem sich aus 10’000 Lesern 35 Prozent für Fischer aussprachen.

Als Fischer nach dem Sieg gegen Freiburg auf diese Umfrage angesprochen wird, lacht er erst einmal. «Vielleicht ist es ja gut, kommt diese Frage», sagt er. Denn er verstehe es nicht. Er verstehe nicht, wie man so etwas machen könne. Er erwähnt das gute Spiel gegen Dänemark, das tolle gegen Irland, die Tatsache, dass die Schweiz jetzt auf zwei Gegner treffe, die man schlagen könne. «Und der Trainer wird in Frage gestellt? Das verstehe ich einfach nicht.»

«Die Schweiz wird beide Spiele gewinnen»

Natürlich habe es ihn gefreut, das Resultat der Umfrage, sagt Fischer. Er erklärt aber auch: «Da fehlt mir ein bisschen der Respekt vor dem Trainer.» Petkovic sei ein Trainerkollege, er könne sich in dessen Lage hineinversetzen, erklärt der frühere Trainer von Zürich, Thun und Basel. Auf den Einwand, dass der Verband wohl auf ihn zukäme, wenn Petkovic und die Schweiz gegen Gibraltar und Georgien keine sechs Punkte holen würden, antwortet er: «Die Schweiz wird beide Spiele gewinnen und mit diesem Trainer die Europameisterschaft bestreiten.»

Unklar ist ohnehin, ob die Aufgaben des Nationaltrainers zu Fischer passen würden. Ihm mache die tägliche Arbeit unheimlich viel Spass, sagt Fischer, ihm würde wohl auch etwas fehlen, wenn er nicht mehr im Clubfussball tätig wäre. «Aber das ist ja alles hypothetisch.»


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mro

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