Cristiano Ronaldo explodiert

Nach der Derbypleite gegen Atlético kritisierte der Superstar seine Mitspieler – und versuchte anschliessend zu relativieren.

Cristiano Ronaldo erwischte gegen Atlético Madrid einen schwachen Tag.

Cristiano Ronaldo erwischte gegen Atlético Madrid einen schwachen Tag.

(Bild: Keystone)

Wutentbrannt stand er in der Mixed Zone vor die Kameras – soeben hatten Cristiano Ronaldo und Real Madrid das Stadtderby im heimischen Bernabéu mit 0:1 verloren. Die Liga, vorher mit neun Punkten Rückstand auf Leader Barcelona ohnehin schon sehr schwer zu gewinnen, entpuppt sich als aussichtslos. Gegenüber den Medienleuten liess er dann seinem ganzen Frust freien Lauf.

«Wenn alle auf meinem Level wären...»

«Ihr sagt immer ich sei schlecht. In der Liga-Torschützenliste bin ich nah an den Leadern und in der Champions League sehe ich niemanden in meiner Nähe», schimpfte «CR7» und schob nach: «Das nervt mich, ich habe das Gefühl es ist eine Hetzjagd gegen mich im Gange.» Dann ätzte er in Richtung seiner Teamkollegen: «Es heisst, Cristiano sei aus irgendwelchen Gründen schlechter geworden, aber das stimmt nicht. Wenn alle in meiner Mannschaft auf meinem Level wären, dann wären wir wohl Tabellenführer.»

Dazu beklagte er das Verletzungspech, der Grund wieso der spanische Rekordmeister immer wieder auf Gareth Bale, Marcelo oder Karim Benzema verzichten musste. Der Portugiese sagte auch, ohne einen Marcelo sei alles viel schwieriger: «Ich will nicht sagen, dass Spieler wie Kovacic, Danilo oder Jesé nicht gut sind. Sie sind sehr gut, aber... Das ist meine Ansicht.» Vertrauen in Richtung seiner Mitspieler sieht definitiv anders aus. Dabei erwischte der 31-Jährige auch keinen Sahnetag: 25 Ballverluste waren der Höchstwert der Partie.

Der Rundumschlag endete mit einigen Worten in Richtung von Reals ehemaligem Trainer Rafa Benitez: «Ich weiss nicht, ob die Verletzungen mit Pech zusammenhängen oder mit einer ungenügenden Saisonvorbereitung.»

Auch der Captain versucht zu schlichten

Nach dem grossen Wirbel um seine Worte, der innert kürzester Zeit in Spanien entflammte, versuchte Ronaldo gegenüber «Marca» etwas zu relativieren: «Ich habe nie das Niveau meiner Mitspieler angreifen wollen, sondern habe damit die körperliche Verfassung gemeint. Ich bin nicht besser als die anderen.» Auch Captain Sergio Ramos wollte die Worte seines besten Torschützen nicht überbewerten: «Ich denke nicht, dass Cristiano seine Mitspieler angreifen wollte. Möglicherweise hat er sich einfach falsch ausgedrückt.»

Grosser Nutzniesser der Real-Krise ist der FC Barcelona. Die Katalanen könnten heute mit einem Heimsieg gegen den FC Sevilla den Erzrivalen auf zwölf Punkte distanzieren. Das zweitplatzierte Atlético wäre dann acht Punkte hinter dem souveränen Leader.

fas

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