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Cissés Hollywood-Moment

Zum Start der Promotion League hat der FC Köniz gegen Yverdon-Sport 2:3 verloren. Bei den Waadtländern gab der französische Weltstar Djibril Cissé seinen Einstand und traf zum Sieg.

Die pure Ekstase: Der ehemalige Weltstar Djibril Cissé feiert sein 3:2-Siegtor gegen Köniz inbrünstig.
Die pure Ekstase: Der ehemalige Weltstar Djibril Cissé feiert sein 3:2-Siegtor gegen Köniz inbrünstig.
Andreas Blatter

Es ist das Lebenselixier eines jeden Stürmers. Dieses ekstatische Gefühl, wenn man den Ball zum Siegtor über die Linie drückt. Das Adrenalin, das durch den Körper pumpt, wenn man nach erfolgreichen Abschluss zum Jubeln ansetzt.

Der Franzose Djibril Cissé kennt diesen Zustand zur Genüge. Der 35-jährige ehemalige Nationalspieler (41 Einsätze) war ein Weltstar, firmierte in der französischen Ligue 1 als Torschützenkönig, gewann auf dem Zenit seiner Karriere 2007 mit Liverpool die Champions League.

2015 hörte er auf, aus gesundheitlichen Gründen. Zwei Jahre später ist er zurück auf kleinerer Bühne in der drittklassigen helvetischen Promotion League – mit einem künstlichen Hüftgelenk. Am Mittwoch gab er in Köniz sein Comeback zum Saisonauftakt.

Mannschaftsdienlicher Star

Ein Comeback, das zum Ende wie ein kitschiger Film aus Hollywood daherkam: Mit seinem 29. Ballkontakt (von insgesamt 32) buchte Cissé in der 86. Minute das 3:2 für seinen neuen Arbeitgeber Yverdon. Er feierte es, als hätte er gerade in einem WM-Final reüssiert.

Sein Sprint Richtung Eckfahne in die Kurve, wo die Westschweizer Supporter standen, war beeindruckend, schneller bewegte er sich an diesem Abend selten. Da war es wieder, dieses Gefühl der Ekstase. Cissé hatte es vermisst. «Es zählt nur der Sieg», meinte ein ausgepumpter Cissé nach Spielschluss in Profimanier. «Aber klar, es ist schön, das entscheidende Tor zu machen», erklärte der Franzose, der zugab, dass er zwei Jahre nach seinem letzten Ernstkampf nun «ziemlich müde» sei.

Erstaunlich mannschaftsdienlich hatte der Stürmer agiert, der in der Vergangenheit auch schon als Exzentriker Schlagzeilen gemacht hatte. Bei Cornern gegen sein Team bewachte er neben dem Pfosten die Torlinie, im teils aufsässigen Pressing, das die Waadtländer veranstalteten, machte er brav mit. Kein Hauch von Starallüren. Cissé fügte sich blendend ins Gefüge von Yverdon ein.

In der ersten Halbzeit spielte der spielstarke Aufsteiger Köniz an die Wand, führte trotz Narrenfreiheit im Mittelfeld und etlichen Torchancen aber nur 1:0. Im zweiten Abschnitt zeigte sich Köniz verwandelt, spielte aggressiv, hielt dagegen, schien die Partie zu kehren. Qendrim Makshana glich aus (51.), derselbe Spieler verwertete später einen Penalty zum 2:1 (77.), zudem erhielt ein Westschweizer die Rote Karte.

Doch Yverdon steckte nicht auf, kombinierte weiter, glich aus und konnte sich kurz vor Schluss auf Cissé verlassen, der einen etwas zu lang geratenen Querpass im Fünfmeterraum mit letzter Kraft über die Linie drückte. Wie er sich über das Tor freute, zeigte: Dieser Ex-Weltstar liebt den Fussball immer noch heiss.

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