Chile bringt sich mit eigener Einsprache um die WM

Dumm gelaufen: Nicht nur wegen der 0:3-Niederlage gegen Brasilien verpasst Chile die WM. Auch eine letztes Jahr erfolgreiche Einsprache beim Sportgericht bringt die Südamerikaner um den Barrage-Platz.

Zum Haare raufen: Chile-Fans können das Verpassen der WM nicht fassen. Verpatzt hat es ihr Team nicht nur auf dem Rasen, sondern auch am «grünen Tisch».

Zum Haare raufen: Chile-Fans können das Verpassen der WM nicht fassen. Verpatzt hat es ihr Team nicht nur auf dem Rasen, sondern auch am «grünen Tisch».

(Bild: Keystone)

Der Fussball schreibt manchmal kuriose Geschichten – auf und neben dem Fussballplatz. Das mussten die Chilenen am Mittwochabend am eigenen Leib erfahren. Vor der letzten Runde in der WM-Qualifikation befand sich Chile noch auf dem komfortablen 3. Platz und wäre direkt für die WM nächstes Jahr in Russland qualifiziert gewesen.

Doch dann verlieren die Südamerikaner gegen Brasilien deutlich mit 0:3. Weil die direkten Kontrahenten Argentinien (3:1 gegen Ecuador), Kolumbien und Peru (1:1 im Direktvergleich) punkten, rutscht Chile auf den 6. Platz ab und verpasst deshalb das Turnier in Russland.

Soweit, so unspektakulär. Viel ärgerlicher wiegt das knappe Verpassen der WM jedoch aufgrund eines Entscheides des Internationalen Sportgerichtshofs (CAS) aus dem letzten Jahr – obwohl dieser zugunsten der Chilenen ausfiel! Was war geschehen?

Chiles Verband ANFP hatte am 6. September 2016 gegen das 0:0 gegen Bolivien wegen des Einsatzes von Nelson Cabrera beim Weltverband Fifa Einspruch eingelegt, weil der gebürtige Paraguayer laut Fifa-Statuten noch nicht für sein neues Land spielberechtigt war. Der Fall landete vor dem CAS, der Chile schliesslich zwei Punkte mehr zusprach, wie ein artikel der «Sport Bild» darlegt.

Dies führte jedoch dazu, dass auch Peru nachträglich drei Punkte gutgeschrieben bekam, denn fünf Tage zuvor hatte Cabrera bei Boliviens 2:0-Sieg gegen Peru ebenfalls mitgespielt. Was die Chilenen damals bei ihrem Jubel über den Punktegewinn am «grünen Tisch» nicht ahnen konnten, dass ihnen ausgerechnet dieser vermeintlich positive Entscheid die WM kosten wird.

Denn nun rangiert das punktgleiche Peru dank des besseren Torverhältnisses vor Chile auf dem 5. Platz und darf in der Barrage ums WM-Ticket spielen. Ohne CAS-Urteil hätte Chile heute einen Zähler mehr als Peru auf dem Konto und die Chance, sich doch noch für die WM zu qualifizieren.

mib

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