YB-Rekordzahlen: 80 Millionen Umsatz, 17,4 Millionen Gewinn

Der Schweizer Meister hat dank Spielerverkäufen und dem europäischen Wettbewerb eine positive Bilanz präsentiert.

«Wir dürfen nicht davon ausgehen, dass nun jedes Jahr so gut wird», sagt YB-VRerwaltungsratspräsident Hanspeter Kienberger. Foto: Lindt (Freshfocus)

«Wir dürfen nicht davon ausgehen, dass nun jedes Jahr so gut wird», sagt YB-VRerwaltungsratspräsident Hanspeter Kienberger. Foto: Lindt (Freshfocus)

(Bild: Keystone)

Fabian Ruch

Die Young Boys gaben sich seit dem Einzug ins Stade de Suisse stets äusserst verschwiegen, wenn es um die finanzielle Lage des Betriebs ging. Einmal, das war im September 2016, sagte der mittlerweile verstorbene Besitzer Andy Rihs, sein Bruder Hansueli und er hätten in den letzten Jahren «50 Chischte» verloren mit ihrem Engagement bei YB. Es waren laut gut unterrichteten Quellen zwischen 2010 und 2016 sogar deutlich mehr als 50 Millionen Franken, eher 80 Millionen.

Seit der Installierung von Christoph Spycher als Sportchef in eben jenem September vor zweieinhalb Jahren aber sind die Young Boys auf einem imponierenden Höhenflug. Sportlich. Und auch wirtschaftlich. 2017 gab es erstmals seit langem kein Minus in der Jahresrechnung.

Und fürs letzte, so grossartige YB-Jahr liegen nun genaue Zahlen vor. Der Umsatz des Unternehmens betrug etwas mehr als 80 Millionen Franken, der Gewinn knapp 17,5 Millionen.

Strukturelles Defizit

Freiwillig präsentieren die Geheimniskrämer vom Stade de Suisse ihr Jahresergebnis selbstredend nicht. Es ist eine Lizenzauflage des Europäischen Fussballverbandes (Uefa), dass Clubs ihre wichtigsten Kennzahlen veröffentlichen müssen, wollen sie am Europacup teilnehmen. «An unserem Grundsatz, Zahlen möglichst vertraulich zu behandeln, halten wir aber fest», sagt YB-Verwaltungsratspräsident Hanspeter Kienberger. «Das ist eine Vorgabe unserer Aktionäre.»

Bilanz und Erfolgsrechnung 2018 der Young Boys sind beeindruckend. Allein in der Champions-League-Kampagne verdienten sie brutto fast 30 Millionen Franken, die Gesamteinnahmen von 80 Millionen sind wie der Gewinn ein Höchstwert in der Historie. «Es ist das beste Jahr in der 121-jährigen Geschichte des Vereins», sagt Kienberger. «Das unterstreicht unser aussergewöhnliches 2018.» Die Fussballer partizipierten dank der dynamischen Lohnstruktur und den massiven Leistungsprämien stark am Erfolg.

Das Geschäftsmodell der Young Boys wird durch zwei schwer planbare Pfeiler getragen: Erträge aus Uefa-Wettbewerben und Transfers. Gelingt es nicht, in diesen Bereichen ausserordentliche Einnahmen zu generieren, führt dies zu einem strukturellen Defizit.

Ab 2020 wird es für Schweizer Vereine schwieriger werden, die Champions League zu erreichen – auch deshalb sagt Hanspeter Kienberger: «Wir dürfen nicht davon ausgehen, dass nun jedes Jahr so gut wird. Wir setzen jedenfalls weiter auf strikte Kostenkontrolle und grosse Budgettreue.» Der hohe Gewinn 2018 erlaube es zudem, Rücklagen zu schaffen sowie das Eigenkapital zu stärken.

Noch nicht ganz wie der FCB

Die Young Boys verzeichneten zwar historische Rekordwerte – zu Rivale Basel haben sie jedoch noch nicht ganz aufgeschlossen. Das gilt umso mehr, weil bei den YB-Zahlen auch der gesamte Stadionbetrieb im Stade de Suisse eingeschlossen ist. Der FCB hat die 100-Millionen-Grenze bereits überschritten, für 2018 geht man bei Basel von einem Umsatz von 80 bis 90 Millionen Franken aus.

Die Young Boys dürften aber auch 2019 auf ähnlichem Topniveau wirtschaften. Um die Königsklasse zu erreichen, müssen sie zwar erneut eine Qualifikationsrunde überstehen. Doch auch in der Europa League gibt es mittlerweile mindestens 10 Millionen Franken zu verdienen. Und aus dem erfolgreichen YB-Kader werden im Sommer mehrere Leistungsträger in eine Topliga wechseln – und für enorm hohe Einnahmen sorgen. (fdr)

Redaktion Tamedia

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