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Ronaldo stiehlt Ägypten den Sieg

Im Zürcher Letzigrund dreht Portugal die Partie in der Nachspielzeit und gewinnt dank zwei Toren seines Superstars 2:1.

Erzielt in der Nachspielzeit zwei Tore: Portugals Superstar Cristiano Ronaldo bringt Ägypten im Zürcher Letzigrund um einen 1:0-Sieg.
Erzielt in der Nachspielzeit zwei Tore: Portugals Superstar Cristiano Ronaldo bringt Ägypten im Zürcher Letzigrund um einen 1:0-Sieg.
Fabrice Coffrini, AFP
Der Real-Stürmer trifft, wird aber auch getroffen.
Der Real-Stürmer trifft, wird aber auch getroffen.
Fabrice Coffrini, AFP
Virgil van Dijk wirkt nach Hollands 0:1-Heimpleite ratlos.
Virgil van Dijk wirkt nach Hollands 0:1-Heimpleite ratlos.
Soccrates, AFP
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Obwohl die Schweizer Mannschaft in Griechenland testete, fand in der Schweiz ein Länderspiel statt. Europameister Portugal siegte gegen das ebenfalls für die WM qualifizierte Ägypten dank zwei Toren in der Nachspielzeit 2:1.

Verrückte Schlussphase: Die beiden Tore von Ronaldo im Video.

Beinahe standesgemäss schossen der frühere Basler Mohamed Salah und Cristiano Ronaldo alle die Tore. Salah, der umworbene Stürmerstar und Goalgetter des FC Liverpool traf nach 56 Minuten. Ronaldo machte sich erst sehr spät bemerkbar, dafür aber richtig. Er drehte die Partie mit Treffern nach 93 und 95 Minuten.

Brasilien bezwingt Russland klar

86 Tage vor dem Aufeinandertreffen mit der Schweizer Auswahl in Rostow lieferte Brasilien im Luschniki, dem WM-Finalstadion, einen Steigerungslauf ab. Tat sich die «Seleção» in der torlosen ersten Halbzeit noch schwer mit den mit fünf Verteidigern spielenden Russen, trafen die Gäste nach der Pause innert 13 Minuten drei Mal. Bezeichnenderweise war es mit Inter Mailands João Miranda ein Verteidiger, der den Bann in der 53. Minute brach. Davor hatte sich Brasilien trotz klar mehr Ballbesitz nur wenige Chancen heraus erspielt. Miranda erzielte im Anschluss an einen Corner aus kürzester Distanz das 1:0. Später trafen Barcelonas Offensivakteure Philippe Coutinho (per Foulpenalty) und der davor in mehreren Aktionen glücklos gebliebene Paulinho.

In Abwesenheit des verletzten Neymar erhielt Tite (noch) keine Antwort auf die Frage, wer die Rolle als Nummer 10 ausfüllen könnte. «Um Samba spielen zu können, braucht es einen Taktgeber», hatte der Nationalcoach neulich gesagt. «Selbst wenn dieser Spieler nicht in Topform ist, werde ich ihn bringen. Das Team braucht ihn.» In Moskau agierte primär Coutinho als «Zehner». Am kommenden Dienstag in Berlin gegen Deutschland dürfte wieder, wie bereits meistens in der WM-Qualifikation, der in China engagierte Renato Augusto Brasiliens Spiel gestalten.

Remis in Düsseldorf

Im dritten Länderspiel nach der WM-Qualifikation gegen einen weiteren Hochkaräter spielte Deutschland zum dritten Mal unentschieden. Dem 0:0 in England und dem 2:2 daheim gegen Frankreich folgte das 1:1 gegen Spanien in einem unterhaltsamen Spiel, das mehr Tore verdient hätte. Die Spanier eröffneten das Skore nach nur gut sechs Minuten mit einem prächtigen Tor. Valencias Stürmer Rodrigo traf nach einem zentimetergenauen, die deutsche Verteidigung aushebelnden Pass von Routinier Andres Iniesta. In allen ihren zehn WM-Qualifikationsspielen waren die Deutschen in Führung gegangen, jedes Mal nach spätestens 20 Minuten.

Aber noch in der ersten Halbzeit glich Thomas Müller mit einem Weitschuss aus. Mit einem weiteren Versuch aus der Distanz, von Julian Draxler abgegeben und von Goalie David De Gea mit einer Glanzparade entschärft, kamen die seit 22 Spielen unbesiegten Deutschen nach der Pause dem 2:1 sehr nahe. Später hatte aber auch Spanien mit Diego Costa eine erstklassige Möglichkeit. Während Deutschlands Trainer Jogi Löw lauter Spieler auflaufen liess, sie man sich auch an der WM in der Startformation vorstellen könnte, liess sich Spaniens Nationalcoach Julen Lopetegui weniger in die Karten schauen.

Frankreich verliert daheim

Im Duell zweier WM-Teilnehmer konnte der EM-Finalist Frankreich eine frühe 2:0-Führung gegen Kolumbien in Paris nicht ein einen Sieg ummünzen. Im Gegenteil, die ihrerseits mit vielen hochklassigen Spielern bestückten Südamerikaner schossen bis zur 85. Minute drei Tore, die ihnen den 3:2-Erfolg einbrachten. Unter den Torschützen war Stürmerstar Falcao von Monaco.

Olivier Giroud, der nach dem Wechsel von Arsenal in der Winterpause beim neuen Verein Chelsea selten in der Anfangsformation gestanden war, verwertete nach elf Minuten einen Abpraller zum 1:0. Kurze Zeit später doppelte Falcaos Clubkollege Thomas Lemar nach.

Die nächsten Niederlagen

Italien und Holland sind die beiden prominentesten nicht an der WM vertretenen Fussballnationen. Nach dem Scheitern in den Playoffs beziehungsweise in der Gruppenphase der Qualifikation gingen ihre Spieler vielleicht nicht zufälligerweise auch am Länderspielabend als Verlierer vom Platz.

Die Italiener verloren in Manchester gegen Argentinien durch zwei Tore in der Schlussphase 0:2, Holland unterlag in Amsterdam gegen England 0:1. Für die Engländer traf Mittelfeldspieler Jesse Lingard von Manchester United nach rund einer Stunde.

Foda zum Zweiten

Österreich gewann auch das zweite Länderspiel unter dem deutschen Trainer Franco Foda, dem Nachfolger von Marcel Koller. Nach dem 2:1 im November gegen Uruguay siegten die Österreicher ebenfalls in Wien gegen Slowenien, eine andere nicht für die WM qualifizierte Mannschaft, 3:0. Marko Arnautovic von West Ham United zeichnete sich als zweifacher Torschütze aus.

Spieltelegramme:

Portugal - Ägypten 2:1 (0:0)

Letzigrund, Zürich. - SR Mazzoleni (ITA). - Tore: 56. Salah 0:1. 93. Ronaldo 1:1. 96. Ronaldo 2:1. - Portugal: Beto; Cédric, Rolando, Alves, Guerreiro; João Mario (61. Quaresma), Neves (76. Bruno Fernandes), Moutinho (61. André Gomes), Bernardo Silva (68. Martins); André Silva (76. Guedes), Ronaldo.

Russland - Brasilien 0:3 (0:0)

Luschniki, Moskau. - Tore: 53. Miranda 0:1. 62. Coutinho 0:2. 66. Paulinho 0:3. - Brasilien: Alisson; Dani Alves (83. Fagner), Thiago Silva, Miranda (86. Geromel), Marcelo; Willian (79. Taison), Paulinho (71. Renato Augusto), Casemiro, Coutinho (79. Fred), Douglas Costa; Gabriel Jesus (65. Firmino). - Bemerkung: Brasilien ohne Neymar, Filipe Luis und Alex Sandro (alle verletzt).

Deutschland - Spanien 1:1 (1:1)

Düsseldorf. - 50'653 Zuschauer. - Tore: 6. Rodrigo 0:1. 35. Müller 1:1. - Deutschland: Ter Stegen; Kimmich, Boateng, Hummels, Hector; Khedira (53. Gündogan), Kroos; Müller (80. Goretzka), Özil, Draxler (69. Sané); Werner (84. Gomez). - Spanien: De Gea; Carvajal, Piqué (51. Nacho), Ramos, Alba; Koke, Thiago Alcantara (82. Rodrigo Hernandez), Iniesta (46. Saul Niguez); Isco (59. Asensio), Rodrigo (66. Diego Costa), Silva (71. Lucas).

Frankreich - Kolumbien 2:3 (2:1)

Paris. - SR Jaccottet (SUI). - Tore: 11. Giroud 1:0. 26. Lemar 2:0. 28. Muriel 2:1. 62. Falcao 2:2. 85. Quintero (Foulpenalty) 2:3. - Frankreich: Lloris; Sidibé, Varane, Umtiti, Digne (76. Lucas); Kanté, Matuidi (65. Pogba); Mbappé (66. Dembélé), Griezmann (83. Thauvin), Lemar; Giroud (73. Ben Yedder).

Argentinien - Italien 2:0 (0:0)

Etihad, Manchester. - 25'000 Zuschauer. - Tore: 75. Banega 1:0. 85. Lanzini 2:0. - Argentinien: Caballero; Bustos (89. Mercado), Otamendi, Fazio, Tagliafico; Paredes (64. Banega), Biglia; Lanzini, De Celso (77. Pavon), Di Maria (64. Perotti); Higuain. - Italien: Buffon; Florenzi (61. Zappacosta), Bonucci, Rugani, De Sciglio; Parolo (61. Pellegrini), Jorginho (87. Belotti), Verratti (72. Cristante); Chiesa (61. Candreva), Immobile (74. Cutrone), Insigne.

Holland - England 0:1 (0:0)

Amsterdam. - Tor: 59. Lingard 0:1. - Holland: Zoet; De Ligt, de Vrij (89. Weghorst), van Dijk; Hateboer, Wijnaldum, Strootman (89. van de Beek), van Aanholt; Promes (67. Pröpper), Dost (66. Babel), Depay. - England: Pickford; Walker, Stones, Gomez (10. Maguire, 89. Dier); Trippier, Oxlade-Chamberlain, Henderson, Rose (71. Young); Sterling (69. Alli), Lingard (69. Welbeck); Rashford (68. Vardy).

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