Bickel will einen «Fussballlehrer»

Laut YB-Sportchef Fredy Bickel gibt es keinen Kronfavoriten auf die Nachfolge Uli Fortes.

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Fabian Ruch

Uli Forte hatte einen ungewöhnlichen Start. Als er am 1. Juni 2013 als Cupsiegertrainer von GC bei den Young Boys als Coach vorgestellt wurde, stand sein Assistent bereits fest: Harald Gämperle, von YB-Sportchef Fredy Bickel als «bester Assistent der Schweiz» gewürdigt.

Gämperle ist nun Fortes interimistischer Nachfolger, und es gibt nicht wenige Beobachter, die finden, das sei kein Zufall. Bickel hat bei den Young Boys viele langjährige Wegbegleiter in wichtigen Funktionen installiert, der Sportchef ist die dominante Figur im Verein.

Man darf nun gespannt sein, wen Bickel als Nachfolger Fortes vorschlagen wird. Am Donnerstag sprach er davon, dass er wie immer am liebsten einen Schweizer Trainer engagieren würde, und meinte, man werde nun ein Anforderungsprofil erstellen. Bickel erklärte, auch wegen der vielen jungen Akteure im Team einen «Fussballlehrer» verpflichten zu wollen, und bestätigte auf Nachfrage, dass er den bei YB gehandelten Murat Yakin als einen solchen betrachte. «Aber wir haben noch überhaupt nicht über Kandidaten gesprochen», sagte Bickel, «wir beginnen die Suche.»

Einer wie Lewandowski

Es gibt auch Stimmen in Bern, die meinen, YB solle auf einen deutschen Trainer setzen, Thomas Schaaf oder Mirko Slomka werden genannt, der frühere Leverkusen-Coach Sascha Lewandowski, 43 Jahre alt, gilt als ausgezeichneter Ausbilder. Er arbeitet derzeit als Nachwuchs-Cheftrainer in Leverkusen.

Es ist nicht davon auszugehen, dass YB in den nächsten Tagen einen neuen Übungsleiter vorstellen wird. Und vielleicht beginnt Gämperle, der kurz vor dem Erwerb der Uefa-Pro-Lizenz steht, ja mit einer Siegesserie und drängt sich als Nachfolger Fortes auf. Vorgesehen sei das nicht, sagte Bickel, aber im Fussball sei immer vieles möglich.

Die Vorwürfe an Forte

Um Uli Forte wiederum muss man sich keine Sorgen machen, sein Ruf in der Szene ist intakt, der FCZ sucht ebenfalls einen Trainer. Forte führte YB von Rang 7 auf Rang 3 und 2, überstand schwierige Zeiten, schaffte es aber nicht, YB weiterzuentwickeln. Es gibt einige Vorwürfe bezüglich seiner Arbeit. So soll er fast immer mit dem gleichen System (4-2-3-1) agiert haben, seine Ansprache habe sich abgenutzt, der offene Forte habe die Spieler nicht mehr wunschgemäss erreicht. «Ich hätte sehr gerne bei YB weitergearbeitet», sagte Forte. «Ich verstehe die Entscheidung des Vereins nicht, muss sie aber akzeptieren.»

Forte wurde entlassen, obwohl er ungeschlagen im Ligabetrieb ist. Das dürfte weltweit in einer Profiliga ein einmaliger Vorgang sein. Bei einer kurzen Internetrecherche taucht ein Hamburger Amateurverein auf, bei dem es 1994 zur gleichen, eher speziellen Situation gekommen war.

Das sagte Sportchef Fredy Bickel kurz nach der Bekanntgabe der Entlassung von Uli Forte gegenüber Bernerzeitung.ch/Newsnetz:

Berner Zeitung

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