Bayern bestätigt Niko Kovac als neuen Trainer

Der FC Bayern München findet seinen Nachfolger für Trainer Jupp Heynckes. Der Kroate steht zur Zeit bei Frankfurt an der Seitenlinie.

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Am Donnerstag meldeten es schon einzelne Medien als perfekt. Am Freitag folgte die Bestätigung des FC Bayern München. Der Kroate Niko Kovac wird ab der kommenden Saison Trainer beim deutschen Rekordmeister und damit Nachfolger von Jupp Heynckes.

Der Sportdirektor Hasan Salihamidzic, ein Freund von Niko Kovac aus alten Bayern-Tagen, bestätigte beim vereinseigenen Bayern-TV: «Wir haben uns mit Niko Kovac auf einen Dreijahresvertrag geeinigt.» Kovac hatte in Frankfurt noch einen Vertrag bis 2019, doch eine Klausel machte den Ausstieg möglich. Für eine bei Trainern unübliche Ablösesumme kann er den Klub für 2,2 Millionen Euro verlassen.

Salzburg, Kroatien, Frankfurt

Der neue Trainer kennt Bayern München bestens. Der 46-jährige Kovac spielte zwischen 2001 und 2003 während zwei Saisons für die Münchner und wurde mit ihnen einmal Meister. Erste Erfahrungen als Trainer sammelte Kovac bei Salzburg in der zweiten Mannschaft und als Assistent, später betreute er die kroatische Nationalmannschaft, welche er an die WM-Endrunde 2014 führte.

Kovac arbeitete in den letzten etwas mehr als zwei Jahren mit beachtlichem Erfolg bei Eintracht Frankfurt. Im Frühling 2016 rettete er die Hessen in der Auf-/Abstiegs-Barrage gegen den 1. FC Nürnberg vor der Relegation. In der letzten Saison führte er die Eintracht in den Cupfinal und in diesem Jahr machte er aus dem biederen und nach 17 Transfers neu zusammengestellten Team einen Kandidaten für einen Champions-League-Platz.

Kovac war Kronfavorit

Doch reicht dieser Leistungsausweis für Bayern München? Kovac kommt als Trainer ohne Titel nach München. Das ist nicht die Norm im Verein der vielen Rekorde und prall gefüllten Trophäen-Sammlung. In den letzten 25 Jahren traten bloss Felix Magath und Jürgen Klinsmann das Traineramt in München mit einer leeren Titelsammlung an. Vielleicht auch deshalb haben sich nicht wenige Bayern-Aficionados bis zuletzt gewünscht, dass doch noch eine Koryphäe mit Welttrainer-Glamour den Weg nach München finden würde.

Aber offenbar hatten die Münchner Entscheidungsträger um Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeness nicht den medialen Effekt im Sinn. Dass der Name Kovac ganz weit oben auf der Liste stehen würde, war schon vor mehreren Wochen durchgesickert. Spätestens nachdem offensichtlich geworden war, dass die Personalie Julian Nagelsmann nicht weiter verfolgt würde und Thomas Tuchel sich für Paris Saint-Germain entschieden hatte, war Kovac der Kronfavorit.

Unter Ottmar Hitzfeld hat Kovac einst die Bayern-Welt kennengelernt, nun wird er sich an diese Zeit und diesen Lehrmeister erinnern, wenn es darum geht, den Zirkus der Stars und Egomanen zu führen. «Ich brauche Typen, die arbeiten wollen. Da ist es egal, woher einer kommt, wie er aussieht oder welche Hautfarbe er hat», sagte Kovac vor ein paar Wochen. Die Pfeiler seiner Fussball-Mentalität sind Organisation, Verantwortung und Disziplin. Kovac gilt als offen, ehrlich und freundlich. Ganz ähnlich wie der abtretende Jupp Heynckes, der erfolgreichste Bayern-Trainer der letzten 15 Jahre.

sda

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