YB auf Rekordjagd

In der Rückrunde gibt es für die Young Boys nebst Punkten auch Rekorde zu jagen.

Der Rubel rollt: Mehr als 18'000 Dauerkarten hat YB verkauft.

Der Rubel rollt: Mehr als 18'000 Dauerkarten hat YB verkauft.

(Bild: Christian Pfander)

Neues Jahr, neues Glück – aber was heisst das im Fall von YB schon? 2018 war das erfolgreichste Jahr der Vereinsmoderne, und um das zu übertreffen, müssten die Young Boys im neuen Jahr zusätzlich zum erneuten Meistertitel und zur Qualifikation für die Champions League noch den Cup gewinnen. So ganz unmöglich erscheint das für den Viertelfinalisten (Anfang März gegen Luzern) natürlich nicht.

Es ist gerade schwer vorstellbar, dass YB in der zweiten Saisonhälfte einbricht und dazu Basel einen längeren Erfolgslauf startet oder dasselbe dem FC Thun auf dieser Flughöhe gelingt. Wer so als reine Spielerei einfach mal die Formkurve aus der Vorrunde zur Vorlage nimmt, stellt fest, dass die Young Boys nur noch 12 Punkte zum Titel brauchen würden, spielte der FC Basel weiter wie bis anhin – nämlich mit 1,67 Punkten pro Spiel. Die 19 Zähler Vorsprung mögen in der YB-Kabine noch so tunlichst verschwiegen werden, wie es Captain Steve von Bergen vor dem Spiel gegen Xamax beteuerte – sie sind trotzdem ein Polster von seltener Dicke.

Worum kann es in dieser Rückrunde also noch gehen für YB?

Bereits vergangene Saison sicherten sich die Berner den Titel fünf Runden vor Schluss – und verpassten es danach, den Super-League-Punkterekord von 86 Zählern des FCB aus der Saison 2016/2017 zu brechen. Bei den momentanen Stärkeverhältnissen wackelt indes nicht nur diese Bestmarke: Auch jene vom Meister mit dem grössten Vorsprung (ebenfalls der FCB 2011/2012 mit 20 Punkten), den meisten Toren und den wenigsten Gegentoren in einer Saison (90 und 31, ebenfalls Basel) könnten in dieser Spielzeit fallen.

Umkehrtrend beim FCB

Einen Rekord hat YB schon erreicht, bevor der erste Ball in diesem Jahr rollt. 18'630 Dauerkarten haben die Young Boys mittlerweile verkauft, das sind 7000 mehr als zur gleichen Zeit letzte Saison, als YB ebendieses überaus erfolgreiche 2018 in Angriff nahm. YB also nähert sich der Grenze von 20'000 Saisonkarten – während der FC Basel im Begriff ist, genau diese Marke erstmals seit zwölf Jahren zu unterschreiten. Der FCB setzt noch auf das Modell Jahreskarte (YB hat jüngst auf Saisonkarten umgestellt) und hat gemäss «Basler Zeitung» für das neue Jahr erst 18'000 Abonnemente verkauft.

Es spricht viel dafür, dass die Berner ähnlich erfolgreich aus der Winterpause kommen wie in ihrer ersten Meistersaison seit 32 Jahren vergangenen Frühling. Damals zerstreuten sie mit sieben Siegen nacheinander die letzten Zweifel auf dem Weg zum Titel.

In anderen Jahren war der Jahresauftakt für die Young Boys entweder schon früh geprägt von Ernüchterung – oder von spät geknickter Hoffnung. 2017 waren es 12 Punkte Rückstand auf Basel, 2016 als Drittplatzierter gar 15. 2010 stieg YB mit 7 Längen Vorsprung in die Rückrunde – und verpasste den Titel endgültig in der Finalissima.

Stimmungsmässig ist man vom damaligen Versagen Lichtjahre entfernt. Nebst all den Veränderungen, welche die Young Boys zurück zum Erfolg geführt haben, scheint eine neue Denke Einzug gehalten zu haben. Vor einem Jahr war intern die Überzeugung unumstösslich, es dieses Mal tatsächlich zu schaffen – und Trainer Adi Hütter sprach an der Medienkonferenz vor dem Rückrundenauftakt erstmals öffentlich vom Ziel Titel.

Und nach dem überragenden Jahr 2018 war es Sportchef Christoph Spycher an der Pressekonferenz am Mittwoch ein Bedürfnis, zuallererst darauf hinzuweisen, dass man sich «davon nichts mehr kaufen» könne. Goalie David von Ballmoos sagt zwar heute, er habe auch damals, um die Jahre 2013 und 2014 und als junger Ersatzkeeper, an den Titel mit YB geglaubt. «Aber diesen Club zeichnet heute eine ganz andere Linie aus.»

Bevor YB also die ersten Punkte 2019 anpeilt, sind es vor allem Zahlen, die darauf hindeuten, dass die Titelverteidigung gelingen wird. Gemäss einer Erhebung des Fussballobservatoriums CIES in Neuenburg zählen die Young Boys zu den effizientesten Teams in Europa. In der Meisterschaft brauchen sie im Schnitt 4,79 Torschüsse für einen Treffer – weniger sind es einzig bei PSG in der Ligue 1 mit 4,71 Versuchen pro Tor.

Berner Zeitung

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