Auch im Wasserball erfolgreich

Im strömendenRegen und bei sehr schwierigen Bedingungen bezwingt die Schweiz Aussenseiter Andorra sicher 3:0. Das Nationalteam gewinnt damit auch das siebte Spiel in der WM-Qualifikation.

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Fabian Ruch

Die Schweiz bleibt dank des problemlosen 3:0-Heimsiegs gegen Fussballzwerg Andorra auf WM-Kurs. Nach sieben Spieltagen liegt sie mit dem Punktemaximum immer noch drei Zähler vor Portugal. Der Europameister gewann am Donnerstag gegen Färöer 5:1, Weltstar Cristiano Ronaldo traf dreimal.

Die zwei Gruppenfavoriten steuern weiter direkt auf eine Art Final am letzten Spieltag zu, in dem Portugal dank des klar besseren Torverhältnisses ein Heimsieg zur direkten WM-Qualifikation genügen würde. In Lissabon werden bestimmt deutlich bessere Wetterverhältnisse als am Donnerstag in St. Gallen herrschen.

Am Rande der Regularität

Es hatte auch in der Ostschweiz den ganzen Tag heftig geregnet, was den neuen Rasen im Kybunpark erheblich belastete. Lange vor der Partie bereits mühte sich die Wischequipe ein erstes Mal auf dem Platz redlich ab, doch die Wassermassen gewannen das ungleiche Duell mühelos. Gespielt wurde trotzdem, selbst wenn eine Absage sinnvoller gewesen wäre und auch sehr ernsthaft diskutiert worden war. Die Begegnung hätte wohl am Freitagmittag nachgeholt werden müssen, doch ob die Bedingungen besser geworden wären, war nur eine Frage bei diesen Überlegungen. Schliesslich geht es für Schweizer wie Andorraner bereits am Sonntag in der WM-Qualifikation weiter.

Und so übten sich die Mannschaften auf sehr nassem Geläuf in einer neuen Sportart, denn mit Fussball hatte das Geschehen lange Zeit zu oft wenig zu tun. Es entwickelte sich eine Veranstaltung am Rande der Regularität, an einzelnen Stellen des Rasens blieben sogar Zwei-Meter-Pässe stecken. Selbstredend präsentierten sich die Umstände für beide Parteien genau gleich, doch nur ein Team war daran interessiert, Tore zu erzielen. Den Kampf gegen Andorra und das Wasser nahmen die Schweizer tapfer, aber genervt an.

Lichtsteiners scharfe Worte

Bereits in der 2. Minute hätte Xherdan Shaqiri, der rechts vorne agierte, das 1:0 erzielen können, er scheiterte jedoch aus wenigen Metern an Torhüter Josep Gomes. Shaqiri zog den Ball positionsbedingt noch stärker an als gewohnt, er wirbelte und dribbelte, flankte und schoss, das erlösende Führungstor aber fiel vorerst nicht. Nach einer Wischunterbrechung Mitte der ersten Halbzeit rackerten die Schweizer unverdrossen weiter. Sie suchten Shaqiri. Und sie fanden Shaqiri. Etwa kurz vor der Pause, als Remo Freuler den Ball weit und hoch nach rechts vorne spedierte. Shaqiris scharfe Flanke verwertete Haris Seferovic mit dem Kopf. Endlich hatten die Schweizer im Wasserball reüssiert.

Bestnoten verdienten sich aber vor allem die Wasserwischer. Ihre intensiven Arbeitseinsätze verlängerten Spiel, Pause und Abend deutlich. Und in der zweiten Halbzeit schlug sich die eklatante helvetische Überlegenheit auch halbwegs angemessen im Resultat nieder. Seferovic stocherte den Ball durch die Wasserlachen ins Tor, war allerdings zuvor im Abseits gestanden. Und der unermüdliche Stephan Lichtsteiner erzielte mit einem Kopfball seinen 7. Treffer im 91. Länderspiel.

Der Captain holte den Ball nach dem zweiten und dritten Schweizer Tor blitzartig aus dem Netz und rannte zur Mittellinie zurück. Das mag gegen diesen überforderten Gegner übertrieben gewirkt haben, stand aber als Sinnbild für die Ernsthaftigkeit, welche die Schweiz gegen Andorra unter Beweis stellte. Nach dem Sieg erklärte Lichtsteiner, es sei sehr ärgerlich, habe man die Partie nicht verschoben. «Auf diesem Rasen war doch kein reguläres Spiel möglich. Wir hätten gerne mehr Tore geschossen. Aber das war heute nicht möglich.»

Am Sonntag schon in Lettland

Nach dem 3:0 gegen Andorra wartet auf die Schweiz bereits am Samstag das Gastspiel in Lettland. «Wir haben einen guten Lauf», sagte Doppeltorschütze Haris Seferovic, «aber auch in Lettland wird es nicht einfach.» Und dann meinte der formstarke Stürmer noch: «Hoffentlich regnet es dort weniger stark.» Es war eine launige Aussage, welche die gute Stimmung im Nationalteam symbolisierte.

Berner Zeitung

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